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Ausblick

Verlässlicher Ansprechpartner

zukunft

Worin bestehen für die Bibelgesellschaften die Herausforderungen in den kommenden Jahren?

Eine erste Herausforderung wird darin bestehen, weiterhin innerhalb der Landeskirche als verlässlicher und kompetenter Ansprechpartner in Sachen Bibelarbeit zur Verfügung zu stehen. Diese Präsenz in der Fläche, die den auf einen Sprengel bezogenen Bibelgesellschaften ohnehin schon gelingt (und zweifellos auch in Zukunft gelingen wird), stellt jedoch für die Hannoversche Bibelgesellschaft mit ihrer Zuständigkeit für die Sprengel Hannover, Lüneburg und den Alt-Sprengel Hildesheim ein nicht zu erreichendes Ziel dar.
Es stellt sich die Frage, ob es in Zukunft nicht zur Gründung einer »Lüneburger Bibelgesellschaft« kommen muss, damit auch dieser größte Sprengel der Landeskirche mit seinen mehr als 600.000 Gemeindegliedern von der Unterstützung und den Impulsen profitiert, die eine an die Deutsche Bibelgesellschaft angebundene »eigene« Bibelgesellschaft geben kann.

Ob die vier Kirchenkreise des Alt-Sprengels Hildesheim (Alfeld, Hameln, Hildesheim-Sarstedt, Peine) in die Göttinger Bibelgesellschaft wechseln sollten, so dass die Bibelgesellschaften am Ende eine mit den sechs Sprengeln der Landeskirche deckungsgleiche Struktur einnehmen, ist angesichts deren größerer Nähe zu Hannover eher skeptisch zu beurteilen.

Evangelisches Profil

Eine weitere auf die Bibelgesellschaften zukommende Herausforderung wird darin bestehen, die Bildungsarbeit mit der Bibel unter einem klaren »evangelischen« Profil zu intensivieren. Es geht darum, Menschen zu einer mündigen Kompetenz zu verhelfen, mit der das biblische Zeugnis gelesen und eigenständig erschlossen werden kann.

Dass Menschen ihren Glauben verstehen und in ihm gesprächsfähig sind, ist nicht nur ein zentraler Aspekt des Protestantismus. Es ist auch eine menschliche Grundhaltung, wie die Nachfrage nach Bibel- und Glaubenskursen belegt. Menschen wollen »Bescheid wissen« über das, was sie glauben oder glauben wollen. Umso mehr, da sie der Meinungs- und Wertepluralismus der Gesellschaft ständig dazu auffordert, den eigenen Standort zu bestimmen. Durch ihre Präsenz in der Fläche und ihre Kompetenz können und wollen die Bibelgesellschaften einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass die Bibel als »Ur-Kunde« des christlichen Glaubens stärker in den Blick kommt.

Nachdem die Glaubenskurse in die landeskirchlichen Grundstandards (s. Aktenstück Nr. 52 J) eingegangen sind, stellt sich die Frage: Warum nicht auch die Bibelkurse, die an dieser Stelle die Grundlagenarbeit leisten?
 

Herausforderungen beantworten

Die Selbstständigkeit der Bibelgesellschaften gegenüber der Landeskirche bringt es mit sich, dass jede von ihnen die Frage nach den künftigen Herausforderungen zu einem großen Teil selbst beantworten muss – ungeachtet der Ziele und Maßnahmen, die die Landeskirche in den kommenden Jahren verfolgt. Auf der anderen Seite: Weil die Bibelgesellschaften in der Landeskirche arbeiten und ihre Adressaten deren Gemeindeglieder sind, ist es auch legitim, am Ende auch von der Erwartung zu sprechen, die die Bibelgesellschaften an die Landeskirche haben:
Die Bibelgesellschaften wünschen sich seitens der Landeskirche eine stärkere Wahrnehmung, dass sie die Träger einer institutionellen Bibelarbeit sind. Während andere Landeskirchen ihre grundsätzliche Zuständigkeit für die Bibelarbeit beibehalten haben, ist der Aufgabenbereich Bibelarbeit zwar nominell weiterhin im Arbeitsbereich Missionarische Dienste im Haus kirchlicher Dienste angesiedelt, es fehlen dafür aber hinreichende personelle Ressourcen, bzw. Stellenanteile (derzeit: 0,25-Stellenanteil für Hannoversche Bibelgesellschaft).

Die Bibelgesellschaften, die ab 2014 in kurzer Aufeinanderfolge ihr je 200-jähriges Bestehen feiern, sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Sie übernehmen sie gerne. Wie die Ergebnisse zeigen, liegt die Stärke ihrer Arbeit nicht zuletzt darin, dass die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen vor Ort in den Sprengeln ein vielfältiges und umfangreiches Angebot zur Bibelarbeit aufrecht erhalten. Darum spricht auch in Zukunft nichts dagegen, diese regional ausgerichtete Form der institutionellen Bibelarbeit beizubehalten. Dringend zu wünschen ist aber, dass sie auf eine verlässlichere finanzielle Grundlage gestellt wird.