kopf

Rückblick

Jahr der Kirchenmusik 2012

vergangen

Das Jahr der Kirchenmusik 2012 im Rahmen der Reformationsdekade hat diese Wertschätzung der Kirchenmusik sichtbar werden lassen. Die großen Events wie das Musical „Die 10 Gebote“ in der TUI-Arena oder das Gottesklangfest in Hildesheim, die Aktionen wie „Neuland – Kirchenmusik am ungewöhnlichen Ort“ oder das „Klingende Band“ durch die EKD, ein Liederwettbewerb sowie eine Fülle von Konzerten und Aktionen haben nicht nur großen Zuspruch gefunden, sondern auch in die mediale kirchliche und nichtkirchliche Öffentlichkeit gewirkt. Wieder einmal hat sich die Kirchenmusik als eine wichtige Brücke von der Kirche in „die Welt“ erwiesen.
Die einstündige Präsentation der Ergebnisse des Jahres der Kirchenmusik vor der Herbst-Synode 2012 hat allen, die dabei waren, große Freude gemacht.

Populäre Kirchenmusik

Die neben- und ehrenamtlichen Kräfte spielen in den allermeisten Gemeinden sonntäglich im Gottesdienst, leiten Musikgruppen und Singkreise, nicht selten auch Posaunenchöre. Die C- und D-Prüfung, die sie ablegen, geben Zeugnis von einem nicht zu unterschätzendem musikalischen Niveau, auf dem sich diese Kirchenmusik bewegt.
Neben der traditionellen, klassischen Kirchenmusik etabliert sich inzwischen auch eine populäre Kirchenmusikszene. Bands, Gospelchöre, „Jazz, Rock, Pop in der Kirche“ und inzwischen auch ein Popkantor (im Stadtkirchenverband Hannover und im Kirchenkreis Laatzen-Springe) sind nicht mehr aus der Landschaft wegzudenken und geben Zeugnis von der Vielfalt der Kirchenmusik.

Grundstandards

Die Grundstandards für den Planungszeitraum 2013-16 sagen, dass genau dies gewünscht ist: qualitätsvolle traditionelle Musik in Gottesdienst und Konzert, dazu aber auch eine Verbreiterung des stilistischen Spektrums um populäre zeitgenössische Musik, nicht nur in Zweitgottesdiensten.

Nachwuchsgewinnung ist wichtigste Aufgabe

Der positiven Einschätzung der Kirchenmusik innerhalb und außerhalb der Kirche stehen Sorgen entgegen.

  • Die Zahl der Kirchenmusikstudierenden nimmt drastisch ab. Derzeit sind auf EKD-Ebene nur etwa 55 % der Studienplätze belegt, die gebraucht würden, um die frei werdenden Stellen wieder zu besetzen
  • das Durchschnittsalter der neben- und ehrenamtlichen Kräfte steigt stark an, so dass hier auf Grund des „demografischen Faktors“ schon Engpässe bestehen, das heißt, es wird immer schwerer, Nachwuchs zu finden;
  • auf Grund von G 8 (Abitur nach Klasse 12) und dem damit verbundenen Ganztagsunterricht nimmt die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die musizieren, insbes. im ländlichen Bereich ab. Dies ist aber die Gruppe derer, aus denen sich zu späterer Zeit potenzielle Kirchenmusik-Studierende finden.

Das heißt, die Nachwuchsgewinnung ist die wichtigste Zukunftsaufgabe der Landeskirche im Bereich Kirchenmusik, und es ist zu wünschen, dass die erforderlichen Steuerungsinstrumente auf der Ebene der Landeskirche erhalten oder neu zur Verfügung gestellt werden.