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Regionale Zusammenarbeit

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Seit es Kirchengemeinden als rechtlich selbständige Körperschaften gibt, finden sich auch verschiedene Formen der Zusammenarbeit. Auch wenn der Begriff der Regionalisierung erst in den letzten Jahrzehnten Eingang in den Sprachgebrauch kirchlicher Strukturdebatten gefunden hat, so hat es doch verschiedene Formen der Kooperation schon immer gegeben. Neben der pfarramtlichen Verbindung gibt es zwischen Kirchengemeinden zur Zeit folgende Formen verbindlicher Zusammenarbeit:
Die Arbeitsgemeinschaft aufgrund schriftlicher Vereinbarung, ggf. mit Einrichtung einer gemeinsamen Stelle, die Arbeitsgemeinschaft in Verbandsform und als eigene Körperschaften der Kirchengemeindeverband und der Gesamtverband.

Inzwischen ist die Regionalisierung eine Selbstverständlichkeit in der Landeskirche geworden. In allen Kirchenkreisen kooperieren Kirchengemeinden, wenn auch in unterschiedlichem Maße und in unterschiedlich verbindlichen Formen. Vielerorts sind Arbeitsgemeinschaften aufgrund schriftlicher Vereinbarung gebildet worden.

Bei aller Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinden wird man darauf achten müssen, dass dadurch die Gremienarbeit nicht inflationär anwächst. Deshalb sind klare Kompetenzabgrenzungen zwischen den Beteiligten erforderlich. Was entscheidet jede Kirchengemeinde alleine, welche Aufgaben und damit auch Entscheidungskompetenzen sind zu Gunsten einer gemeinsamen Wahrnehmung auf die Region verlagert und was macht der Kirchenkreis? Oft ist die Regionalisierung auch nur als Zwischenschritt gedacht. Kirchengemeinden arbeiten in immer mehr Feldern zusammen, bis am Ende eines solchen Prozesses die von allen dann gewollte Bildung einer neuen Kirchengemeinde steht. Aber auch Kirchengemeinden, die auf Dauer eine ausreichende Größe haben, entdecken zunehmend, welche Chancen darin liegen, sich bewusst mit ihrem je eigenen Profil in gemeinsame Strukturen mit benachbarten Kirchengemeinden einzubringen. Wichtig bleibt es, im Blick zu behalten, dass Regionalisierung kein Selbstzweck ist, sondern dass es hierbei, wie bei allen Strukturüberlegungen, letztlich darum geht, den kirchlichen Auftrag bestmöglich zu erfüllen.

Es wird darauf ankommen, die Balance zu finden zwischen der Bewahrung der Ortsgemeinde, die nach wie vor als Bezugspunkt der Gemeindeglieder unverzichtbar bleiben wird, und der Notwendigkeit, über die eigene Gemeinde hinauszuschauen und in größeren Zusammenhängen zu denken, zu planen und zu arbeiten.