kopf

Ausblick

Inklusive Schulen

zukunft

Der Fachverband und seine Mitglieder werden die Umsetzung des neuen Systems der inklusiven Schule begleiten und fördern, dabei aber stets die Interessen der Schülerinne und Schüler sowie deren Eltern im Blick haben, für die das Angebot einer inklusiven Schule nicht den Förderbedarf erfüllt, der gewünscht und notwendig ist.

Die diakonischen Schulen, die sich Menschen mit Behinderungen widmen, haben sich in den Jahren ihrer Existenz eine Expertise angeeignet, die nicht einfach von anderen Pädagogen in anderen Institutionen erbracht werden kann.

In dieser Aufgabe wird die neue Referentin für Inklusion im DW, die bisher für Inklusion in Schulen in der württembergischen Kirche verantwortlich zeichnete, erwiesene und bewährte Fachexpertise beisteuern.

Zugleich wird darauf zu achten sein, dass die Bestrebungen bei der Umsetzung der inklusiven Schulen, die diakonischen Schulen angemessen berücksichtigen. 

Schulgeldfreiheit, Umlagefinanzierung und landeskirchliche Förderung

Schulen in freier Trägerschaft sind im Unterschied zu den staatlichen Angeboten nicht voll ausfinanziert und erheben deshalb Schulgeld. Diese Bevorzugung des staatlichen Ausbildungssystems führt einerseits zu einer Ungleichbehandlung der Schülerschaft wie auch zu Wettbewerbsverzer- rungen.

2012 wurde im Rahmen des Pflegepakts das Schulgeld auch für die freien Schulen in der Altenpflege aufgehoben. Es wird darauf darauf ankommen, dies sowohl auf die Schülerinnen und Schüler in der Pflegeassistenz auszuweiten, wie aber auch sich dafür einzusetzen, sämtliche Schulen von Schulgeldforderungen zu befreien.

Die gegenwärtige Landesregierung strebt an, die Schulen über eine Umlage auf die betreffenden Einrichtungen, die Schulabsolventen als Fachkräfte einstellen, zu finanzieren. Unabhängig davon, ob dies der richtige Weg, muss sich die Landeskirche überlegen, ob und in welchem Umfang sie die diakonische Schulen fördern möchte.

Die diakonischen Schulen bergen ein Potential, das bislang ungenügend gehoben wurde. Diakonische Schulen können potentielle Mitarbeitende in Diakonie und Kirche für diese Unternehmen werben, sie auf die besonderen Profile und Anforderungen vorbereiten und damit Diakonie und Kirche einen erheblichen Wettbewerbsvorteil im kommenden Kampf um Fachkräfte erschaffen.

Zugleich können die diakonischen Schulen durch ihr Profil sowie den verpflichtenden Religionsunterricht die kirchliche Basis im Land stärken und verbreitern. 

Vernetzung Schulabsolventen und kirchlich- diakonischen Arbeitsfelder

Jährlich verlassen geschätzte 1500 Schülerinnen und Schüler fachlich qualifiziert diakonische Schulen. Sie könnten in kirchlichen oder diakonischen Einrichtungen im ganzen Land attraktive Stellen besetzen. Oft klappt jedoch genau dieser Transfer nicht.

Fachverband und Schulen werden sich deshalb stärker als bislang darum bemühen, hier Vernetzungsstrukturen und –methoden zu schaffen, die von jungen ausgebildeten Menschen genutzt werden.

Zugleich werden die schon jetzt aufgenommenen Aktivitäten zu Präsentation sozialer Berufe in Diakonie und Kirche auf Ausbildungsmessen durch Fachverband, DW und Landeskirche verstärkt werden. Die Zeiten, das Diakonie und Kirche bei Auszubildenden eo ipso attraktive Ausbilder waren, sind vorbei. Die Fachkräfte der Zukunft wollen geworben werden.

Religionsunterricht in diakonischen Schulen

Diakonische Schulen haben sich selbst zu zusätzlichem Religionsunterricht (RU) in ihren Ausbildungsgängen verpflichtet. Obwohl die dementsprechen- den Stundenkontingente definiert sind, wurde die Frage der Fachlichkeit der RU-Lehrkräfte vonseiten der Landeskirche bislang nicht bedacht – im Unterschied zu den aufwendigen Verfahren, die man in der Vergangenheit zusammen mit dem Kultusministerium entwickelt hat (vocatio Verfahren).

Hier soll künftig in Abstimmung zwischen Fachverband und Landeskirchen nachgebessert werden. Denkbar wäre, dass man, wie andernorts im Bildungsbereich üblich, auch hier Standards formuliert und deren Umsetzung begleitet.

Dass dies Ressourcen der Landeskirche erforderlich macht, versteht sich von selbst. Dieser finanzielle Aspekt sollte ins Verhältnis zu den enormen Chancen gesehen werden, die 85 diakonische Schulen Jahr für Jahr für die kirchlichen Strukturen bieten. Hier gilt in analoger Weise das, was als Begründung für die landeskirchliche Förderung von allgemeinbildenden Schulen in evangelischer Trägerschaft vorgebracht wird. 

Kirchliche Identifikation mit diakonischen Schulen vertiefen

Die Identifikation der Landeskirche mit ihren diakonischen Schulen könnte dadurch verstetigt werden, dass Mittel für die vielfältigen Aufgaben zur Behauptung der diakonischen Ersatzschulen am hart umkämpften Ausbil- dungsmarkt und damit zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses in diakonischen Einrichtungen bereitgestellt werden, die diesem Zweck dienen und vom Diakonischen Werk verwaltet werden.

Zu diesem Themenfeld gehört auch, dass die diakonischen Schulen bei der Besetzung mit Schulseelsorgenden bislang durchweg leer ausgegangen sind. Hier zeigt sich erneut, dass die diakonische Schulen bislang ein Schattendasein in der Landeskirche geführt haben.

Der Abteilungsleiter Diakonie im LKA wird in den kommenden Jahren in Abstimmung mit dem Fachverband und dem Diakonieausschuss ein entsprechendes Aktenstück zur Situation der diakonischen Schulen und möglichen Handlungsimpulsen vorbereiten.

Regelungen zu bundesweit konzipierten Vereinheitlichungen der Ausbildungsmodelle insbesondere in der Pflege beeinflussen

Die Anforderungen an Berufstätige und entsprechende auch an Auszubil- dende verändern sich nicht nur stetig, sondern differenzieren sich zunehmend aus und steigen entsprechend.

Aufgabe von Fachverbänden wie aber auch der Landeskirche ist es, diese Veränderungen im Interesse der Menschen zu begleiten und nach Möglichkeit zu beeinflussen. 

Schulleitungsfachtagungen

Die 2013 erstmals durchgeführte Fachtagung für Schulleitungen hat sich als Austauschplattform bewährt. Die oben angesprochenen Maßnahmen werden insbesondere dann erfolgreich sein, wenn es den diakonischen Schulen gelingt, sich öffentlich gemeinsam Gehör zu verschaffen. Aus genau diesem Grund sind attraktive Fachtagungen für die Schulleitungen unabdingbar.