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Rückblick

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Vor gut 100 Jahren entstanden erste Verbandsstrukturen als verfestigte Formen von unverbindlichen Absprachen. Erste Gesamtverbände entstanden als kirchliche Form der Zweckverbände. In den letzten Jahren ist die Zahl der Gesamtverbände rückläufig. Zurzeit gibt es noch 4: Einbeck, Stade, Osnabrück und Hameln. Sie haben z.T. noch Bedeutung dort, wo Ortskirchensteuern erhoben werden, da der Gesamtverband hierfür einen gemeinsamen Maßstab vorgeben kann (§112 KGO) oder als Träger von Einrichtungen.

Kirchengemeindeverbände als eigene Körperschaften des öffentlichen Rechts werden in der Regel dann gebildet, wenn Kirchengemeinden bestimmte Aufgaben auf Dauer gemeinsam erfüllen wollen und es dazu einer eigenen Rechtspersönlichkeit bedarf, etwa als Träger von gemeinsamem Vermögen, als Anstellungsträger für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter etc. Zur Zeit gibt es 43 Kirchengemeindeverbände, von denen 21 als Träger von Kindertagesstätten gebildet worden sind. Andere sind als Friedhofszweckverband ausgestaltet oder haben die Trägerschaft von anderen Einrichtungen, z.B. einer Jugendwerkstatt, übernommen.

In allen Kirchenkreisen bilden sich daneben neue regionale Strukturen heraus. Keine Kirchengemeinde kann mehr alles leisten, deshalb entstehen gemeinsame Strukturen, die es ermöglichen, die Kräfte zu bündeln und Schwerpunkte zu setzen. Kirchenkreise fördern häufig diese Entwicklung, indem sie ihre Stellen- und Finanzplanung nicht mehr auf die einzelne Kirchengemeinde ausrichten, sondern auf die Regionen und es denen überlassen, Stellenanteile bzw. Finanzmittel innerhalb der Region unter den einzelnen Kirchengemeinden zu verteilen.

Dies erfordert häufig ein Gremium auf der Ebene der Region, welches die Arbeit koordiniert und ggf. auch Entscheidungen trifft.

Die Änderung der Kirchengemeindeordnung durch das Kirchengesetz zur Förderung von Zusammenarbeit und Arbeitsteilung in Kirchengemeinde und Kirchenkreis hatte 2005 hierfür die entsprechenden rechtlichen Grundlagen geschaffen, indem auch eine Arbeitsgemeinschaft aufgrund schriftlicher Vereinbarung eine gemeinsame Stelle (Regionalversammlung) bilden kann, der auch Entscheidungskompetenzen übertragen werden können.

So unterschiedlich wie die Kirchengemeinden in ihrer Größe und Struktur sind, so unterschiedlich sind auch die Regionalisierungsprozesse in den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen. Das Haus kirchlicher Dienste hat hierzu Handreichungen und Broschüren zur Regionalisierung herausgegeben, die Erfahrungen und Einsichten mit Kooperationen, Arbeitsteilung und Profilbildung in der Region zusammenfassen. Das Landeskirchenamt berät ebenfalls in vielen Regionalisierungsprozessen, sei es in Fragen der Notwendigkeit und der Zielsetzung von Regionalisierung, sei es in Fragen der rechtlichen Umsetzung. Materialien, die aus der Beratungsarbeit des Landeskirchenamtes entstanden sind, werden im Internet bereitgestellt.