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Patronate

Wurzeln in vorreformatorischer Zeit

grundtext

Das Patronat ist eine Institution in der katholischen und in der evangelischen Kirche, die bis in die vorreformatorische Zeit zurückreicht.

Es steht für alle Rechte und Pflichten, die einer Person gegenüber einer Kirchengemeinde aus einem besonderen Rechtsgrund heraus zustehen. Dieser Rechtsgrund ist in der Regel eine in der Vergangenheit liegende Ausstattung eines Kirchenwesens.

Es gibt natürliche Personen, die als Patron eine solche besondere Beziehung zu einer Gemeindekirche haben, aber auch juristische Personen, etwa eine Kommune oder die Klosterkammer. Rechte aus dem Patronat sind das Präsentationsrecht (das Recht, im Einvernehmen mit dem Kirchenvorstand der Gemeinde einen Pfarrer zu „präsentieren“), das Recht, in den Kirchenvorstand einzutreten und bestimmte Ehrenrechte.

Pflichten bestehen in der Regel in Baulasten für kirchliche Gebäude und anderen Zahlungsverpflichtungen. Im Bereich der Landeskirche haben zurzeit 130 Kirchen- und Kapellengemeinden ein Patronat.

Seit dem Jahr 1981 gibt es eine gesetzliche Regelung der Patronate in der Landeskirche. Die damalige Regelung war noch von der Tendenz eines, wenn auch schonenden, Auslaufens der Patronate bestimmt.

Inzwischen hat sich jedoch die Einstellung gegenüber Patronen und Patronaten in der Landeskirche gewandelt. Die beiderseits positivere Einstellung ist z.B. deutlich geworden auf den sogenannten Patronatstagen, zu denen im Jahr 1998 die Familie von Klencke nach Hämelschenburg und im Jahr 2004 die Landesbischöfin in das Kloster Loccum eingeladen hatten.

Inzwischen hat 2012 bereits der 4. Patronatstag stattgefunden und der 5. Patronatstag ist in Vorbereitung. Die Präsenz der Patronatsinhaber und ihre persönliche und sachliche Bereitschaft, die Patronate lebendig zu erhalten und als persönliche Aufgabe ernst zu nehmen, sind bemerkenswert.

Die Tatsache, dass die Kirchengemeinden zunehmend die Bedeutung der Patronate wahrnehmen, hat auch ihren Niederschlag in gesetzlichen Regelungen gefunden. Pfarramtliche Verbindungen oder Zusammenlegungen von Kirchengemeinden haben seit 2005 nicht mehr zwingend Auswirkungen auf die Patronate, da Kirchengemeinden den Wunsch geäußert hatten, auch nach pfarramtlichen oder parochialen Veränderungen an den Patronaten festzuhalten.