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Ausblick

Plurale Gemeindeformen

zukunft

Wenn die Kirche in der zunehmende Vielfalt von unterschiedlichen Lebenswelten, Arbeits- und Freizeitrhythmen sowie Kommunikationsformen präsent bleiben möchte, werden plurale Gemeindeformen in Zukunft eine größere Rolle spielen. Ob Profil- oder Netzwerkgemeinde – die Vielfalt von inhaltlicher Konzentration und Beteiligungsformen ist da zu fördern, wo die Einheit der Kirche in der gegenseitigen Ergänzungsfähigkeit und einer regionalen oder kirchenkreisweiten Konzeption zum Ausdruck kommt. Vernetzung, Kommunikation, Abstimmung und Kooperation zwischen parochialen und anderen Gemeindeformen werden zunehmend wichtiger.

Begegnungsflächen und Ausstrahlungskraft

Nicht jede Gemeinde kann in ihrem Portfolio alle Angebote vorhalten. Es können aber über Profilbildungen in der Region die Begegnungsflächen mit Menschen verbreitert und die Ausstrahlungskraft der Kirche erhöht werden. Schwerpunkte in der Region können helfen, in gegenseitiger Ergänzung Begegnungsflächen nach außen zu vergrößern und einzelne Arbeitsgebiete unter Berücksichtigung von Kompetenzen und Ressourcen zu profilieren. Besonders das städtische Umfeld eignet sich für Projekte und Experimente im Bereich von Netzwerken, die ortsgemeindlich gebundene Arbeit flankieren sowie ergänzen und noch einmal ganz andere kulturelle und soziale Zugänge zur Wirklichkeit Christi bieten. Milieu- und Kulturgemeinden nehmen im städtischen Umfeld zu. Gemeindliche Formen entwickeln sich rund um die Arbeit eines Familienzentrums. Dabei kommt den social media als eigene Form von Gemeinschaftserfahrung und community-building eine wachsende Bedeutung zu.

Darüber hinaus ist damit zu rechnen, dass in Zukunft die Vielfalt von Arbeits- und Beteiligungsformen unter einem Dach zunehmen werden. Wo sich multiple Gemeinschaften innerhalb einer Kirchengemeinde bilden – z.B. als unterschiedliche Gottesdienstgemeinden in Reaktion auf ein zweites oder gar drittes Gottesdienstprogramm – steht die Gemeindeleitung vor besonderen konzeptionellen und kommunikativen Herausforderungen.

Herausbildung und Verstetigung von Profilen

Profile bilden sich heraus und formieren sich aufgrund unterschiedlicher Faktoren wie der lokalen Tradition, dem soziokulturellen Kontext, den handelnden Personen und identitätsstiftenden kirchlichen Räumen. Sie entziehen sich aufgrund der Komplexität der Faktoren und der Kontingenz ihres Zusammenspiels der reinen Plan- und Machbarkeit. Umso wichtiger ist es, die Entwicklung von entsprechenden Gemeindeformen aufmerksam zu verfolgen, kompetent zu begleiten, finanziell zu unterstützen und konzeptionell in größere kirchliche Handlungsfelder einzubinden. Als unterstützende Maßnahmen für die Herausbildung eines Profils haben sich Umfeldanalyse, Visionsarbeit und die Entwicklung eines Leitbildes bewährt. Hier steht kompetente Begleitung seitens der Gemeindeberatung und der Missionarischen Dienste zur Verfügung. Aber auch Personalplanung und –entwicklung ist ein wichtiger Faktor für die Herausbildung und Verstetigung von Profilen.

Ergänzung

Wo Menschen am Ort leben, da wird auch Ortsgemeinde ihre Zukunft finden. Da Menschen jedoch darüber hinaus in unterschiedlichen Lebenswelten und Milieus, Netzwerken, lokalen Bezügen und zeitlichen Rhythmen leben, braucht die Ortsgemeinde den Aufbruch zur inneren Pluralisierung und die Ergänzung durch Profil- und Netzwerkgemeinden.