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Pastoralklinikum

grundtext

Das Pastoralklinikum verantwortet die Angebote der Klinischen Seelsorgeausbildung (KSA) der Landeskirche Hannovers. Die Klinische Seelsorgeausbildung ist ein erfahrungsbezogenes Lernmodell der Pastoralpsychologie; dieser Begriff beschreibt die Arbeitsweise innerhalb der Ausbildung: Im Kurs wird die seelsorgliche Praxis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer reflektiert. Traditionellerweise machen die Teilnehmenden Patientenbesuche auf den Stationen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH); die dort geführten Gespräche werden anonym dokumentiert, um sie in der Gruppe zu reflektieren. Seit drei Jahren werden auch Kurse mit dem Praxisfeld Gemeinde angeboten: Die Teilnehmenden bringen Gesprächsaufzeichnungen aus der Gemeindearbeit mit. Die Person der Seelsorgerin oder des Seelsorgers steht bei der Reflexion der Gespräche im Mittelpunkt.

Folgende Ziele leiten die Klinische Seelsorgeausbildung: die Weiterentwicklung der Selbst- und Fremdwahrnehmung, das Erkennen von Glaubens- und Lebensdeutungen, die Reflexion des eigenen Glaubens und das angemessene Gespräch darüber, die Reflexion der Wechselwirkungen zwischen Biographie, persönlicher Spiritualität und Seelsorgepraxis, die Reflexion der systemischen Zusammenhänge und ethischer Fragen, das Erkennen der Kompetenzen und Grenzen der eigenen Person für die seelsorgliche Arbeit, die Förderung und Erweiterung dieser Kompetenzen, die Fähigkeit, Menschen in ihrer Selbstauslegung zu fördern. Das Kursangebot richtet sich an Pastorinnen und Pastoren, Diakoninnen und Diakone sowie an andere kirchliche Mitarbeitende, die ihre seelsorgliche und pastorale Arbeit reflektieren wollen. Daneben werden Kurse zur Einführung in das seelsorgliche Gespräch für ehrenamtlich Tätige angeboten.

1970 wurde das Pastoralklinikum an der MHH gegründet mit dem Ziel, der Klinischen Seelsorgeausbildung ein institutionelles Fundament in der hannoverschen Landeskirche zu geben. Für die Arbeit als Seelsorgerin oder Seelsorger im Krankenhaus war die KSA lange Zeit eine notwendige Voraussetzung; heute werden auch Ausbildungen anderer pastoralpsychologischer Schulen anerkannt.

Zahlen und Fakten

infos

Die Kursangebote für Seelsorgerinnen und Seelsorger im Krankenhaus haben in der Regel das Format von Sechs-Wochen-Kursen, entweder in einem Block oder aufgeteilt in zweimal drei Wochen oder dreimal zwei Wochen.

Etwa 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer pro Jahr absolvieren die Sechs-Wochen-Kurse. Neben den Langzeitkursen werden thematisch orientierte Wochenkurse angeboten, die jährlich von etwa 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht werden.

Neben dem Leiter, dem landeskirchlichen Beauftragten für den Ehrenamtlichen Seelsorgedienst im Krankenhaus und der Beauftragten für die Hospiz- und Palliativseelsorge stehen dem Pastoralklinikum neun Supervisorinnen und Supervisoren als Kursleiter zur Verfügung.