kopf

Stiftungen und Fördervereine

Teil der Kultur und Tradition

grundtext

Stiftungen, insbesondere kirchliche Stiftungen, sind seit vielen Jahrhunderten Teil unserer Kultur und gehören zu unserer Tradition.

In den vergangenen Jahren haben sie als „Dritter Sektor“ des bürgerschaftlichen Engagements stark an Bedeutung gewonnen. Zur Zeit 420 Stiftungen in der hannoverschen Landeskirche sind ein unverzichtbarer Teil kirchlicher Finanzquellen geworden. 

Nur Erträge dürfen verbraucht werden

Eine Stiftung ist eine vom Stifter geschaffene Institution, bei der ein bestimmtes Vermögen einem Stiftungszweck gewidmet wird, der auf Dauer verfolgt werden soll. Das Stiftungsvermögen ist deshalb in seinem Bestand zu erhalten. Verbraucht werden dürfen nur die Erträge.

Bei einer kirchlichen Stiftung kommt eine Verbindung zur Kirche hinzu. Der Stiftungszweck muss der Erfüllung kirchlicher Aufgaben dienen. Hinzu kommen muss eine äußere Verbindung zur Kirche, die sowohl an den Kirchenmitgliedern in den Gremien der Stiftung deutlich wird, aber etwa auch in der Zuordnung zur kirchlichen Stiftungsaufsicht. Stiftungen können sowohl rechtsfähige Stiftungen also auch nicht rechtsfähige Stiftungen sein. Für rechtsfähige Stiftungen gilt grundsätzlich das niedersächsische Stiftungsgesetz mit der Ausnahme, dass bestimmte Befugnisse der kirchlichen Stiftungsaufsicht zugewiesen sind. Für nicht rechtsfähige Stiftungen gelten nur kirchliche Vorschriften, etwa das kirchliche Haushaltsrecht.

Das Landeskirchenamt als Stiftungsaufsicht der kirchlichen Stiftungen nach dem Niedersächsischen Stiftungsgesetz berät auch bei der Errichtung einer Stiftung, etwa bei Abfassung des Stiftungsgeschäftes und der Stiftungssatzung und stellt den Kontakt zu den staatlichen Stiftungsbehörden her.

Es hat sich gezeigt, dass nach wie vor ein großes Vertrauen in die Kirche und ihre Arbeit gesetzt wird und viele Menschen daher gern bereit sind, sich auch auf eine dauerhafte Unterstützung in Form einer Stiftung ansprechen zu lassen. Sie wollen jedoch nicht „Lückenbüßer“ für ausfallende Kirchensteuermittel sein, sondern eigenständig einen Bereich kirchlichen Lebens gestalten. Dafür bieten sowohl selbständige als auch unselbständige Stiftungen einen seit Jahrhunderten bewährten Rahmen.

Für kurzfristig zu finanzierende Aufgaben, etwa die Fortführung einer schon jetzt aus Kirchensteuermitteln nicht mehr zu finanzierenden Aufgabe, kann dagegen ein Förderverein das angemessenere Instrumentarium sein. Hier müssen eingehende Spenden sofort für den Förderzweck verwendet werden, stehen also sofort zur Finanzierung der zu fördernden Aufgabe zur Verfügung, während bei Stiftungen erst einmal ein ausreichendes Kapital aufgebaut werden muss, ehe die Erträge eine ausreichende Größenordnung haben, um z.B. Stellenanteile mitzufinanzieren.