kopf

Ausblick

Leistungsfähige Kompetenzzentren

zukunft

Ziel der Neuordnung der Verwaltungsstellen ist es, trotz unausweichlicher Personalreduzierungen die Kirchen- ämter zu leistungsfähigen Kompetenzzentren zu bilden und fortzuentwickeln. Die Neuordnung soll bis zum Jahr 2020 vollständig umgesetzt sein. Genehmigungen für weitere Zusammenlegungen wurden bereits erteilt, so dass es zum 1.1.2018 voraussichtlich nur noch 23 Äm- tern geben wird. Verbindliche Entscheidungen zum Zeitpunkt der Zusam- menlegungen in den noch ausstehenden Fällen sollen möglichst früh vor dem Jahr 2020 getroffen werden.

Verwaltungs- und Rechtsvereinfachung

Bei der sukzessiven Personalreduzierung muss neben der Optimierung der Effizienz eine umfangreiche Verwaltungs- und Rechtsvereinfachung einher- gehen. Erschwert wird eine Verwaltungsvereinfachung häufig durch je ver- schieden gewachsene Dienstleistungsumfänge der bisherigen Verwaltungs- stellen der einzelnen Kirchenkreise.

Insbesondere bei Inanspruchnahme einer gemeinsamen Verwaltungsstelle durch mehrere Kirchenkreise müssen die Dienstleistungen vereinheitlicht und soweit möglich standardisiert werden. Sofern Kirchengemeinden oder Kirchenkreise über einen gesetzten Standard hinausgehende Dienstleis- tungen des Amtes wünschen, soll dies grundsätzlich weiterhin möglich sein, allerdings ist zu prüfen, inwieweit diese kostenneutral noch erbracht werden können.

Ein differenziertes Aufgabenverzeichnis soll erarbeitet werden, das ent- sprechende detaillierte Regelungen zum Umfang der Dienstleistungen enthält, auf welche Dienstleistungen eine Kirchengemeinde ohne zusätz- liche Aufwand einen Anspruch hat und auf welche nicht.

Zuständigkeiten

Mit einigen anderen, ebenfalls im Maßnahmenkatalog einer grundlegenden Organisationsuntersuchung enthaltenen Empfehlungen hat sich die 24. Lan- dessynode bereits in der Aktenstückreihe Nr. 82 befasst. So wurde die Frage einer weitergehenden, einheitliche Delegation von Zuständigkeiten der Kir- chenvorstände auf das Kirchenamt durch Beschluss des Kirchenkreistages und die Anregung, seitens der Landeskirche einheitliche und verbindliche Vorgaben für die Finanzsatzungen der Kirchenkreise zu machen, bereits von den zuständigen Ausschüssen im Grundsatz beraten.

Auch die Frage, wie die Anzahl der zu betreuenden kirchlichen Körperschaf- ten mit ihren jeweiligen Gremien reduziert werden kann, wurde bereits disku- tiert. Die Entscheidung, inwieweit Empfehlungen durch Rechtsände- rungen umgesetzt werden sollen, liegt bei der 25. Landessynode.

Drohende Überlastung

Ob sich weitere Empfehlungen zur Umsetzung eignen, muss das Landes- kirchenamt noch prüfen. Die mit der Organisationsuntersuchung beauftragte Beratungsfirma sieht ohne weitgehende Umsetzung ihrer Empfehlungen Schwierigkeiten, die von den Ämtern geforderten Kürzungsleistungen auch praktisch in der Verwaltungsarbeit zu realisieren.

Bei Nichtumsetzung wesentlicher Empfehlungen drohe eine Überlastung der Kirchenämter. Vor Übertragung weiterer Aufgaben auf die Kirchenämter muss daher in jedem Fall geprüft werden, ob dafür zusätzliche personelle Kapazitäten erforderlich sind. Vorhandene Aufgaben sind auf ihre Notwen- digkeit und ihren Umfang hin kritisch zu überprüfen.

Arbeitsverdichtung

Die Aufhebung von Verwaltungsstandorten hat teils erhebliche Konsequen- zen für die Mitarbeitenden. Neben längeren Fahrten zur Arbeitsstätte haben sich diese häufig auch auf neue Aufgabenfelder und veränderte Kompeten- zen einzustellen. Zusammen mit einer allgemeinen Arbeitsverdichtung wird von Mitarbeitenden ein hohes Maß an Anpassungsbereitschaft erwartet.

Es muss im Blick behalten werden, dass die Mitarbeitenden dabei nicht überfordert werden und ihre Motivation behalten. Hier sind insbesondere Möglichleiten der Anstellungsträger zu ergreifen, die sich aus den Zusam- menlegungen ergebenden Nachteile durch sinnvolle Übergangslösungen abzumildern, z. B. durch die Regelung der Arbeitszeit von Teilzeitbeschäf- tigten.

Seitens des Landeskirchenamtes wird für die verbleibenden Fälle einer an- stehenden Zusammenlegung zu prüfen sein, ob im Einzelfall eine Aus- schöpfung des Planungszeitraumes bis zum Jahre 2020 zu rechtfertigen ist, um die Übergänge zu erleichtern.

Eine in den Organisationsgutachten für die Gestaltung von Übergangszeit- räumen benannte Option ist auch eine vorübergehende Konzentration von Fachbereichen an einem Standort vor der eigentlichen Zusammenlegung.

Grundstandard

Die nach dem Finanzausgleichsrecht vorzulegenden Konzepte zum Grund- standard „Verwaltung im Kirchenkreis“ wird das Landeskirchenamt daraufhin überprüfen, ob ein angemessenes Verhältnis zwischen Umfang der Aufgaben und der Bearbeitungsintensitäten einerseits und der Personalausstattung der Ämter andererseits gewahrt bleibt.