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Rückblick

Tagungsstätte

vergangen

Die Kooperation mit dem Diakonischen Werk Hildesheim-Sarstedt als Betreiber der Tagungsstätte wurde Ende 2009 beendet und die Tagungsstätte auch wirtschaftlich in den Haushalts- und Wirtschaftsplan des Michaelisklosters eingefügt. Die Tagungsstättenleitung ist damit allein dem Direktor des Michaelisklosters unterstellt.

Positiv machte sich bemerkbar, dass in der Tagungsstätte bereits eine kaufmännische Buchhaltung eingeführt war, die inzwischen in die Doppik der Landeskirche integriert wurde. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, z.B. im Blick auf die Hotelsoftware, steht die Tagungsstätte inzwischen auch wirtschaftlich hervorragend da und schreibt schwarze Zahlen (Jahresabschluss 2012 mit einem Plus von 45 000 €). Personal- und Finanzverwaltung hat das HkD übernommen.

Kindergottesdienst

Ebenfalls 2009 wurde die früher im HkD ansässige Arbeitsstelle Kindergottesdienst mit seinem Leiter Dirk Schliephake und zwei Referenten ins Michaeliskloster eingegliedert. Das Team ist nicht nur in der Fläche bei Fortbildungen (z.B. Sprengelpraxistage usw.) präsent, es arbeitet auch an Publikationen und vielen Veranstaltungen im Hause mit. Es haben sich wertvolle Synergien ergeben (z.B. Inklusive Gottesdienste, Abendmahl, Tauferinnerungsfeiern, Bibelerzählen, Bibliolog usw.). 2012 fand der Tag des Kindergottesdienstes der Landeskirche statt. Ca. 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren am 2. Juni in Hildesheim und feierten am Ende des Tages einen Gottesdienst mit dem Landesbischof.

Landeskirchliche Gottesdienstprojekte

Eine der wichtigsten Aufgaben des Michaelisklosters waren in den letzten Jahren zwei große landeskirchenweite Gottesdienstprojekte. 2008/09 die Aktion „Brannte nicht unser Herz?“ und 2012/13 die Aktion „Nähme ich Flügel“. Die erste hatte die Förderung von gemeindlichen Gottesdiensten des ersten und zweiten Programms zum Ziel. Das gemeinsame Lernen fand bei drei zentralen Tagungen in Hildesheim und zwischendurch vor Ort statt. Ein wichtiger Gedanke war dabei die Vernetzung der Gemeinden und Teams untereinander. Eine gleichnamige Publikation in der Buchreihe „gemeinsam gottesdienst gestalten“ dokumentiert die Ergebnisse.

Mit etwas weniger Beteiligung (18 Teams), aber ebenfalls hoher Qualität wurde in der zweiten Jahreshälfte 2011 das Projekt Nähme ich Flügel der Morgenröte… – auf dem Weg zu „Jungen Gottesdiensten“ gestartet. Das Projekt suchte den Dialog und Austausch zwischen Kirche und Schule, Alltag und Feier, Erwachsenen und Jugendlichen, geläufiger Gottesdienstkultur und Jugendkultur. Wichtig war die Relevanz von Glaubensthemen für den Alltag, die Integration verschiedener Milieus und Altersgruppen, Anknüpfung an den großen Lebensthemen und –fragen sowie an unterschiedlichen biografischen Schnittpunkten. Folgende Gottesdienstformen und -orte waren im Blick:

  • Gottesdienste an Schulen
  • Jugendgottesdienste
  • Gottesdienste mit Konfirmanden und Konfirmandinnen – generationenübergreifende Gottesdienste
  • Gottesdienst mit musikalischem Schwerpunkt (z.B. Gospel, Hiphop o.ä.)

Das Projekt, das von einer neunköpfigen Steuerungsgruppe geleitet wurde, endete 2013 mit einem Netzwerktag Jugendgottesdienst, den es ab 2015 regelmäßig geben soll. Eine Publikation (Handbuch JugendGottesdienst) ist 2013 gemeinsam mit dem Landesjugendpfarramt erschienen. Neben dem Landesjugendpfarramt (LaJu) gab es eine Partnerschaft mit dem RPI Loccum (Konfirmandenarbeit, v. Stemm) während des Projektes. Ein weiterer „output“ in Kooperation mit dem LaJu ist die Broschüre „Gott schmecken! Ein Rezeptbuch für junge Gottesdienste“.
 

Zentrum für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst am Michaeliskloster

Im Michaeliskloster ist seit 2009 eines der drei Kompetenz-Zentren der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu Hause. Damit wird deutlich, dass die Wiederentdeckung des Gottesdienstes (vgl. Leuchtfeuer I des Reformpapiers „Kirche der Freiheit“) bzw. die Arbeit des Michaelisklosters auch neue Impulse für die evangelische Kirche in Deutschland freigesetzt hat.

„Der konzeptionelle Grundgedanke geht dahin, dass … durch die Ressourcenverstärkung das Michaeliskloster insgesamt zum Zentrum für Qualitätsentwicklung im Bereich Gottesdienst und Kirchenmusik werden kann.“ (EKD-Protokoll 2009) Eine enge Verzahnung der verschiedenen Arbeitsaspekte und selbstständige Aufgabenbeschreibung sind damit vorgezeichnet. Strukturell wird das „Zentrum Q“ wie eine der anderen Abteilungen im Hause (Posaunenwerk, Kindergottesdienst) behandelt.
Der inhaltliche Auftrag wurde zunächst mit drei Aspekten umrissen:

  • Sammeln & Sichten vorhandener Qualitätsverfahren (Beobachtung & Analyse)
  • Exemplarische Modellversuche (Innovationen & Initiativen)
  • Wissenschaftlichen Diskurs anregen & führen (Reflexion & Kommunikation)

Unterschieden wird inzwischen ein dreifacher Qualitätsbegriff (umgangssprachlich – QM - theologisch). Die drei Bedeutungen ergänzen sich. Es zeigt sich, dass die Arbeit am Gottesdienst von Fragestellungen und Prozessen aus anderen Qualitäts-Zusammenhängen lernen kann (vgl. Grundanforderungen - Leistungsanforderungen und Begeisterungsfaktoren oder: Strukturqualität - Durchführungsqualität - Ergebnisqualität). Die Prüfung solcher Kriterien kann nur in Verbindung mit der Praxis stattfinden.

Deshalb initiiert das Zentrum Q auch Modellprojekte in unterschiedlichen Landeskirchen und Regionen. Es kümmert sich um das Visitationswesen (Lippische Kirche) und unternimmt Initiativen zur Rückmeldekultur (diverse Feedback-Bögen, Gottesdienst-Tester). Eine Publikation zum Thema „Gottes Güte und menschliche Gütesiegel“ ist erschienen. Dabei werden auch Ergebnisse eines interdisziplinären Qualitätszirkels dargestellt, der vier Wirkfelder des Gottesdienstes erarbeitet hat.

Das Zentrum Q war federführend bei der Standardisierung und Vernetzung der EKD-weiten Fortbildung von Gottesdienst-Beratern/-Beraterinnen. Damit ist bereits ein wichtiges Etappenziel erreicht.

Das Zentrum analysierte im Auftrag der Kirchenkonferenz die öffentlichen Trauerrituale anlässlich von im Einsatz gestorbenen Soldaten und ist derzeit mit dem Prozess von deren Weiterentwicklung betraut. Es begleitete die Herausgabe des Soldatengesangbuchs.
Gegenwärtig werden die Ergebnisse einer Online-Befragung zum Gottesdienst ausgewertet und die ARD-Fernsehgottesdienste evaluiert. 2014 erhält die vom Zentrum Q geförderte Landeskirche Anhalts (Kirchenkreis Dessau) den Karl-Bernhard Ritter-Preis der Kurhessischen Landeskirche.

Gottesdienstberaterinnen und - berater

Die Ausbildung für Gottesdienstberater/innen wurde 2010 erstmals für 20 Pastor/innen der Landeskirche Hannovers durchgeführt. In acht Modulen u.a. zu den Themen Kirchenraum, Sakramente, Predigt, Musik, Kasualien, Theologie des Gottesdienstes, aber auch in Trainings vor Ort, konnten inhaltliche und beraterische Fähigkeiten erlernt und weiterentwickelt werden. Got-tesdienstberater/innen geben inhaltlich qualifiziertes Feedback zu Gottesdiensten, fördern Kommunikations- und Feedbackprozesse in Gemeinden, beraten bei der Entwicklung von Gottesdienstkonzepten, vermitteln Kenntnisse zu liturgischen Fragen und liturgischer Praxis und führen konkrete Schulungen durch (z.B. Lesetrainings für Gottesdienst; Predigtnachbesprechungen; Abendmahlsgestaltung). Das Zusammenspiel von Wort und Musik im Gottesdienst wird in besonderer Weise berücksichtigt. Außerdem soll der Gottesdienst im Gesamtkontext der Gemeinde wahrgenommen und von daher auch gefördert werden.

Michaelis 2010

2010 fand das 1.000 jährige Jubiläum der Michaeliskirche statt. Mit zahlreichen Gottesdiensten (u.a. mit Bundespräsident Köhler), Konzerten und Vorträgen/Seminaren trug das Michaeliskloster zum Gelingen dieses Vorhabens bei.

Qualitätsentwicklung in der Fortbildung

Seit 2010 gib es innerhalb der landeskirchlichen Fortbildungseinrichtungen einen Qualitätsprozess, der durch die Synode angeregt worden ist und 2010 erstmals in der Konferenz der Einrichtungen beraten wurde.
Das Michaeliskloster hat, unterstützt durch die Kompetenz dem Qualitätszentrum, innerhalb eines Jahres Eckdaten für Qualitätsstandards innerhalb der Fortbildungen aufgestellt. Zentrales Instrument ist ein einseitiger Feedbackbogen.

Themenjahr Kirchenmusik

Im Rahmen der Reformationsdekade wurde das Jahr 2012 als „Jahr der Kirchenmusik“ (Musik und Reformation) gefeiert.
In der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers lag die zentrale Vorbereitung und Planung des Jahres der Kirchenmusik in den Händen einer Planungsgruppe unter Leitung von PD Dr. Jochen Arnold.

a) Die Landeskirche hat sich an der EKD-Aktion „366+1 - Klingendes Band“ beteiligt: Jeden Tag des Jahres fand ein Kirchenkonzert oder ein besonderer musikalischer Gottesdienst statt – in der Landeskirche Hannovers 13.-26.05. in die Regionen Hannover, Göttingen, Lüneburg und Celle sowie vom 10.-30.06. in die Regionen Hildesheim, Ostfriesland, Osnabrück, Verden und Stade.

b) Am 29. Januar fanden in der TUI-Arena Laatzen zwei Aufführungen des Pop-Oratoriums „Die 10 Gebote“ von Dieter Falk und Michael Kunze unter der Leitung von Heribert Feckler, Jochen Arnold, Wolfgang Teichmann statt. Aufführende waren neben Band und Solisten 3.000 Gospelchorsängerinnen und -sänger aus der ganzen Landeskirche. Mit ihnen wurden in den folgenden Wochen vier weitere Aufführungen im kleineren Rahmen in der Fläche der Landeskirche aufgeführt.

c) Am 9. Juni wurde in Hildesheim das Gottesklang-Fest gefeiert – mit Festgottesdienst (Predigt: Landesbischof Ralf Meister), verschiedenen Konzerten, Workshops, Installationen in der Stadt, Festvortrag von Dr. Petra Bahr u. a. Den Abschluss bildete ein eigens für das Fest komponiertes Werk von Lothar Krist für Bigband und Chor nach Motiven von Händels Messias unter Leitung von Hans-Joachim Rolf. Das Fest wurde von ca. 3.000 Musikern und Musikerinnen sowie Gästen besucht. Dabei wurde das Buch „Psalmengottesdienste“ der Öffentlichkeit vorgestellt.

d) Das Projekt „Neuland – Kirchenmusik an ungewöhnlichen Orten“ wurde verantwortlich von Lan-desposaunenwartin Silke Lindenschmidt, Hildesheim geleitet. Der Grundgedanke des Projektes lautete: Kirchenmusik geht unter die Menschen: Begehbare Bläserskulpturen, Gospelchöre im Kaufhaus und in Fußgängerzonen, ein Harmonium im Park, auf dem Deich oder im Schwimmbad, eine bespielbare Kirchenglocke u.v.a waren vom 4. April-22. Juli an 78 Spielorten in 31 Städten 600 Stunden lang zu erleben und zu erfahren.

e) Liederwettbewerb
Für den Liederwettbewerb „Neues geistliches Lied – Ostern und Pfingsten“ wurden ca. 150 Texte und 220 Kompositionen eingereicht. Das Heft mit den ausgewählten Liedern ist im Frühjahr veröffentlicht worden. Eine Ausgabe mit Sätzen für Chor und Bläser ist 2013 erschienen.

f) Gottesklang – der Trailer
Aus etwa 30 Einsendungen mit Bild- und Tonmaterial von Menschen zwischen 7 und 86 Jahren wurde ein 3min. langes Video produziert, das über 5.300mal auf Youtube angesehen wurde.

g) Fachtagungen in Hildesheim
Das Jahr der Kirchenmusik wurde durch drei Fachtagungen am Michaeliskloster begleitet:
- Worship&World-Music – Musikalische und spirituelle Welten in der weltweiten Ökumene (März) mit internationaler Beteiligung u.a. aus Malaysia, Paraguay und Tansania.
- Der gute Ton in der Kirchenmusik (im Gottesdienst): mit Referenten aus Musikwissenschaft, Theologie und Psychologie (Juni)
- Gottesbilder in der Popularmusik, u.a. mit den Theologen Prof. Peter Bubmann und H. Martin Gutmann, dem Kirchenmusiker Dr. Jochen Kaiser und dem Neurologen und Musiker Prof. E. Altenmüller.
Eine Publikation aller Tagungen unter dem Motto „Gottesklänge“ erfolgt im Herbst 2013.)

h) Publikationen
Die von Jochen Arnold herausgegebene Buchreihe „gemeinsam gottesdienst gestalten“ (beim LVH Hannover) ist inzwischen im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt und geschätzt. Die Reihe umfasst u.a. Bände zum agendarischen Gottesdienst (Gebete, Abendmahl, Eröffnung, Segen), aber widmet sich auch neueren und besonderen Formen des Gottesdienstes.

Konvente und Großveranstaltungen

Im Frühjahr 2013 fand in Bremervörde erstmals eine Studien- und Praxistag Gottesdienst mit dem kompletten Team des Michaelisklosters statt. Nach einem Impulsvortrag von Jochen Arnold gab es in zwei Zeitschienen ca. 18 Workshops. Ein Gottesdienst beschloss den Tag liturgisch.

Zum Kerngeschäft des Michaelisklosters gehört inzwischen auch die Planung und Durchführung von mehrtägigen Pfarr(klausur)konventen, die in der Regel im Michaeliskloster durchgeführt werden. Das Themenspektrum reicht von klassischen Gottesdienstthemen (Gebet, Abendmahl, Segen) bis hin zu kreativen Workshops und Übungen zur liturgischen Präsenz (auch Kasualien). Die Kirchenmusik spielt dabei ebenfalls eine wichtige Rolle.