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Personzentrierte Seelsorge (PzS)

grundtext

Zentrales Anliegen der Personzentrierten Seelsorge (PzS) ist es, Menschen in der Vielfalt ihrer Alltagsbeziehungen wahrzunehmen – eingebunden in Nachbarschaft, Familie und Freunde, in Vereinsleben, bürgerschaftliches Engagement und berufliches Umfeld. Insbesondere die Gemeindeseelsorge braucht diesen Blick auf den ganzheitlichen Menschen um ihm dabei zu helfen, sich in den verschiedenen Bezügen mit den jeweils eigenen Empfindungen und Werten lebendig wahrzunehmen. Dies hat, vor allem in krisenhaften Situationen und an bedeutsamen Wendepunkten im Leben, eine stabilisierende Wirkung.

Das anthropologische Verständnis des personzentrierten Ansatzes ist an den Ressourcen, nicht an den Defiziten der Menschen orientiert. Dieser Ansatz geht davon aus, dass es Menschen möglich ist, einen Prozess der Selbsterkenntnis und Entwicklung von bisher nicht wahrgenommenen Seiten ihrer selbst zu durchlaufen – wenn es den Seelsorgenden gelingt, ihnen ein echtes, empathisches und akzeptierendes Gegenüber zu sein.

Die Pastoralpsychologische Aus- und Fortbildung nach dem personzentrierten Ansatz richtet sich an Menschen, die haupt- oder ehrenamtlich in Seelsorge und Diakonie tätig sind. Ihr Ziel ist es, die seelsorgliche Kompetenz zu stärken, indem eine sensible Gesprächsführung methodisch-wissenschaftlich erschlossen und durch Praxishilfen gesichert eingeübt wird. Auf der Basis einer gesprächstherapeutisch wirksamen Grundhaltung werden weitere psychologische Themen und Kommunikationstheorien erschlossen; darüber hinaus werden die Sensibilisierung der Selbstwahrnehmung und das Einfühlungsvermögen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefördert.

Das Angebot der PzS umfasst „Schnupperkurse“ mit verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten (Gemeindeseelsorge, Einzelseelsorge, Trauerbegleitung und anderes), Workshops, Vorträge und Supervision; außerdem eine pastoralpsychologische Fortbildung für personzentrierte Gesprächsführung in Seelsorge und Beratung. Bestandteil dieser Fortbildung sind die Bausteine Theorie, praktische und methodische Übungen, Beratung und Supervision, kollegiale Gruppenarbeit, Eigenstudium und Beratungspraxis. Die Fortbildung vermittelt Kompetenzen für eine seelsorgliche Schwerpunktsetzung in der Gemeinde und erfüllt zugleich die Voraussetzungen für die Übernahme spezieller seelsorglicher Tätigkeiten in verschiedenen Arbeitsbereichen.

Zahlen und Fakten

infos

Die pastoralpsychologische Fortbildung für personzentrierter Gesprächsführung in Seelsorge und Beratung besteht aus zwei Modulen. Jedes Modul enthält 25 Stunden Theorie, 60 Stunden praktische und methodische Übungen, 35 Stunden Beratung und Supervision.

Zur Ausbildung gehören auch 65 Stunden ohne Ausbilderin oder Ausbilder: 20 Stunden kollegiale Gruppenarbeit, 20 Stunden Eigenstudium, 25 Stunden Beratungspraxis.