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Kirchengemeindeordnung

grundtext

Die Bestimmungen über die Rechte und Pflichten der Gemeindeglieder, das Pfarramt, den Kirchenvorstand, die Gemeindeversammlung und den Gemeindebeirat bilden den Kern der Regelungen in der Kirchengemeindeordnung. Hinzu kommen Regelungen über die Aufsicht und über die Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinden.
In der Landeskirche gibt es 1266 Kirchengemeinden und 112 Kapellengemeinden. Sie sind alle selbständige Körperschaften des öffentlichen Rechts.
Nach wie vor besteht dabei eine Fülle von kleinsten und kleinen Kirchen- und Kapellengemeinden. Diese können oft nicht mehr alle Aufgaben einer Kirchengemeinde in dem Umfang erfüllen, wie dies von den Gemeindegliedern erwartet wird. Sie sind deshalb in der Regel auf eine Kooperation oder auf einen Zusammenschluss mit benachbarten Kirchengemeinden angewiesen.
 

Die Landeskirche hat bisher jedoch davon abgesehen, den Zusammenschluss von Kirchengemeinden zu erzwingen. Auf der einen Seite bilden gerade im ländlichen Bereich diese kleinen Kirchengemeinden einen wichtigen Identifikationsfaktor für die dörfliche Bevölkerung einer kommunal längst schon nicht mehr selbständigen Gemeinde. Vielfach findet sich gerade in den kleinen Dörfern eine große Bereitschaft, Zeit, Kraft und Geld in die Arbeit der Kirchengemeinde einzubringen aus dem Bewusstsein heraus, dass es sich hierbei um „meine“ Kirchengemeinde handelt. Auf der anderen Seite gewährleisten nur kooperative Formen verbindlicher Zusammenarbeit auf regionaler Ebene Schwerpunktsetzungen und Profilierungen im Kirchenkreis. Letztlich ist es auch ein Gebot der Reduzierung von Zeit und Kosten, die für die Verwaltung einer Vielzahl von Körperschaften auf allen Ebenen aufgewendet werden müssen. Der Perspektivausschuss der 23. Landessynode hat 2005 im Aktenstück Nr.98 zwar auf der einen Seite betont, dass die Kirchengemeinde Eckstein der kirchlichen Struktur und des kirchlichen Lebens ist und bleibt. Er hat jedoch auf der anderen Seite angeregt, die Weiterentwicklung der gegenwärtigen Parochialstrukturen anzuregen und zu fördern. Das Finanzausgleichsrecht hat hierzu wichtige Schritte geleistet.


Bei allen Veränderungen der Kirchengemeinden wird zu bedenken sein, dass sich kirchliche Arbeit nach wie vor in überschaubaren Räumen abspielen muss. Eine pauschale Obergrenze für die Größe von Kirchengemeinden lässt sich jedoch nicht festlegen. Im städtischen, vor allem im großstädtischen Raum sind andere Größenordnungen vorstellbar als im ländlichen Raum. Mit den §§ 1 bis 7 bietet die Kirchengemeindeordnung einen rechtlichen Rahmen an, der von der klassischen Parochie bis zu Personalgemeinden eine Vielzahl denkbarer Erscheinungsformen zulässt.