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Ausblick

Entwicklungen und Übergang in die nächste Generation

zukunft

In Zukunft wird es darauf ankommen, die vielen Stiftungen, die in den letzten Jahren gegründet worden sind, weiterzuentwickeln. Viele sind zunächst mit einem recht kleinen Kapital gegründet worden, in der Erwartung, dass das Kapital in den Folgejahren deutlich gesteigert werden kann. Dies erfordert einen die Euphorie der Gründungsphase überdauernden langen Atem.

Wenn Stiftungen auf Dauer zu klein bleiben, um ihre Zwecke angemessen erfüllen zu können, wird man auch über Veränderungen (Zusammenlegungen, Auflösung) nachdenken müssen. Da Stiftungen jedoch grundsätzlich auf Dauer angelegt sind, sind solchen Maßnahmen enge Grenzen gesetzt.

Neu ist in das Stiftungsrecht jetzt die sogenannte Verbrauchsstiftung hineingekommen, die es auch ermöglicht, eine Stiftung zu gründen, die nicht nur von den Erträgen des Kapitals lebt, sondern bei der das Kapital auch in einem längeren Zeitraum von mindestens 10 Jahren nach und nach aufgebraucht wird. Diese Stiftungen sind jedoch steuerrechtlich nicht so privilegiert wie die herkömmlichen Stiftungen.

Eine besondere Herausforderung für alle Stiftungen stellt die derzeitige Niedrigzinsphase dar. Stiftungen, die ihr Vermögen sicher anlegen wollen, erzielen zurzeit so geringe Erträge, dass nicht einmal der Inflationsausgleich gewährleistet ist, viel weniger ausreichende Erträge zur Erfüllung des Stiftungszwecks erzielt werden können. Dies ändert aber nichts daran, dass Stiftungen nach wie vor ein langfristig richtiges Finanzierungsinstrument neben anderen Finanzquellen der Kirchengemeinden sein können. Stiftungen sind immer unter dem Gesichtspunkt zu betrachten, dass sie auf eine sehr lange Dauer hin angelegt sind.

Bei vielen Stiftungen in der Landeskirche wird sich in den nächsten Jahren die Frage des Übergangs in die nächste Generation stellen. Viele Stiftungen sind in den letzten Jahren von einem engagierten Kreis von Personen gegründet worden, die sich dann in der Regel auch in den Gremien der Stiftung, in den Kuratorien und Vorständen eingebracht haben. Für den Fortbestand der Stiftungen wird es entscheidend sein, rechtzeitig nach Nachfolgern Ausschau zu halten, die dann, wenn die ‚Mütter und Väter’ der Stiftungen aus Altersgründen oder anderen Gründen ausscheiden, die begonnene Arbeit fortführen können.

Es wird darum gehen müssen, nicht nur den Kreis der finanziellen Förderer, also der Spender und Zustifter, zu verstetigen und auszuweiten, sondern auch rechtzeitig den Kreis derjenigen, die sich darüber hinaus in der Stiftung engagieren wollen, auf eine breite Basis zu stellen.