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Systemische Seelsorge

Menschen im Gefüge ihrer Bezugssysteme

grundtext

Systemisches Denken sieht Menschen im Gefüge ihrer jeweiligen Bezugssysteme, etwa in ihrer Familie, im Arbeitsteam oder in ihrer Gottesbeziehung, und stimmt seine Interventionen darauf ab. Konflikte oder Symptome werden daher weniger als individuelles Problem denn als Ausdruck einer Störung des Gesamtsystems begriffen. Das Ganze wird im Zusammenspiel der Teile in den Blick genommen. Der theoretische Bezugsrahmen dazu findet sich in der Systemtheorie, der Kybernetik und dem Konstruktivismus. Systemisches Denken und Handeln kann für ein breites Spektrum von pfarramtlichen Gesprächssituationen fruchtbar gemacht werden: Kasualien, Tür-und-Angel-Gespräche, Geburtstagsbesuche oder klassische Seelsorgegespräche.  

Strukturveränderung und Arbeitsverdichtung

Auch für Themen im Bereich der Gemeindeleitung und Arbeitsorganisation, beispielsweise im Umgang mit Strukturveränderungen und Arbeitsverdichtung, Leitungshandeln oder Rollenklärung ist systemisches Denken und Handeln gewinnbringend. Darüber hinaus bietet es wirksame Methoden zum Eigencoaching. Systemische Seelsorge begegnet Menschen mit ihren Lebens- und Handlungsstrategien in einer wertschätzenden und nicht bewertenden Haltung.

Der Fokus liegt auf dem Erkennen von denk- und handlungsleitenden Mustern, dem Erschließen von Ressourcen und dem Finden von tragfähigen Lösungen. Komplexe Zusammenhänge können beschrieben und zugleich wirksame Interventionen entwickelt werden.

Damit ist systemisches Arbeiten grundsätzlich zukunftsgewandt und handlungsorientiert. Es verfügt über ein breites Methodenrepertoire, das neben sprachlichen auch kreative Mittel einsetzt.

Pastorin Petra Eickhoff-Brummer
Projektstelle Systemische Seelsorge

Zahlen und Fakten

infos

Für den Arbeitsbereich der Systemischen Seelsorge ist in der Hannoverschen Landeskirche eine Projektstelle mit einem 25-Prozent-Pfarrstellenanteil eingerichtet worden.