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Ausblick

zukunft

Der demographische Wandel vollzieht sich im Gebiet der Landeskirche auf höchst unterschiedliche Weise. Nach einer im Januar 2011 vorgelegten Prognose des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie wird sich dieser Trend in den Jahren bis 2030 noch verstärken. Schon jetzt ist daher absehbar, dass es mindestens fünf Bereiche in der Landeskirche geben wird, in denen zumindest einige der betroffenen Kirchenkreise mittelfristig nicht in der Lage sein werden, einen notwendigen Mindeststandard kirchlicher Arbeit aufrecht zu erhalten und notwendige Veränderungen aus eigener Kraft aktiv und nachhaltig zu gestalten. Zu diesen Bereichen zählen

  • der Harz und das Weser- und Leinebergland,
  • das Wendland,
  • die Stadt Bremerhaven und die angrenzenden Gebiete des Landkreises Cuxhaven,
  • die Landeshauptstadt Hannover, deren Stadtkirchenverband nicht von dem beginnenden Zuwachs an Einwohnern und Einwohnerinnen profitiert, und
  • ein Gürtel in der Lüneburger Heide zwischen den Einzugsbereichen der Metropolregionen Hamburg im Norden und Hannover im Süden.

Es wird kaum möglich sein, der besonderen Situation der betroffenen Kirchenkreise mit dem allgemeinen System des innerkirchlichen Finanzausgleichs Rechnung zu tragen, egal wie dieses auch immer gestaltet ist. Die Gründe, die zur Entwicklung eines zusätzlichen Solidarsystems in der Form des Strukturanpassungsfonds geführt haben, werden also in begrenztem Umfang auch in Zukunft fortbestehen, möglicherweise sogar auf Dauer.

Vor diesem Hintergrund wird rechtzeitig vor dem Auslaufen des Strukturanpassungsfonds zum 31. Dezember 2016 zu klären sein, in welcher Form die Landeskirche auch über diesen Zeitpunkt hinaus neben dem Allgemeinen Planungsvolumen zusätzliche Mittel für die Unterstützung strukturschwacher Kirchenkreise zur Verfügung stellen kann. Im Rahmen dieses Diskussionsprozesses muss auch erörtert werden, ob und inwieweit die gegenwärtige Sonderregelung für Kirchenkreise mit Inseln fortgeführt werden soll. Zurzeit werden sechs Pfarrstellen auf den Inseln Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog und Spiekeroog aus dem Stellenplan für Pfarrer und Pfarrerinnen der Landeskirche finanziert.

Die bisherigen Erfahrungen mit dem Strukturanpassungsfonds zeigen, dass es nicht nur angemessen, sondern auch möglich ist, die zusätzliche Solidarität der Landeskirche so auszugestalten, dass die unterstützten Kirchenkreise weiterhin einen Anreiz haben, die Strukturen ihrer Arbeit ihrer besonderen Situation anzupassen und nicht nur den status quo fortzuschreiben. Dieser Anreizcharakter der Förderung, der vor allem in den Zielvereinbarungen zwischen der Landeskirche und den Kirchenkreisen zum Ausdruck kommt, sollte bei einer möglichen Anschlusslösung für den Strukturanpassungsfonds daher auf jeden Fall beibehalten werden. In welchem Umfang für eine Anschlusslösung Mittel erforderlich sind, muss noch geprüft werden. Denn ein zusätzliches Solidarsystem neben dem allgemeinen Solidarsystem des Finanzausgleichs wird sich auf Dauer nur rechtfertigen lassen, wenn es sich auf strukturell tatsächlich besonders benachteiligte Kirchenkreise konzentriert.