kopf

Ausblick

Konzept, Profil und Struktur

zukunft

Das vordringliche Anliegen für das Arbeitsfeld Kirche und Sport besteht für die Zukunft darin, die Arbeit konzeptionell zu profilieren und strukturell auf eine tragfähige Grundlage zu stellen.

Auch wenn die Sportarbeit seit Jahren einen Platz im Spektrum der kirchlichen Angebote hat, fehlt es doch bislang an einer konsensfähigen theologischen Begründung und einer klaren Perspektive.

Die Kirche tut gut daran, ihr Engagement im Bereich Sport effektiv und strukturiert zu gestalten, weil der Sport sich in den letzten Jahrzehnten zu einem Bereich des gesellschaftlichen Lebens entwickelt hat, dem eine erhebliche und weiter steigende Bedeutung zukommt.

Bedeutung des Sports

Sport ist ein wesentlicher Teil der Alltagskultur geworden. Er ist hoch präsent in Dörfern und Städten, betrifft Einzelne ebenso wie ganze Gesellschaften, bestimmt Tagesabläufe und Lebensrhythmen. Sport ist in der modernen Erlebniskultur einer der emotional am stärksten besetzten Lebensbereiche. Er verspricht Aktiven wie Zuschauern Lebensvollzüge von hoher Intensität. Sport besitzt deshalb eine gesellschaftlich wie individuell bedeutsame Prägekraft.

Wo Menschen Sport treiben oder auch nur passiv Sport miterleben, passiert für sie etwas Wichtiges. Das darf in der Kirche nicht mit Hinweis auf eine höhere Wertschätzung des „Geistlichen“ gegenüber dem „Leiblichen“ abgetan werden, sondern auch darin heißt es, an der Seite der Menschen zu sein. Sport und Religion schließen sich nicht aus und müssen auch nicht belanglos nebeneinander stehen. Es stellt sich vielmehr die Frage, wie beides aufeinander bezogen werden kann. Dazu ist es nötig, von Seiten der Kirche den Sport als Phänomen ebenso ernst zu nehmen wie die Menschen, die ihn betreiben.

Konzeption

Ausgehend von diesen Überlegungen stellt sich die Aufgabe, für den Bereich des Sports aus kirchlicher Perspektive eine theologische Grundlegung und zielführende Perspektive zu erarbeiten. Der Entwurf einer solchen Konzeption für die kirchliche Sportarbeit liegt mittlerweile vor und wird in den maßgeblichen Gremien beraten. Sie dient dazu, eine fundierte Position gegenüber dem Sport einzunehmen und diese als Landeskirche öffentlich zu vertreten.

Neben dem kirchlichen Auftrag, auch im Sport nah bei den Menschen zu sein, kann als Kernaussage benannt werden, dass im Sport eine ganzheitliche Perspektive des Menschseins zum Tragen kommt, die Leib und Seele umfasst. Sport kann Ausdruck einer verantwortlichen und nachhaltigen Lebensweise sein. Als Raum zur Entspannung und Rekreation entlastet Sport vom Leistungsdruck und trägt zur leiblichen und seelischen Gesundheit bei. Er ermöglicht spielerische Selbsterfahrung und unterstützt die Entfaltung der ganzen Persönlichkeit.

Handlungsfelder

Die Kirche kann aufgrund dieser Übereinstimmungen mit dem Sport gemeinsame Handlungsfelder identifizieren, in denen partnerschaftliches Engagement möglich ist. Im Eintreten für Toleranz, Integration und Inklusion besitzt der Sport ein erhebliches Potential. In Bezug auf Verantwortung und eine gesunde Lebensweise ist der Sport ein idealer Partner. Als Bildungsträger stellt der Sport ein weites Lernfeld dar, das auch mit christlichen Werten in Verbindung gebracht werden kann.

So verschieden Sport und Kirche auch sind, lassen sich doch in übereinstimmenden Anliegen Bündnisse entwickeln, die sich bis in die konkreten Bezüge von Kirchengemeinden und Sportvereinen in Form von örtlichen Partnerschaften auswirken können. Im jeweiligen Gemeinwesen kann eine solche Partnerschaft sich förderlich auswirken.

Vernetzungsarbeit

Ein zentrales Ziel der kirchlichen Sportarbeit besteht darin, in den nächsten Jahren Vernetzungsarbeit zu leisten und eine verlässliche und kontinuierliche Gesprächsebene zu etablieren, auf der die Kontakte zwischen den Kirchen, den Sportverbänden und der Sportwissenschaft gepflegt und vertieft werden können. Aus dieser Vernetzung können gemeinsame praktische Aktionen entstehen, Abstimmungen über aktuelle Fragen im Bereich des Sports vorgenommen und gemeinsame Positionen vertreten werden.

Kurze Wege und eingespielte Gesprächsroutinen erleichtern die Planung und Umsetzung von praktischen Maßnahmen. Mit den Sportverbänden wären gewichtige Kooperationspartner gewonnen, die in vieler Hinsicht für die kirchliche Arbeit hilfreich sein könnten.

Fußball-KonfiCup

Für die Zukunft ist angedacht, den Fußball-KonfiCup als landeskirchliche Turnierserien dauerhaft und jährlich wiederkehrend zu etablieren. Konfirmandenmannschaften nehmen in diesem Angebot zunächst an einem Regionalturnier teil. Die drei erfolgreichsten Mannschaften aus jedem Turnier qualifizieren sich für die landeskirchliche Endrunde. Die Mannschaft, die den landeskirchlichen Titel gewonnen hat, erhält als Preis die Reise zum EKD-KonfiCup in Köln. Dieser wird bundesweit im Rahmenprogramm des DFB-Pokal-Endspiels der Frauen in Köln ausgetragen. Aus jeder Landeskirche nimmt die erfolgreichste Mannschaft daran teil.

Für die Konfirmandenarbeit wäre damit ein interessantes Angebot bereit gestellt, das von den teilnehmenden Gemeinden über die Kirchenkreis- und Sprengelebene bis zum Landeskirchenfinale und dem EKD-Turnier reicht – ein Erfolg versprechendes Modell, das den Konfirmandenunterricht um eine farbige Facette bereichert.