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Mentorat für Lehramtsstudierende

Gelebter Glaube

grundtext

Sukzessive wurden von 2011 bis 2013 fünf halbe Pfarrstellen zur Begleitung von Lehramtsstudierenden im Fach Evangelische Religion (Mentorat) in Hannover, Hildesheim, Göttingen, Lüneburg und Osnabrück ausgeschrieben und besetzt.

Es gibt bei vielen Lehramtsstudierenden, wie bei anderen Studierenden auch, immer weniger einen ausgeprägten kirchlichen Hintergrund und kaum Erfahrung mit "Kirche", vielfach ist das Interesse an religiösen Fragen oder die biographische Klärung der möglichen Bedeutung von Religion für das eigene Leben ausschlaggebend dafür, das Fach Evangelische Religion zu studieren.

Ziel dieser Arbeit mit Lehramtsstudierenden ist es deshalb, sie in ihrem Studium zu begleiten, sie in ihrer theologischen Entwicklung zu unterstützen sowie ihnen Gelegenheiten zum Kennenlernen und zur Teilnahme an religiöser Praxis und Gemeinschaft an Orten kirchlichen Lebens zu geben, um ihnen so eine reflektierte Praxis gelebten Glaubens zu ermöglichen. Gelebter Glauben in der Rückbindung an die eigene kirchliche Gemeinschaft der Lehrkraft ist eine zentrale Voraussetzung für einen gelingenden Religionsunterricht.

Große Nachfrage

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass es dringend erforderlich und geboten ist, die Lehramtsstudierenden mit dem Fach Evangelische Religion zu begleiten und zu unterstützen.

Die Nachfrage nach dieser Arbeit ist gerade auch bei Studienanfängern sehr hoch. Dabei steht der Wunsch der Studierenden nach seelsorglicher Beratung, insbesondere aufgrund der durch das Studium veränderten Lebenssituation, aber auch in Fragen des Glaubens, der persönlichen Lebenseinstellung etc. an erster Stelle.

Es besteht zugleich ein hohes Interesse daran, Kirche näher kennenzulernen, erste oder vertiefte Erfahrungen mit Frömmigkeit selbst zu machen und einen Platz in einer kirchlichen Gemeinschaft zu finden. Dies macht die Verknüpfung dieser Arbeit mit der übrigen Hochschularbeit vor Ort notwendig und sinnvoll.

Zusammenarbeit mit Instituten

Die Zusammenarbeit mit den Instituten für Evangelische Theologie gestaltet sich außerordentlich positiv. Die Institute sind sehr an dieser Arbeit interessiert und auch bereit, diese zu unterstützen.

Ein Lehrauftrag wird ohne Probleme erteilt und von den Studierenden gerade zu den Themen Kirche, Schulseelsorge, liturgische Formen, Andachten und Gottesdienste gut angenommen. Die Zusammenarbeit der Hochschulgemeinden mit den Instituten für Evangelische Theologie wird so deutlich wahrnehmbar intensiviert.

Anbindung

Es gibt gute Ansätze, die Lehramtsstudierenden in die Religionspädagogischen Tage der Kirchenkreise einzuladen; sie werden selbstverständlich zu Tagungen an das Religionspädagogische Institut und zu den Lehrkräfteforen der hannoverschen Landeskirche eingeladen, z.B. im Rahmen der Reihe "Bildung braucht Religion".

Durch Exkursionen, die vielfach durch Dozierende der theologischen Fakultät in Göttingen und der Institute Evangelische Theologie durchgeführt werden, werden kirchliche Orte theologisch, aber auch mit gezielten Angeboten zur Frömmigkeitspraxis erschlossen: Kirchen und Klöster, Friedhöfe, Lutherstätten, Taize, Rom und Jerusalem, kirchliche Gemeinschaften, diakonische Einrichtungen etc.

Es wird zukünftig darauf angekommen, für die verpflichtenden Praktika der Studierenden Praktikumsplätze in den Kirchengemeinden, Kirchenkreisen und Einrichtungen vor Ort in ausreichender Zahl zur Verfügung zu stellen und den Studierenden eine lebendige Begegnung und vielfache Erfahrungen zu ermöglichen.

Studienseminare

Es zeigt sich auch, dass eine Anbindung der Arbeit mit Referendaren und Referendarinnen an die Arbeit des Mentorats sinnvoll ist und überlegt werden muss, wie hier frühzeitig mit den Studienseminaren vor Ort Kontakt aufgenommen werden kann.

Referendare und Referendarinnen sind im schulischen Alltag mit der Problematik des Stellenwertes des Faches Religion an den Schulen konfrontiert und nehmen wahr, dass das Fach Religion sie als Persönlichkeit mehr fordert als andere Fächer, da die Verbindung von Leben und Lehre in der Person der Religionslehrkraft in eins fällt.

In dieser Situation wenden sich Referendare und Referendarinnen mittlerweile an die Hochschulgemeinden; zudem weisen die Fachseminarleitungen und Studienleitungen die Landeskirche verstärkt auf diesen Seelsorge- und Beratungsbedarf hin.