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Landessynode

Repräsentantin von Einheit und Unterschiedlichkeit

grundtext

Die Landessynode, deren Amtszeit sechs Jahre beträgt, ist eines der sechs Verfassungsorgane der Landeskirche. Sie repräsentiert durch ihre Zusammensetzung und gemeinschaftliche Willensbildung zugleich Einheit und Unterschiedlichkeit der Kirchenmitglieder, der Kirchengemeinden und Kirchenkreise und der Einrichtungen der Landeskirche.

Ihre Mitglieder bringen einerseits die Vielfalt des kirchlichen Lebens und des ehrenamtlichen Engagements in die Kirchenleitung der Gesamtkirche ein. Andererseits machen sie umgekehrt die Kirchengemeinden und Kirchenkreise, aus denen sie kommen, mit den gesamtkirchlichen Themen bekannt und stärken somit das Zugehörigkeitsbewusstsein zur Landeskirche.

Die Landessynode ist keine bloße Vertretung der Kirchengemeinden und Kirchenkreise, sondern eine auf das Gebiet der gesamten Landeskirche erweiterte Kirchenversammlung mit einer entsprechenden gesamtkirchlichen Verantwortung. Ihre Mitglieder sind bei ihren Beratungen und Beschlüssen nicht an Weisungen und Aufträge gebunden.

Zu den Aufgaben der Landessynode zählt u.a. die Gesetzgebungskompetenz, die sie unter Mitwirkung des Kirchensenats wahrnimmt. Die Landessynode beschließt über sämtliche Kirchengesetze, die Erhebung der Kirchensteuer, und verabschiedet den landeskirchlichen Haushalt. Sie wirkt außerdem an der Bildung anderer kirchenleitender Organe mit. So wählt die Landessynode den Landesbischof, sieben Mitglieder des Kirchensenats sowie die Mitglieder für die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die zugleich auch Mitglieder der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) sind.

Über diese Verantwortung für den rechtlichen und finanziellen Rahmen der Institution Kirche hinaus ist die Landessynode auch an geistlichen Leitungsaufgaben und an der Wahrnehmung des kirchlichen Öffentlichkeitsauftrags beteiligt. Das zeigt sich neben der Mitwirkung an Beschlüssen über Agenden und Gesangbücher u.a. an Entschließungen zu Themen des politischen und gesellschaftlichen Diskurses und an den Themen, die die Mitglieder der Landessynode in der Aussprache zum Bericht des Landesbischofs aufgreifen und zum Teil mit Beschlüssen weiterverfolgen.

In unregelmäßigen Abständen gibt es darüber hinaus Schwerpunkttagungen, in denen sich die Landessynode vertieft mit einzelnen kirchlichen Handlungsfeldern beschäftigt. Kirchenmusik, Jugendarbeit, Bildungsarbeit und eine Themensynode zum Jahr der Taufe sind Beispiele für diese Arbeit aus den letzten beiden Wahlperioden.

Die Landessynode setzt sich aus 75 Mitgliedern zusammen. 63 Mitglieder davon werden von den Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern, den Mitgliedern der Kirchenkreistage und den Pastoren und Pastorinnen der Landeskirche gewählt. Zehn weitere Mitglieder werden durch den Kirchensenat berufen.

Hinzukommt eine von den Lehrstuhlinhabern und –inhaberinnen der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen aus ihrer Mitte entsandte Person. Für die Dauer seiner Amtszeit gehört außerdem noch der amtie- rende Abt zu Loccum kraft Amtes der Landessynode an.

Regelmäßig finden jährlich zwei Tagungen der Landessynode in Hannover statt. Die Sitzungen sind öffentlich und können jederzeit besucht werden. Zwischen den Tagungen arbeiten die Mitglieder der Landessynode in zahlreichen Ausschüssen weiter. Die Ausschüsse bekommen ihre Aufgaben vom Plenum zugewiesen und teilen die Beratungsergebnisse der Landessynode in einer der folgenden Tagungen mit; hier erfolgt dann auch eine ab- schließende Beschlussfassung.

Die Mitglieder der Landessynode gehören in der Regel einer der Synodal- gruppen an, die bei der Vorbereitung der Beratungen und auch für den Austausch unter ihren Mitgliedern eine wichtige Rolle übernehmen. Zurzeit gibt es zwei Synodalgruppen; die "Gruppe Offene Kirche" und die "Lebendige Volkskirche".