kopf

Konfessioneller Religionsunterricht

Unverzichtbar für Orientierung in der Welt

grundtext

Der konfessionelle Religionsunterricht ist ein wesent- licher Teil des Bildungsauftrages von Schule, weil er die zur Identitätsbildung unverzichtbare Beschäftigung mit religiös geprägter Weltwahrnehmung und Weltdeu- tung ermöglicht.

Religion ist ein eigenständiger Bereich der Kultur und prägt menschliches Leben. Der Religionsunterricht ist unverzichtbar für die Auseinandersetzung mit existentiellen Fragen und der Wahrheitsfrage, die ethische Urteilsbildung, die Orientierung in der Welt und die Ausbildung kultureller und religiöser Toleranz.

Der Religionsunterricht ist als einziges Fach im Grundgesetz verankert: „Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen ... ordentliches Lehrfach“, und zwar „unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften“ (Art. 7.3 GG).

Dies garantiert jedem Schüler das Recht, sich in der Schule religiös zu bilden und dort seiner Religiosität Ausdruck zu verleihen. Damit steht der Religionsunterricht in der gemeinsamen Verantwortung von Staat und Religionsgemeinschaft und ist konfessionell gebunden.

Zugleich sichert das Grundgesetz in Artikel 4 die negative Religionsfreiheit, deshalb wird als Ersatzfach wird an den weiterführenden Schulen das Fach „Werte und Normen“ unterrichtet.

In Niedersachsen kann das Fach Religion seit 1998 konfessionell-kooperativ erteilt werden, d.h. evangelische und katholische Schüler und Schülerinnen können für bestimmte Schuljahrgänge zeitlich befristet gemeinsam unter- richtet.

Die Konfessionalität des Unterrichtes ist auch von didaktischer Bedeutung. Der Evangelische Religionsunterricht lebt von der für alle erkennbaren Positionalität des Faches und der Unterrichtenden und ist zugleich offen für Schülerinnen und Schüler jeder Konfession und Religion sowie für Kon- fessionslose. Aber in seinem Bezug auf den gelebten evangelischen Glau- ben bewahrt er sein Zentrum in der Rede von Gott und seiner Offenbarung in Jesus Christus. Auf dieser Grundlage lädt er Schülerinnen und Schüler zur kritischen Auseinandersetzung und eigenen Standortbestimmung ein.