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Rückblick

Feste Größe im Tourismus

vergangen

Kirche im Tourismus ist in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe im Tourismus geworden. Personen, Logo und Akzente stehen für Qualität und Qualifikation. Weiterhin ist die missionarische Dimension von Kirche im Tourismus in Bezug auf Zielorientierung und in seiner Erkennbarkeit der Handlungsoptionen weiter entwickelt worden.

Gegenüber dem Tourismus tritt das Arbeitsfeld als Partner auf und gestaltet kirchliche Projekte „marktfähig“. So hat sich das Arbeitsfeld in den Jahren deutlicher als Öffner auf dem Markt der Sinnanbieter im touristischen Kontext für „kirchliche Produkte“ etablieren können. Für den Tourismus sind spirituelle Angebote wie Pilgern, Radwegekirchen, Kirchenführungen, Seelsorge, Offene Kirchen problemlos anbietbare „Produkte“ geworden.

Kirche unterwegs

Kirche Unterwegs ist seitens des Tourismus sehr stark nachgefragt. Längst nicht alle Wünsche der Campingplätze (drei - fünf Sterne) sind zu erfüllen. Das liegt v. a. an einem Rückgang der Zahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter/-innen.

Auf der anderen Seite sind die Ehrenamtlichen und deren Angebote deutlich missionarischer und „kirchlicher“ geworden. Das heißt, die Leidenschaft und die Authentizität, Kirche zu sein, sind bei den Ehrenamtlichen gewachsen.

Das Stellenvolumen für diese Fachverantwortung ist von ursprünglich einer vollen Referentenstelle nun auf knapp eine viertel Stelle geschrumpft. Diese Reduzierung kann natürlich nicht ohne spürbaren Einfluss auf die Qualität und nicht zuletzt auf die Quantität dieser Arbeit bleiben.
Viele, der Kirche eher fern stehende Menschen, nähern sich durch Teilhabe und Teilnahme an Angeboten im Urlaubskontext der Kirche an. Sie können auf Distanz bleiben und selbstbestimmt dem Kirchenzelt näher kommen.
Die Gottesdienste im Kirchenzelt sind konstant beliebt und gut besucht, wie auch die Angebote für Kinder. In den vergangenen Jahren ist ein sehr deutlicher Anstieg der Nachfrage nach Segenshandlungen und Reisesegen zu verzeichnen. Zeitweilig finden eigene kleine Segensrituale für abreisende Familien statt.

Kur- und Urlauberseelsorge

An der Nordseeküste und auf den Inseln ist der Dienst weiterhin stabil. In den Regionen Harz, Weserbergland und Osnabrücker Land ist ein deutlicher Rückgang, sowohl in der Bewerberlage als Kurseelsorger als auch seitens der örtlichen Akteure, zu benennen. Konsequent diesem Fokus folgend sind in den vergangenen Jahren einige Stellen nicht mehr ausgeschrieben worden. Die Besetzungskorridore der 17 Stellen sind konstant die Monate Juni – September, bzw. ganzjährig für die Inseln Ostfrieslands.

Durch Schließung des Lutherstiftes Falkenburg musste die jahrelange Kooperation gelöst werden und ein neuer Ort für die Kur- und Urlauberseelsorgetagung gefunden werden.
Die Beratung der Gemeinden bei der Besetzung der Stellen und bei der Finanzierung der Wohnmöglichkeiten konnte konstant gewährleistet werden. Die Finanzmittel sind knapper geworden.

Offene Kirchen

In den vergangenen sechs Jahren wurden viele neue Kirchen verlässlich geöffnet. Kriterien für das Signet sind z. B.

  • Die Kirche ist regelmäßig mindestens fünf Tage in der Woche täglich vier Stunden zu Besuch und zur Besichtigung geöffnet.
  • Die reguläre Öffnungszeit teilt sich in zwei Vormittags- und zwei Nachmittagsstunden, in der Regel 10.00-12.00 Uhr und 14.00-16.00 Uhr (nach örtlichen Gegebenheiten kann diese Öffnungszeit auch anders gestaltet werden, muss aber dann auch verbindlich angezeigt werden).
  • Der Öffnungszeitraum ist vom 1. April bis 30. September eines Kalenderjahres einzuhalten, wird aber auf jeden Fall für mindestens ein halbes Jahr gewährleistet.

Die Aufgabe des Arbeitsfeldes entwickelt sich latent weiter. Mittlerweile ist Konsolidierung und Verstetigung des Angebots gefragt. Ein besonderes Augenmerk ist auf die Qualität (aufgeräumte und gastfreundliche Kirche, Kommunikation, Schilder, Kerzen, Gebete, Schriften, …) zu legen und gewünscht. EKD weit ist in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD) ein Standard und eine Vernetzung entwickelt worden. Publikationen und wissenschaftliche Untersuchungen zum Kirchenraum wurden entwickelt. Immer häufiger nutzen Gemeinden den Fokus der gastfreundlichen Öffnung der Kirche zu Schritten und Potenzialen der Gemeindeentwicklung und -profilierung.

Radwegekirchen

Neu und extrem „gut durchgestartet“ ist das Projekt „Radwegekirchen“. Sozusagen als „Kind“ der Offenen Kirchen, konnte die Radwegekirche sofort und intensiv beim Tourismus punkten. Oft ist der Tourismus schneller als die Ortsgemeinde und regt die Radwegekirche an. Das Projekt wurde 2010 in der Kirchenkonferenz der EKD beschlossen und so bundesweit eingeführt.

Kirchenführerausbildung

Die Langzeitausbildung ist weiterhin stark nachgefragt. In den vergangenen Jahren wurden drei Kurse (2007-2008; 2009-2010; 2011-2012) angeboten. Mittlerweile sind über 100 Ehrenamtliche ausgebildet und zertifiziert. Seit einiger Zeit werden nicht mehr die Teilnehmenden, sondern der Kurs vom Bundesverband zertifiziert. Die Themen der Kursmodule haben sich bewährt. Praktische Übungen wurden verstärkt. Die Fortbildung der Ausgebildeten wurde als jährliche Tagung aufgenommen und seit fünf Jahren sehr erfolgreich mit je über 35 Teilnehmenden durchgeführt.

Pilgerweg Loccum-Volkenroda

Nach Start zum Kirchentagsjahr 2005 mit dem Pilgerweg Loccum-Volkenroda wurde im Januar 2008 die Trägerschaft an das Haus kirchlicher Dienste (HkD) gegeben. Weitgehend ohne Personal- und Sachkosten entwickelte die Projektgruppe eine Matrix zur Nachhaltigkeit des Pilgeranliegens, insbesondere für den Pilgerweg: Ehrenamtliche bilden das Gerüst in Gemeinden und Regionen, wie auf dem Weg. Über 100 Ehrenamtliche konnten gewonnen werden.

Eine 0,75 Stelle für Sachbearbeitung und Projektmanagement konnte mittlerweile durch das HkD geschaffen und etabliert. Damit kann der Fortbestand der Arbeit gesichert werden. Theologische Projektstellen entwickelten das Profil weiter und bildeten Pilgerbegleiter aus. Diese Stelle fällt nun weg.
Seit mehr drei Jahren ist das Arbeitsfeld als Berater und Vernetzer der Pilgerwege in Niedersachsen und nicht selten auch EKD – weit tätig.

Der Pilgerweg Loccum-Volkenroda ist - nach Auskunft des Deutschen Wandverbandes - eine „Premiummarke“ im Bereich der Wander- und Pilgerwege. So wird der Pilgerweg auch über Deutschland und das engere kirchliche Umfeld hinaus durch die Deutsche Zentrale für Tourismus beworben.

Urlauberarbeit allgemein/ Kirche im Tourismus

Neu entwickelt wurde vor vier Jahren das stark wachsende Netzwerk „Kirche in der Stadt“. Diese Entwicklung korrespondiert mit dem Wachstumsmarkt des Städtetourismus. Die Gemeinden in der City, die zugleich auch Gemeindekirche sind, nutzen diese Gesprächs- und Austauschebene als Akteure in großen Kleinstädten und kleinen Großstädten sehr gern.

Ehemalige Arbeitskreise sind zu Netzwerken in den touristischen Regionen entwickelt worden. Dieser Prozess war überfällig und notwendig. Seit den 1990er Jahren war dieser Schritt nötig, wurde jedoch aufgrund von Rücksichtnahme auf Beharrungskräfte nicht vollzogen. Die Regionen sind namentlich beibehalten worden: Ostfriesland, Elbe-Weser, Heide und Osnabrücker Land/ Emsland - Bentheim.
Die Referentenstellen wurden reduziert. Mittlerweile sind die Zuständigkeiten sortiert nach Regionen Nord (Ostfriesland, Elbe-Weser), Süd, (Harz, Weserbergland, Hannover), Ost (Aller-Leine-Tal, Lüneburger Heide, Elbtalaue) und West (Osnabrücker Land/ Emsland – Bentheim und Mittelweser).

Seit Jahren findet das Tourismushighlight „Nordseelauf“ statt. Unter dem Dekademotto „Mach nicht halt – lauf‘ gegen Gewalt“ werden für etwa zehn Tage im Juni fast täglich für viele hundert Läuferinnen und Läufer (darunter etappenweise auch die Landessuperintendenten aus Stade und Ostfriesland!) Andachten und Impulse angeboten. Kirchengemeinden werden eingebunden und agieren als gastfreundliche Gemeinden.