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Schulen in diakonischer Trägerschaft

Junge Menschen auf Berufsfelder vorbereiten

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Die Schulen in Trägerschaft diakonischer Einrichtungen tragen in erheblicher Weise dazu bei, dass junge Menschen auf die Berufsfelder der Diakonie und ihr spezielles Profil1  aufmerksam werden und dort, zumindest teilweise, ihre Zukunft finden.

Der „Fachverband Schulen der Diakonie in Niedersachsen“ im DW vertritt derzeit 95, davon 85 hannoversche diakonische Schulträger, die v.a. in den Berufsschulbereichen Alten-, Kranken- und Heilerziehungspflege sowie Sozial- und Heilpädagogik, ferner im Förderschulbereich derzeit insgesamt fast 6.600 Schülerinnen und Schüler und 1.100 Lehrkräfte haben.

Im Förderschulbereich „Emotionales und Soziales Lernen“ ist die Diakonie größter Schulträger im Land. Die Schulen sind staatlich anerkannte Schulen in freier Trägerschaft.

Diakonische Schulen sind im berufsbildenden und im allgemeinbildenden Bereich präsent. Sie bilden in Pflege- und Sozialberufen aus und beschulen im Förderschulbereich. In der Regel sind sie als besondere Organisationseinheiten der privatrechtlich organisierten Mitglieder des Diakonischen Werks aufgestellt. In den diakonischen Berufsschulen werden v.a. jungen Menschen, aber auch Umsteigern aus anderen Berufen oder Tätigkeiten Qualifikationen vermittelt.

Diese den christlichen Werten verpflichteten schulischen Ausbildungen mit Praxisanteilen sind individuell persönlichkeitsbildend und wollen für die diakonischen Arbeitsfelder nachwuchssichernd wirken.

Sie werden aus der Landesfinanzhilfe nach dem Niedersächsischen Schulgesetz und Eigenmitteln der diakonischen Träger finanziert. Für die Beschulung fällt bei den Schülerinnen und Schülern grundsätzlich Schulgeld an.

In der Altenpflege hat das Niedersächsische Sozialministerium 2012, auch um die Aufnahme einer Ausbildung zur Altenpflegerin bzw. zum Altenpfleger attraktiver zu machen und zur Nachwuchssicherung in den Pflegeberufen beizutragen, für Schulgeldfreiheit die Schülerinnen und Schüler herbeigeführt.

Von anderen berufsbildenden Schulen unterscheiden sich die diakonischen Schulen insbesondere durch das Angebot von Religionsunterricht sowie die enge Verknüpfung mit diakonischen Trägern. Meist befinden sich die Schulgebäude auf bzw. in unmittelbarer Nachbarschaft zu den diakonischen Einrichtungen des Schulträgers. Praxisfelder sind also „vor der Tür“.

Trotz dieser engen Verbindung ist das Potential, das für Kirche wie diakonische Einrichtungen in diesen diakonischen Schulen liegt, keineswegs gehoben. Das liegt zum einen daran, dass die Schulen nicht im Fokus des sie tragenden diakonischen Unternehmens stehen, sondern als - wenn auch nicht unwichtiger -  Appendix zur eigentlichen diakonischen Kernaufgabe angesehen werden.

Zum anderen fördert die Landeskirche weder die Schulen als solche noch den Religionsunterricht im Besonderen. Ausgenommen hiervon sind - allerdings mit Aktenstück 98 ebenfalls deutlich überproportionalen Kürzungen unterworfen - einzig die Schulen für Erzieherinnen der Kindertagestätten.

Diese Bevorzugung ist historisch gewachsen und möglicherweise dadurch begründet, dass die Kindertagesstätten in Trägerschaft verfasst kirchlicher Körperschaften sind.

1 Die landeskirchliche Bereitstellung von jeweils 2.500 € als Beitrag zur religionspädagogischen Qualifizierung in den Fachschulen der hannoverschen Diakonie sind dankbar angenommen worden.