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Theologiestudierende und theologischer Nachwuchs

Konstante Zahlen

grundtext

Die Zahl der Theologiestudierenden unserer Landeskirche liegt in den letzten Jahren relativ konstant bei etwa 230. Im August 2013 sind 246 Theologiestudierende auf der „Liste der Hannoverschen Theologiestudierenden“ eingeschrieben.

Die Aufnahmen in die Theologiestudierendenliste haben sich folgendermaßen entwickelt: 

Aufnahmen in die Liste der Theologiestudierenden

2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013 2014 2015
43
53
38
33
44
39
   31    44    69

Eintragungen in die Liste Theologiestudierenden gesamt

2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
 224  245  255  224  222  224  253  255  276

Seit sich die Gliedkirchen der EKD darauf verständigt haben, die Aufnahme in die Liste der Theologiestudierenden nicht mehr von der Herkunft aus der jeweiligen Landeskirche abhängig zu machen, kommt es verstärkt zu Aufnahmen von Studierenden aus anderen Landeskirchen wie auch zum Wechsel der Liste im Verlauf des Studiums. Da der Rechtsgrund für die Aufnahme in die Liste – die Zurückstellung vom Wehrdienst – inzwischen weggefallen ist, erfolgt die Aufnahme zunehmend später im weiteren Verlauf des Studiums. Diese Entwicklung wird die Bedeutung der Liste als Instrument der Personalentwicklungsplanung in den kommenden Jahren weiter relativieren. 

Abiturientinnen und Abiturienten für das Theologiestudium und den Pfarrberuf zu gewinnen, ist für die künftige kirchliche Entwicklung von großer Bedeutung. Es ist zu erwarten, dass in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts trotz weiterer Stelleneinsparungen weniger Studierende die Erste Theologische Prüfung absolvieren, als an Nachwuchskräften im Pfarramt benötigt werden. Diese Entwicklung wird sich mit der Pensionierung der sog. geburtenstarken Jahrgänge in den 20er Jahren dieses Jahrhunderts dramatisch verstärken: Bleibt es beim gegenwärtigen Stand von Bewerbern und Bewerberinnen werden in unserer Kirche im Jahre 2030 nur noch ca. 700 – 800 Personen im Pfarrdienst tätig sein (z.Zt. sind es ca. 1800 Personen!). Benötigt aber werden mindestens 1100 – 1200 Personen. Geht man von der absehbaren demographischen Entwicklung aus werden sogar ca. 1400 Personen im hauptamtlichen Pfarrdienst unserer Kirche benötigt werden!

Die Synode hat daher der Einrichtung einer Projektstelle „Theologischen Nachwuchs gewinnen!“ im Landeskirchenamt zugestimmt, die ab September 2013 ihre Arbeit aufnimmt. Darüber hinaus hat sie finanzielle Mittel für Maßnahmen zur Unterstützung und Förderung des Theologiestudiums zur Verfügung gestellt (u.a. zur Erstattung von Studiengebühren und zur Förderung von Stellen in Kirchengemeinden im Zusammenhang des sog. „Freiwilligen sozialen Jahrs“ als wichtiger Berufsfindungsphase).

Auf Informationsveranstaltungen zum Theologiestudium und in der Werbung mit Informationsmaterial in Schulen und Kirchengemeinden, sowie mit eigener Homepage gilt es nicht nur, Interesse für ein anspruchsvolles Studium zu wecken, sondern auch ein attraktives Berufsbild zu präsentieren. Diese und in letzter Zeit angebahnte Projekte können durch die Projektstelle Gestalt gewinnen, und neue Initiativen entstehen lassen.

Die überwiegende Zahl der Theologiestudierenden wird durch persönliche Begegnung mit Pastoren und Pastorinnen und mit Diakonen und Diakoninnen und Mitgestaltung in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit zum Studium motiviert. Hier gilt es, Motivationsmöglichkeiten zu erhalten und zu nutzen, ebenso aber zur Profilierung des Pfarrberufes auch neue Personenkreise für das Theologiestudium zu gewinnen.

Die Zeit des Studiums ist eine entscheidende Phase in der Vorbereitung auf den zukünftigen Beruf des Pfarrers und der Pfarrerin. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem biblischen Zeugnis in der Ursprache und seiner Auslegung, dem Bekenntnis der Kirche und ihrer Lehrbildung, der Kirchengeschichte und der gegenwärtigen Existenz der Kirche bildet die Grundlage. Theologische Bildung und Urteilsfindung sollen reifen, um verantwortungsvoll mit der Bibel und dem Glauben umgehen zu können und schließlich ein eigenständiges theologisches Profil zu entwickeln. 

Die Begleitung der Theologiestudierenden durch das Ausbildungsreferat im Landeskirchenamt unterstützt die Studierenden in diesem Prozess. Sie erfolgt über verpflichtende Kennenlerngespräche, regelmäßige Sprechstunden zur Studien- und Examensplanung, eine enge, bundesweite Zusammenarbeit mit den studentischen Konventen, ausgedehnte Korrespondenz und ständigen Informationsfluss mittels des landeskirchlichen Internetauftritts.

Die vom Ausbildungsreferat – zukünftig gemeinsam mit der theologischen Fakultät Göttingen - angebotenen und durch Lehrveranstaltungen begleiteten Praktika in gemeindlichen und übergemeindlichen Arbeitsfeldern sowie das vielfältige, studienbegleitende Tagungsangebot ermöglichen es den Studierenden, einen praxisnahen Eindruck vom derzeitigen Anforderungsprofil des Pfarrberufes zu gewinnen und sich mit aktuellen theologischen Fragen und kirchenpolitischen Themen auseinander zu setzen.

Kontakt mit den Theologiestudierenden zu halten oder zu knüpfen und seitens der Landeskirche Förderung anzubieten, gewinnt angesichts der Öffnung der Studierendenlisten noch an Bedeutung.

Der sogenannte „Bolognaprozess“ - das Bemühen, einen europäischen Hochschulraum mit kompatiblen Studiengängen und –abschlüssen zu schaffen – hat inzwischen zu erheblichen Veränderungen im Theologiestudium geführt. Aufgrund der vom evangelisch-theologischen Fakultätentag und von Kirchenkonferenz und Rat der EKD beschlossenen Rahmenordnungen für Studium und Examen haben die theologischen Fakultäten inzwischen modulstrukturierte Pfarramtsstudiengänge eingeführt. Der bisherige akademische Titel „Diplom“ wurde an fast allen Fakultäten in Deutschland durch den Titel „Magister Theologiae“ ersetzt. Im neuen Studiengang werden bereits im Verlaufe des Studiums grundlegende Inhalte vorgegeben und vermehrt Prüfungsleistungen eingefordert, um einen erfolgreichen Abschluss des Studiums innerhalb der Regelstudienzeit zu ermöglichen und einheitliche Studienbedingungen an allen deutschen evangelisch-theologischen Fakultäten zu schaffen.

In den Verhandlungen mit der Kultusministerkonferenz konnte erreicht werden, das Studium der Evangelischen Theologie als ein grundständiges Studium mit der Möglichkeit zur Ausbildung von individuellen Studienschwerpunkten und der Realisierung von Studienortwechseln zu erhalten und es nicht auf einen gestuften Bachelor- und Masterstudiengang hin umzustrukturieren.

Im Zuge dessen hat der Rat der Konföderation Evangelischer Kirchen in Niedersachsen in diesem Jahr eine neue Prüfungsordnung erlassen, die eine Schwerpunktbildung weiterhin erlaubt und die Mobilität der Studierenden bewusst bis auch in der Prüfungsphase erlaubt.

Neben dem Studienabschluss ist der Studienanfang eine entscheidende Phase. Hier wird durch das Erlernen der alten Sprachen, die Voraussetzung für das Theologiestudium sind, und den Austausch mit anderen Studierenden eine wichtige Grundlage für das weitere Studium gelegt.

Auf diesem Hintergrund ist es erfreulich, dass es nach Aufgabe des Gerhard-Uhlhorn-Studienkonvikts in Göttingen in Folge der Sparmaßnahmen aufgrund des Aktenstückes 98 gelungen ist, die Beratungsarbeit für die hannoverschen Theologiestudierenden an der Universität Göttingen in kleinerer Form om Evangelischen Studienhaus Göttingen (ESHG) zu erhalten. So bleibt ein durch die Landeskirche verantwortetes Angebot für Theologiestudierende im Hinblick auf Studien- und Examensberatung, Examensrepetitorien, Erlernen der alten Sprachen und Bibelkunde in Göttingen gewährleistet.

Erste Theologische Prüfung und Aufnahme in den Vorbereitungsdienst

 
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013 2014 2015          
Absolventen und
Absolventinnen
49
47
46
37
 28
30
 45  28  35
Vorbereitungsdienst
39
38
47
27
 29
24
 35  35  38

 

Zweite theologische Prüfung

                     
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013 2014 2015
Absolventen und        
Absolventinnen
41
45
36
18
19
42
 33   29   33