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Seelsorge in Kirchengemeinden

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Überall dort, wo Menschen sich als Gemeinde versammeln, sollen sie auch Seelsorge erfahren können: in der klassischen Ortsgemeinde, in den Gemeinden, die sich in Krankenhäusern, Schulen, Flughäfen oder Einrichtungen der Diakonie zusammenfinden und in Gemeinden auf Zeit, die in Urlaubsorten oder in der Hospizarbeit entstehen. Gemeindeseelsorge ist die Basis für eine Seelsorge, die sich aus gegebenem Anlass und am gegebenen Ort spezialisiert.

Gemeindeseelsorge gehört zu den beruflichen Aufgaben von Pastorinnen und Pastoren, seelsorglich tätig werden können nach evangelischem Verständnis alle Christinnen und Christen: Gemeinsam nehmen Haupt- und Ehrenamtliche diese Aufgabe in der Gemeinde wahr. Erkennbar seelsorglichen Charakter hat in diesem Rahmen die Kasualseelsorge, die Seelsorge an Lebensübergängen. Ihre klassischen Formen sind nach wie vor Taufe, Konfirmation, Trauung und Beerdigung; zunehmend werden aber auch andere Lebensübergänge in den Blick genommen. Zu den Aufgaben der Gemeindeseelsorge gehört darüber hinaus das seelsorgliche Einzelgespräch, die nachgehende Seelsorge, die Menschen in ganz konkreten Lebenslagen wahrnimmt. In vielen Kirchengemeinden wird diese Form der Seelsorge nicht nur von Pastorinnen und Pastoren sondern auch von ehrenamtlichen Besuchsdiensten angeboten.

Gemeindeseelsorgerinnen und -seelsorger sind ansprechbar für die Begleitung in Notfällen und Krisen - auch heute noch sind es die Gemeinden und Pfarrämter, von denen Menschen in Krisensituationen am ehesten Hilfe erwarteten. Die Notfallseelsorge, die von Haupt- und Ehrenamtlichen eines Kirchenkreises gemeinsam getragen wird, gewährleistet, dass in Notfällen immer ein Seelsorger oder eine Seelsorgerin erreichbar ist.

Seelsorge in der Gemeinde geschieht schließlich aber auch wie nebenbei und ohne dass sie gleich als solche erkennbar ist: in Gesprächen zwischen Tür und Angel im Anschluss an einen Gottesdienst, am Rande eines Sommerfestes oder einfach beim Einkaufen. Diese sogenannte Alltagsseelsorge ist die häufigste Form der Gemeindeseelsorge – ein niedrigschwelliges Angebot und doch eine hohe Kunst, die von Bekanntheit und Vertrauen lebt und Anknüpfungspunkt für eine vertiefte seelsorgliche Begegnung sein kann.