kopf

Rückblick

Neuordnung

vergangen

Das Aktenstück Nr. 98 der 23. Landessynode vom 23. November 2005 sieht für die mittlere Verwaltungs- ebene im Zeitraum bis 2020 eine Neuordnung mit überproportionaler Einsparleistung vor. So soll die Anzahl der im Jahre 2005 vorhandenen 42 auf ca. 20 Ämter reduziert und die Stellenausstattung insgesamt um ca. 30 % gesenkt werden.

Die verbleibenden ca. 20 Standorte sollen zu leistungsfähigen Kompetenz- zentren mit in der Regel mindestens 20 Vollzeitstellen ausgebaut werden. Bei diesen Planungen ist zu bedenken, dass sie von der im Jahre 2003 vor- handenen personellen Ausstattung der Kirchenkreisämter und den damals den Ämtern übertragenen Aufgabenumfang ausgegangen sind. Nach 2003 eingetretene Veränderungen in der Quantität und Qualität von Aufgaben, die nicht unbeträchtlich sind, müssen daher bei der Evaluation der Um- setzung der Aktenstücks Nr. 98 gesondert betrachtet werden.

Konsens

In den vergangenen sechs Jahren wurde versucht, die Neuordnung möglichst im Konsens mit den betroffenen Kirchenkreisen umzusetzen. Lediglich in ei- nigen wenigen Ausnahmefällen musste eine Zusammenlegung einseitig angeordnet werden. Der Rechtshof der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen hat Anfang 2013 im einzigen Klageverfahren von betei- ligten Kirchenkreisen, die sich gegen die Anordnung einer Zusammen- legung wehrten, die Befugnis des Landeskirchenamtes zu einer solchen Organisationsmaßnahme bestätigt.

Entwicklung Anzahl der Kirchen(kreis)ämter:

1.1.1960    63
1.1.1972    61

1.1.1998   54
1.1.2000   49
1.1.2002   46
1.1.2006   43

1.1.2008   41
1.1.2010   34
1.1.2012   34
1.1.2014   27

1.1.2015   26
Beschlüsse zu weiteren Zusammenschlüssen liegen vor.

Personalreduzierung

Bedingt durch den lang angelegten Zeitraum für die Umsetzung der Neu- ordnung besteht die Möglichkeit, die erforderlichen Personalreduzierungen im Rahmen der regelmäßigen Mitarbeiterfluktuation zu vollziehen. Anderer- seits muss darauf geachtet werden, dass Rechtsträger der vorerst noch eigen- ständigen Kirchenkreisämter ihre Entscheidungen mit Rücksicht und ggf. in Abstimmung mit den anderen, beteiligten Rechtsträgern treffen. Das betrifft insbesondere Personalentscheidungen.

Besondere Herausforderung

Als besondere Herausforderung hat sich das Spannungsfeld zwischen Erfül- lung der o.g. überproportionalen Kürzungsvorgabe einerseits und der Über- tragung zusätzlicher Aufgaben (z. B. Einführung des doppischen Rechnungs- wesens, Überführung der Trägerschaften für Kindertagesstätten in zentrale Trägerschaften, Aufbau eines Gebäudemanagements sowie Ausbau der Ver- antwortung für Stellenpläne und Finanzen auf Ebene der Kirchenkreise im Zuge des Finanzausgleichsgesetzes) andererseits aufgebaut.

Optimale Aufbauorganisation

Die aus Zusammenlegungen von Verwaltungsstellen zu generierenden Syn- ergieeffekte allein reichen nicht aus, um die überproportionale Einsparvor- gabe zu realisieren. Durch eine erweiterte Organisationsuntersuchung in drei bereits entstandenen Kirchenämtern sollten eine optimale Aufbauorganisa- tion abgeleitet und Vorschläge zur Verwaltungs- und Rechtsvereinfachung gesammelt werden.

Eine umfangreiche Vorschlagsliste liegt vor und die einzelnen Empfehlun- gen werden auf ihre Umsetzbarkeit geprüft. Wesentlicher Aspekt wird eine Aktualisierung und stärkere Differenzierung des Aufgabenverzeichnisses für Kirchen(kreis)ämter sein.

Kirchliche Vergleichsringe

Um Verbesserungspotenzial erkennen zu können und Anregungen zur Opti- mierung von anderen Ämtern zu erhalten, wird den Ämtern seit 2012 die Teilnahme an kirchlichen Vergleichsringen angeboten. Eine ausreichende Anzahl an Ämtern konnte im 1. Erhebungsdurchgang zu den Aufgabenbe- reichen „Personalverwaltung“, „Friedhofswesen“ und „Kindertagesstätten“ ge- funden werden.Im 2. Erhebungsdurchgang 2013/14 ruht der Vergleichsring „Friedhofswesen“.

Die hohe Erwartungen in schnell umsetzbare und eindeutige Erkenntnisse aus der Vergleichsringsarbeit haben sich nicht erfüllt. Dennoch besteht der Wunsch, dieses für die kirchliche Verwaltung neue Instrument zu verfeinern und fest zu etablieren.