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Ausblick

Posaunenarbeit

zukunft

Die Bläserarbeit im Michaeliskloster (Posaunenwerk) zeichnet sich durch große Kontinuität und nachhaltige Qualität aus. Dazu gehört die tagtägliche Arbeit der Landesposaunenwarte und der Geschäftsstelle im unmittelbaren Kontakt mit der Basis.

Chorbesuche bei Posaunenchören, Schulungen von Chorleiter/innen und Publikation gehören zum Tagesgeschäft. Die Landesposaunenwarte treffen sich unter Leitung des Obmanns/ der Obfrau einmal im Monat zu einer Sitzung (MAK). Der Landesposaunenrat als beratendes Gremium der Landeskirche wurde in den letzten Jahren „verschlankt“ und begleitet die Arbeit konstruktiv.

Durch den vom Posaunenwerk erhobenen Chorbeitrag (50 Euro pro Posaunenchor), der von den meisten Chören bzw. Gemeinden als Angebot zur Unterstützung der Arbeit angenommen wird, kann inzwischen die halbe Stelle eines Landesposaunenwarts (Hannover) gesichert werden. Der langjährige Obmann Wolfgang Gerts ging im Juni 2013 in den Ruhestand und bekam mit Marianne Gorka eine Nachfolgerin als Landespastorin für Posaunenarbeit. Damit steht erstmals in der Geschichte des Posaunenwerks eine Frau an der Spitze der geistlichen Leitung.

Internationale Beziehungen

Ein wichtiger Aspekt der Arbeit des Michaelisklosters ist inzwischen auch die internationale Ökumene. Durch den Referenten Wolfgang Teichmann ist eine Partnerschaft zu einer Ausbildungseinrich-tung in Tansania entstanden, die Pastor/innen und Musiker/innen ausbildet. Sie liegt in Vuga, in den Usambarabergen von Tansania. Im September 2013 beginnt der offizielle Startschuss mit einem deutsch-afrikanischen Gottesdienst, der zeitgleich an beiden Orten gefeiert wird. Wolfgang Teichmann und Jochen Arnold wollen 2014 der Einrichtung einen „offiziellen Besuch“ abstatten.

Strategiepapier Kirchenmusik

Zu den wesentlichen Herausforderungen der landeskirchlichen Arbeit in Sachen Kirchenmusik gehört die Stellenplanung, aber auch die gesamte Ausrichtung der Kirchenmusik ist zu bedenken. Dazu gibt es neuerdings wieder einen runden Tisch verschiedener kleiner Werke und Verbände unter der Leitung von Jochen Arnold. Dabei wurde ein Strategiepapier vorgestellt, das Oberlandeskirchenrat Dr. Klaus Grünwaldt, Landeskirchenmusikdirektor Hans-Joachim Rolf und Dr. Jochen Arnold erarbeitet haben.

Schwerpunkt Nachwuchsgewinnung

Wie kann es gelingen, für haupt-, neben- und ehrenamtliche kirchenmusikalische Tätigkeiten Nachwuchs zu gewinnen und ihn auch entsprechend zu qualifizieren? Eine konkrete Maßnahme ist das Förderprogramm der Landeskirche für (kirchenmusikalische) Berufsanfänger. Sie können auch Multiplikatoren sein, um Kinder und Jugendliche für Kirchenmusik zu interessieren, Orgelunterricht zu geben usw. Insgesamt gilt im Schulterschluss mit dem Land (z.B. Musikland Niedersachsen, Kultus-ministerium u.a.), Aktionen für Schüler zu fördern, so dass sie mit Kirchenmusik bekannt werden und sich generell dafür einzusetzen, dass an den Schulen noch Zeit bleibt für Musik/Sport usw.

Kantoren/-innen sollten also an Schulen gehen, aber auch den Kontakt zu Musikschulen fördern. Ein weiterer Anreiz könnte die Auslobung und Werbung für Orgelstipendien sein.

Jedenfalls suchen Kantoren/-innen und Pfarrer/-innen gezielt nach begabten jungen Leuten und sprechen sie an. Ein Infotag zur Kirchenmusik am Michaeliskloster könnte den Anreiz steigern. Präsenz auf Messen ist angedacht.

Schwerpunkt: Erhalt der Stellen/Bindung der Personen durch Motivation

Kirchenmusiker/-innen arbeiten gerne in der Landeskirche Hannovers, sie kommen in der Regel gerne in unsere Landeskirche und bleiben gerne bei uns. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass wir gut für unsere Musizierenden sorgen. (Allerdings ist die Begleitung der Studierenden ein wichtiges offenes Desiderat). Doch wie hoch ist der Grad der Zufriedenheit wirklich? Warum ermutigen langjährige Kirchenmusiker junge Leute nicht noch mehr zum Studium?

Eine bleibende Herausforderung ist die Zusammenarbeit zwischen Kirchenmusikern/-innen und den Ordinierten bzw. der Gemeinde- und Kirchenkreisleitung. Diese gilt es – nicht zuletzt im Blick auf den Erhalt der Stellen im Bereich der mittleren Ebene – zu fördern.

Schwerpunkt: Vielfalt der Kirchenmusik

Wichtig ist es – mit dem landeskirchlichen Popkantor und der Gospelkirche sind bereits Akzente gesetzt - die Vielfalt der Kirchenmusik in der Landeskirche zu fördern. Das Michaeliskloster steht für die Fortbildung in verschiedenen Musikstilen (Jazz, Rock, Pop) und bringt nicht zuletzt bei Tagungen verschiedenste Musikerinnen und Musikgruppen zusammen.

Ein neues Thema ist die Kirchenmusikvermittlung im Anschluss an das innovative Projekt NEULAND, das im Jahr der Kirchenmusik vor allem durch die Landesposaunenwartin Silke Lindenschmidt angeschoben wurde. Nun geht es darum, die Impulse in der Fläche nicht verpuffen zu lassen, sondern wieder aufzunehmen. Dazu könnte ein gestuftes Konzept von Kirchenmusikvermittlung dienen, das innovative Musikvermittlungsangebote entwickelt, erprobt und erforscht. Dabei sollen nicht zuletzt neue Zielgruppen erschlossen und Protagonisten vor Ort durch Seminare etc. motiviert werden, selber entsprechende Projekte zu übernehmen oder Andere dahingehend zu beraten.

Im Idealfall würden am Michaeliskloster – zunächst befristet – zwei neue Referentenstellen entstehen. Diese Referenten könnten – finanziert aus dem Innovationsfond und dem Fonds für junge Kirchenmusiker – die Idee in die Fläche bringen. Kooperationen mit Universitäten und anderen Einrichtungen sind angedacht. Die Stilistik könnte von klassisch bis experimentell, von populär bis zeitgenössisch (Avantgarde) reichen.

Gottesdienstberatung

Die Arbeit mit den Gottesdienstberaterinnen und –beratern wird inzwischen gut angenommen (ca. 40 Anfragen pro Jahr), inzwischen gibt es mehr Anfragen als angenommen werden können.

2013 hat ein zweiter EKD-weiter Ausbildungskurs begonnen, hier nehmen Pastor/innen aus Oldenburg, Württemberg, Baden, Kurhessen, Hessen-Nassau und Hannover teil. Das Michaeliskloster hat diesen Kurs federführend für die EKD übernommen. Die anderen Landeskirchen bezahlen dafür auch einen Anteil der Fortbildung. Das Modell des ersten Kurses mit acht Modulen hat sich bewährt, die Gesamtleitung hat Christine Tergau-Harms mit Christian Binder.

Inklusion

Inklusion ist in der aktuellen pädagogischen, diakonischen und liturgischen Diskussion eines der wichtigsten Themen. Der Begriff meint, dass alle Menschen, Gesunde und Kranke, Frauen und Männer, Alte und Junge, ein Recht auf Gleichbehandlung und daher auch auf barrierefreies Verstehen und Feiern haben. Er hat das Programm der „Integration“, z.B. von Behinderten in eine Gruppe von „Nichtbehinderten“, abgelöst, das immer noch ein bestimmtes Gefälle von Normalität beinhaltete.
Im Gottesdienst alle Menschen anzusprechen, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit für evangelische Christen sein. Denn das Evangelium von Jesus Christus gilt allen Menschen (vgl. Gal 3,28f) Doch wie sieht ein Gottesdienst aus, der mit diesem Prinzip ernstmacht? Welche Lieder kann man singen? Wie ist unter diesen Vorzeichen zu predigen oder Abendmahl zu gestalten? Welche Formen von Gebet sind passend? All diese Fragen sollen nicht nur bei einer Tagung 2014 (u.a. mit Prof. Dr. Ralph Kunz) thematisiert werden, sondern auch die ganze Arbeit des Michaelisklosters in den nächsten Jahren mitbestimmen. Dazu gehört auch das Thema „Leichte Sprache“.

Weiterhin beschäftigt das Team die Frage nach der Relevanz des Gottesdienstes. Wie kann es gelingen, dass in Gottesdiensten wirklich die Themen der Menschen bedacht werden? Auch dazu gibt es 2014 eine Fachtagung (u.a. mit Prof. Wolfgang Huber), bei der auch die missionarische Ausstrahlung des Gottesdienstes bedacht werden wird.

Zehn Jahre Michaeliskloster

2014 wird das Michaeliskloster zehn Jahre alt. Im Vergleich zu anderen Einrichtung ist dies eine ver-gleichsweise kurze Zeit. Dennoch Grund mit einem größeren Symposion und einem großen Fest Anfang Juli 2014 dieses Ereignis zu feiern.
Das Symposion zum zehnjährigen Bestehen des Michaelisklosters macht den Gottesdienst auf der diskursiven und performativen Ebene (in Theorie und Praxis) zum Thema.

Hochkarätige Referentinnen und Referenten aus Universität und Kirche, z.B. Prof. Michael Meyer-Blanck, Alexander Deeg u.a. werden die einzelnen Elemente und Sequenzen des Gottesdienstes in ihrer aktuellen Bedeutung aufzeigen: Eröffnung, Verkündigung, Musik, Abendmahl und Segen. Dazwischen soll in zahlreichen Workshops das Gehörte praktisch vertieft und angewendet werden. Ein besonderer Höhepunkt sind liturgisch-kirchenmusikalische Ereignisse, in denen die Sequenzen des Gottesdienstes inszeniert, erlebt und gefeiert werden. Dazu gehören u.a.: Ein Konzert am ersten Abend, ein Preacher-Slam und ein Feierabendmahl.

Publikationen

In der Reihe der Publikationen der Reihe gemeinsam gottesdienst gestalten wird es in den nächsten Jahren u.a. um folgende Themen gehen: Kirchenraum und Gottesdienst, Filmgottesdienste, Luthergottesdienste, religiöse Feiern an Schulen, Bestattung/Bestattungskultur, Gottesdienste zu öffentlichen Anlässen u.a.