kopf

Lagerung radioaktiver Abfälle

Endlagerung

vergangen

Im Hinblick auf die sichere Verwahrung Wärme entwickelnder radioaktiver Abfälle (gen. „Endlagerung“) arbeitet die Gesellschaft seit vielen Jahrzehnten an einem politisch-technischen Projekt, dessen Zeit- und Verantwortungshorizont als einzigartig bezeichnet werden muss.

Zur Bewältigung dieses Projektes bedarf es eines beispiellosen Zusammenspiels von politischen, zivilbürgerlichen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Kräften.

Gescheiterte Prozesse

Die Zusammenführung dieser Akteursgruppen in der Vergangenheit muss als gescheitert betrachtet werden. Weder ist es gelungen, einen Standort zu finden noch sind Prozesse und Verfahren entwickelt worden, die eine Lagerstätte in gesellschaftliche Entscheidungsnähe gebracht hätte.

Das Bergwerk Gorleben im Bereich unserer Landeskirche steht heute für die Erfahrung, dass politische, zivilgesellschaftliche, technische und ökonomische Gesichtspunkte grundsätzlich neu bewertet und kommuniziert werden müssen. Die Standorte Asse II und Konrad stehen aufgrund technischer Probleme in der Kritik und haben den Status unzureichender Konzepte mit hohem Gefährdungspotenzial.

Vergleichende Standortsuche

Die Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers hat sich in verschiedenen Beschlüssen für eine vergleichende Standortsuche ausgesprochen, in der der technischen Expertise als Leitexpertise mit dem Ziel größtmöglicher Sicherheit zwar ein hoher Stellenwert zukommt, dieser Stellenwert aber nicht dazu führen darf, dass zivilgesellschaftliche Beteiligungsansprüche nicht ausreichend gewürdigt und auch verfahrens- und entscheidungstechnisch zur Geltung gebracht werden.

Die Entscheidung des Deutschen Bundestages im Jahr 2013, mit einem Standortauswahlgesetz das gesamte Suchverfahren politisch und entscheidungstechnisch neu aufzustellen, ist auch als politisches Eingeständnis dafür zu werten, dass es ohne angemessene zivilgesellschaftliche Beteiligungsformen und vertrauensbildende Transparenz nicht gelingen kann, die erforderliche gesellschaftliche Beteiligungsbereitschaft zu organisieren, mit der das Großprojekt der Lagerung Wärme entwickelnder hochradioaktiver Abfälle kulturell und organisatorisch verbunden sein muss.