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Rückblick

"Kirche im Blick"

vergangen

Die Arbeit der Wiedereintrittsstellen erhielt mit der Neuregelung des EKD-Mitgliedschaftsrechtes den entscheidenden Anstoß und wurde Mitte des letzten Jahrzehnts forciert.

Seit Mai 2000 gibt es die „Kirche im Blick – Wiedereintrittsstelle“ in der Buchhandlung in Hannover. Sie steht exemplarisch für das Konzept von Wiedereintrittsstellen. Sie befindet sich nicht in einem abgeschlossenen Raum, sondern ist zur privat geführten Buchhandlung hin geöffnet. Ein Stehtisch mit anschließendem Tresen eröffnet erste Kontakte, für weitere Gespräche gibt es einen Tisch mit zwei Stühlen. „Kirche im Blick“ ist ein bewusst niedrigschwelliges Angebot und passt sich der Passantenatmosphäre am Einkaufsort an. Die Öffnungszeiten sind verlässlich. Zu den Sprechzeiten ist immer ein Pastor/eine Pastorin anwesend. Weitere Kontaktmöglichkeiten sind Telefon und Internet.

Kirchenladen und Wiedereintrittsstelle

„Kirche im Blick“ ist eine Mischung aus Kirchenladen und Wiedereintrittsstelle. Hier werden Eintrittskarten für kirchliche Konzerte verkauft; es gibt Informationsmaterial über kirchliche Angebote. In einem Schaufenster präsentieren sich Kirchengemeinden und Einrichtungen aus der Region.

Aus der Kircheneintrittsarbeit hat sich ein Taufkurs für Erwachsene entwickelt. Zwei- bis dreimal jährlich bereiten sich 12-20 Erwachsene in mehreren Einheiten auf die Taufe vor. Das wichtigste Kontaktportal für die Taufinteressierten sind die Gespräche in der Wiedereintrittsstelle selbst, aber auch die Stände der Wiedereintrittstelle auf lokalen Hochzeitsschauen, Babymessen oder Seniorenmessen. Hier stehen beruflich Tätige und Ehrenamtliche als Gesprächspartner zur Verfügung. Da viele Motive, (wieder) in die Kirche einzutreten, sich an den Kasualien festmachen, hat sich die Präsenz auf diesen Messen als sehr sinnvoll herausgestellt.

Konzept

Das Konzept der Wiedereintrittsstelle „Kirche im Blick“ verbindet persönlich-biografische Ereignisse (Kircheneintritt, Kasualien) mit der kirchlichen Tradition und leistet dies am öffentlichen Ort einer Buchhandlung. Die Kirche präsentiert sich als einladend, öffentlich und als Gesprächspartnerin „auf Augenhöhe“. Vor allem aber bildet sich mit der Wiedereintrittstelle „Kirche am gegebenen Ort“: Kirche zum Kontakt aufnehmen, Andocken, Ausprobieren, ohne sich sofort in die Strukturen etablierter Kirchlichkeit begeben zu müssen.

Wiedereintritt im Kaufhaus

Schaffung und Verbreiterung von neuen Kontaktflächen ist das Motiv für die projekt- und anlassbezogenen Wiedereintrittsstellen. Die bekannteste Aktion fand im Dezember 2012 zum achten Mal in der Einkaufsstadt Dodenhof in Posthausen bei Verden an den beiden Geschäftstagen jeweils vor den Adventssonntagen statt. Seit dem Start der Initiative 2005 sind fast 150 Menschen beim Einkaufsbummel wieder in die Kirche eingetreten. Nicht erfasst wurden die unzähligen Gespräche, die mit den Passanten stattfanden.

In Osnabrück haben sich evangelische und katholische Kirche erstmals 2011 unter dem Motto „Kirche im Geschäft“ im größten Textilkaufhaus der Stadt präsentiert. Hier stand der offene Dialog im Vordergrund, der mit entsprechenden Informationen zum Kircheneintritt verbunden wurde.
Intensiv wurden in den vergangenen Jahren das Thema Eintritt bzw. Wiedereintritt in die kirchliche Urlauberarbeit eingetragen und führte zu zwei Wiedereintrittsstellen an der Nordseeküste.