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Kasualien

Taufe, Trauung und Bestattung

grundtext

Als Kasualien sind im Folgenden die drei Einzelkasualien Taufe, Trauung und Bestattung im Blick. Die Konfirmation wird in Kap. VI behandelt.
Von der Wortbedeutung her sind Kasualien - von lat. casus „Fall“ - „Kirche von Fall zu Fall“, wie das bekannte Buch des Mainzer Praktischen Theologen Kristian Fechtner zu den Kasualien heißt.

Mit dem Stichwort „Fall“ ist bereits eine Abgrenzung markiert: Kasualien sind keine in einem bestimmten regelmäßigen Rhythmus stattfindenden Handlungen, sondern sie reagieren gleichsam auf Anfragen, auf Bitten von Menschen mit ihren Lebens-Fällen.

Kasualien sind im Pfarramt das „tägliche Brot“. Es vergeht kaum eine Woche, wo Gemeindepastoren/-innen keine Kasualie haben; im Regelfall haben sie (wenn man die Jubiläums-Kasualien hinzunimmt) etwa zwei – nicht selten mehr. Dies lässt die stabile Hochschätzung der Kasualien durch die Kirchenmitglieder erkennen (zu den Zahlen: s. unten). Wo Kasualien – was der Regelfall ist – gelingen, werden sie für beide Seiten als wohltuend und stärkend erlebt. Nirgendwo sonst ist der Kontakt zwischen Gemeindegliedern und Pfarrpersonen so intensiv wie bei den Gesprächen anlässlich einer Taufe, einer Trauung oder einer Beerdigung. Hier wächst Beziehung oder wird Beziehung gestärkt. Liebevoll und professionell gestaltete Kasualien sind eine besonders wirksame Form der Mitgliederbindung und –pflege.

Die Landeskirche hält zu den Kasualien je zwei Materialien mit verschiedener Zielrichtung vor.
a) Der Arbeitskreis Kasualien hat drei Broschüren zum Gebrauch für Pfarrämter und Kirchenvorstände mit theologischer und praktischer Reflexion, Gesetzestexten und Ausführungsbestimmungen erarbeitet.
Diese Broschüren zu Taufe, Trauung und Bestattung, die 2008 erschienen sind, werden von den Gemeinden sehr gut angenommen, insbesondere das Heft zur Taufe.

b) Für Gemeindeglieder und Interessierte sind vom Evangelischen MedienServiceZentrum (EMSZ) 2013 kleine Verteil-Broschüren mit Hinweisen für die praktische Gestaltung, wie z. B. Bibelworte und Lieder erarbeitet worden.