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Prävention, Intervention und Hilfen in Fällen sexualisierter Gewalt

Schutz der sexuellen Selbstbestimmung

grundtext

Der Arbeit unserer Kirche, insbesondere der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, wird hohes Vertrauen entgegen gebracht. Allein schon daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung, der es gerecht zu werden gilt.

Vor allem aber verpflichtet uns unsere christliche Einsicht, dass Menschen Gottes Ebenbild sind, dazu, die Freiheit und Würde der Menschen, denen wir in unserer Arbeit begegnen, zu achten und zu schützen. Zu diesem Schutz gehört auch der Schutz der sexuellen Selbstbestimmung. Darum sorgen wir durch ein Konzept, das Prävention, Intervention und Hilfen umfasst, für einen konsequenten Schutz vor sexualisierter Gewalt durch Mitarbeitende unserer Kirche.

Prävention zielt zum einen auf eine umfassende Sensibilisierung aller Mitarbeitenden. Zum anderen umfasst sie die Entwicklung von Strukturen und Handlungsweisen, die sexualisierte Gewalt verhindern können. Dazu gehören u.a. eine enge Zusammenarbeit mit den Jugendämtern zum Schutz des Kindeswohls nach den Bestimmungen von Teil VIII des Sozialgesetzbuchs und Erweiterte Führungszeugnisse für alle Mitarbeitenden im kinder- und jugendnahen Bereich.

Die Prävention bedarf der Ergänzung durch Regeln zur Intervention für den Fall, dass es trotz aller Bemühungen doch zu einem Fall sexualisierter Gewalt kommt. Zu diesen Regeln gehören klare Verabredungen für das Verhalten und Standards für eine besonnene, aber zügige Reaktion im Verdachtsfall. Null Toleranz gegenüber den Taten und Transparenz bei deren Aufarbeitung sind die Leitprinzipien der landeskirchlichen Intervention in Fällen sexualisierter Gewalt.

Als Hilfen bietet die Landeskirche Opfern sexualisierter Gewalt neben einer ideellen Unterstützung in Form von Seelsorge und Beratung unter bestimmten Voraussetzungen auch eine finanzielle Unterstützung an. Zum einen können Personen, die Opfer sexualisierter Gewalt durch Mitarbeitende im Bereich der Landeskirche geworden sind, im Einzelfall Leistungen zur Milderung noch andauernder Folgewirkungen der sexualisierten Gewalt erhalten. Zum anderen kann eine sog. Leistung in Anerkennung erlittenen Leids gezahlt werden, wenn ein institutionelles Versagen kirchlicher Verantwortungsträger ursächlich oder mitursächlich für das erlittene Leid war.

Die Umsetzung des Konzepts zum Schutz vor sexualisierter Gewalt wird durch folgende Maßnahmen unterstützt:

  • durch die Publikationsreihe „Materialien zur Prävention sexualisierter Gewalt“,
  • durch die Themenseite www.praevention.landeskirche-hannovers.de/ , die u.a. Handlungspläne, Schulungsmaterialien sowie Link- und Literaturlisten enthält und ständig aktualisiert wird,
  • durch den landeskirchlichen Krisenplan für Fälle von Pflichtverletzungen durch Mitarbeitende,
  • durch eine Hotline als erste Beratung für alle, die aktuell oder in der Vergangenheit Opfer sexualisierter Gewalt oder sexueller Belästigung sind oder waren.
  • Für weitergehende Gespräche und Hilfen steht die landeskirchliche Ansprechstelle für Opfer sexualisierter Gewalt zur Verfügung.
  • Ein Runder Tisch zu Fragen der Prävention, Intervention und Hilfe in Fällen sexualisierter Gewalt dient der Vernetzung unter den Verantwortlichen in der Landeskirche und im Diakonischen Werk.