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Rückblick

Sechs evangelische Schulen

vergangen

Die mittlerweile sechs Schulen in Trägerschaft der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers besitzen ein klares evangelisches Profil, das eine ständige Reflektion, Selbstverständigung und Selbstvergewisserung vor- aussetzt.

Dabei gibt es die evangelische Schule nicht, sondern ganz unterschiedliche, vielfältige evangelische Schulen, die von dem Reichtum des Evangeliums her bestimmt sind und diesem Ausdruck verleihen.

Die Freiheit des Evangeliums lässt den Schulen einen hohen Gestaltungs- spielraum, auch für flexible Organisationsformen oder individuelle Lernwege und eröffnet sowohl den Lehrkräften wie den Schülerinnen und Schülern Freiheit in der Gestaltung und Wahrnehmung der schulischen Angebote. 

Evangelische Schulen sind kirchliche Orte

Evangelische Schulen sind explizite kirchliche Orte, an denen die Bildungsverantwortung der Kirche wahrgenommen wird.

Das Grundanliegen kirchlicher Bildungsarbeit ist es, zum einen zu einer geistigen Auseinandersetzung mit religiösen Fragen zu befähigen, nicht zuletzt durch die Vermittlung von basalen Informationen über den christlichen Glauben in seiner evangelischen Gestalt und zum anderen, die Fähigkeit der Christen und Christinnen zu stärken, über den eigenen Glauben Auskunft geben zu können.

Bildung zielt auf eine Sprachfähigkeit im Glauben, gerade auch in Alltagsfragen der Menschen. Es gilt Glauben und (alltägliches) Leben miteinander in Beziehung setzen zu können. Damit wird das reformatorische Grundanliegen der Lehre Luthers von den zwei Reichen und Regimenten aufgegriffen, dass das Christsein im Alltag zur Geltung zu bringen und zu bewähren ist: "Gottesdienst in der Welt" (Röm 12,2)

Christinnen und Christen haben eine von Gott gegebene Verantwortung für die konkrete Gestaltung des Staates und sollen im Sinne Gottes handeln. Ein solches evangelisches Verständnis von Bildung wird an evangelischen Schulen modellhaft umgesetzt.

Sie sind zugleich Experimentierfeld für die öffentliche Gestaltung von Religion und zeigen, wie von dem reformatorischen Erbe der Kirche herkommend, der schulische Bildungsbegriff in der aktuellen Situation umgesetzt werden kann. Evangelische Schulen sind von daher kein Rückzug aus dem kommunalen Schulwesen, sondern ein bewusster Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog über die Weiterentwicklung des schulischen Bildungssystems.

Bedeutung der Schulen für die Landeskirche

Die hannoversche Landeskirche braucht die evangelischen Schulen um ihrer selbst willen, weil nach evangelischem Verständnis der Glauben im Alltag der Welt gelebt und bewährt wird.

Aber zugleich darf eine evangelische Schule nicht für kirchliche Zwecke instrumentalisiert werden, sondern sie existiert um der Schüler und Schülerinnen willen und macht ihnen das Angebot, den Glauben an Jesus Christus als eine umfassende Lebens- und Handlungsorientierung kennen zu lernen.

Sie wirken einer Milieuverengung der hannoverschen Landeskirche entgegen, da sie bewusst offen für alle Schüler und Schülerinnen sind, und auch nicht kirchlich gebundene Eltern nutzen zunehmend das Angebot der evangelischen Schulen. Evangelische Schulen besitzen eine große Prägekraft für die Schüler und Schülerinnen und wirken darüber hinaus in die Familien und die Gesellschaft hinein.

Biblische Grundlagen und kirchliche Tradition brauchen die Auseinandersetzung mit dem aktuellen Wissenstand und Wirklichkeitsverständnis, damit der Glauben verantwortet und weitergegeben werden kann. Für den Glauben ist eine Bildung, zu der auch das Weltwissen gehört, unverzichtbar.

Weiter pflegt und entwickelt die evangelische Schule in besonderer Weise die protestantische Kultur. Deshalb braucht es über die Kirchengemeinden hinaus explizite kirchliche Orte, wie die evangelische Schule, an der die Bildungsverantwortung des Glaubens wahrgenommen wird. Die evangelische Schulen der Landeskirche sind immer mit den Kirchengemeinden vor Ort und dem Kirchenkreis vernetzt. Beide können so wechselseitig voneinander profitieren.

Grundsätzliche Ziele einer Schule in Trägerschaft der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

  • Befähigung dazu Christsein im Alltag, in der Gesellschaft, in ganz unterschiedlichen Lebenskontexten und Berufsfeldern zu gestalten und gesellschaftliche Verantwortung aus christlicher Perspektive wahrzunehmen;
  • Inklusive Beschulung von Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihren Fähigkeiten, Beeinträchtigungen und von ihrer ethnischen, kulturellen und sozialen Herkunft, damit sie miteinander und voneinander in einer Schule lernen. Alle Kinder sollen die Möglichkeit haben, je nach ihren Voraussetzungen und Fähigkeiten bestmöglich unterstützt zu werden. Dabei wird die zumindest noch für einen Übergangszeitraum bestehende Bedeutung der Förderschule bejaht;
  • besondere Förderung von Kindern aus bildungsfernen Schichten, auch an den Gymnasien, d.h. insbesondere Förderung von lernschwächeren Kindern und Jugendlichen, vor allem auch derjenigen mit Migrationshintergrund mit dem Ziel, dass niemand die Schule ohne Abschluss verlässt;
  • Gewährleistung von Bildungs-, Befähigungs- und Teilhabegerechtigkeit;
  • Förderung einer evangelischen Verantwortungselite;
  • Sprachfähigkeit im Glauben und
  • Erschließung und Ermöglichung einer umfassende christliche Daseins- und Handlungsorientierung.
  • Gestaltung einer den Schülerinnen und Schülern gemäßen evangelischen Spiritualität, die den Schulalltag insgesamt prägt mit Gottesdiensten und Andachten genauso wie durch Projekte im Bereich von Diakonie und der Bewahrung der Schöpfung.

Für die evangelischen Schulen gelten folgende Rahmenbedingungen:

  • Evangelische Schulen sind einer innovativen Pädagogik und Didaktik verpflichtet;
  • Evangelische Schulen werden zu (teilweise) gebundene Ganztagsschulen ausgebaut;
  • Evangelische Grundschulen werden mit Kindertagesstätten in kirchlicher Trägerschaft verzahnt;
  • jede evangelische Schule entwickelt ein besonderes Konzept und einen besonderen Schwerpunkt fort, wobei die bewusste Wahrnehmung der kirchlichen Feiertage und die Gestaltung evangelischer Frömmigkeit eine besondere Rolle an allen evangelischen Schulen spielt;
  • jede evangelische Schule pflegt eine Partnerschaft mit einer Schule in einem Land der sogenannten Dritten Welt und
  • in jeder evangelischen Schule kommt es zu einer Integration einer Eltern- und Familienarbeit (wo es möglich ist in Zusammenarbeit mit einer evangelischen Familienbildungsstätte (Link) oder einem Familienzentrum). 

Finanzielle Anstrengungen

Der gegenwärtig stattfindende Aufbau der seit 2007 neu gegründeten evangelischen Schulen und der weitere Aufbau eines Netzes von evangelischen Schulen bedeutet für die Landeskirche finanzielle Anstrengungen, die aber nicht zuletzt um der Zukunftsfähigkeit der hannoverschen Landeskirche willen erforderlich sind.

Dabei muss es oberstes Prinzip sein, die evangelischen Schulen wirtschaftlich so zu führen, dass die Gesamtaufgaben der Landeskirche dadurch nicht beeinträchtigt werden. Die für evangelische Schulen bereitgestellten Mittel der hannoverschen Landeskirche sind Investitionen in die Zukunft der Kirche, denn hieraus werden neue Kirchenmitgliedschaften erwachsen bzw. Kirchenmitgliedschaften befestigt werden.

Dies bedeutet immer wieder gute Bedingungen mit dem Land und den Kommunen auszuhandeln, ein effizientes Fundraisingsystem durch das Schulwerk (Link) aufzubauen und die vorhandenen Mittel sparsam und effektiv einzusetzen.