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Struktur

Gewachsene Strukturen

grundtext

Kirchenkreise sind wie die Kirchengemeinden und Lan- deskirchen Körperschaften des öffentlichen Rechts. Sie sind nach Artikel 50 der Kirchenverfassung sowohl ein Zusammenschluss der Kirchengemeinden ihres Be- reichs als auch eine selbständige kirchliche Körper- schaft mit eigenen Aufgaben, ferner eine Gliederung und ein Verwaltungsbezirk der Landeskirche und schließlich der Amtsbereich des Superintendenten oder der Superinten- dentin.

Der Kirchenkreis nimmt Aufgaben wahr, mit denen einzelne Kirchengemein- den oder Regionen überfordert wären, für die die Landeskirche aber zu groß ist. Dies betrifft etwa die Wahrnehmung übergemeindlicher Aufgaben, aber auch die Funktion, die der Kirchenkreis im Rahmen der Finanz- und Stellen- planung hat. Daraus ergeben sich auch Anforderungen an die Struktur des Kirchenkreises.

Trotz mehrerer Kirchenkreisreformen, die in den letzten Jahrzehnten zu einer deutlichen Veränderung der Kirchenkreislandschaft geführt haben, sind die Kirchenkreise nach wie vor sehr unterschiedlich groß. In dieser Verschie- denheit spiegeln sich gewachsene Strukturen wider, die nicht einfach nivelliert werden können und sollen.

Die Verhältnisse in großstädtischen Bereichen sind nicht ohne weiteres mit denen in ländlichen Bereichen zu vergleichen, die Siedlungsstruktur im süd- hannoverschen, etwa dem Göttinger oder Hildesheimer Raum, ist eine völlig andere als im Bereich Stade oder im Emsland mit großen weit auseinander liegenden Dörfern.

Dennoch zeigte sich, dass die zunehmende Verlagerung von Aufgaben, Kompetenzen und Ressourcen auf die Kirchenkreise eine gewisse Mindest- größe erfordert, wenn sie ihre Rolle als eine entscheidende kirchliche Hand- lungs- und Planungsebene wahrnehmen und ausbauen wollen.

Kleine Kirchenkreise haben in der Regel sowohl personell als auch finanziell zu wenig Planungsmasse, um auch bei deutlich knapper werdenden Mitteln noch so planen und handeln zu können wie ein größerer Kirchenkreis.

Dienste, die ein Kirchenkreis im übergemeindlichen Bereich vorhalten muss, können sinnvoller eingeteilt und eingesetzt werden, wenn Kirchenkreise nicht zu klein sind. Schwerpunkte können gesetzt, Kräfte können auch besser gebündelt werden, wenn Kirchenkreise eine gewisse Mindestgröße haben.