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Rechtsextremismus

"Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus"

grundtext

Am 24.11.2011 fasste die 24. Landessynode folgenden Beschluss:

„Für Christinnen und Christen ist der Protest gegen Rechtsextremismus – gegen rassistische, antisemitische und antidemokratische Einstellungen – eine unabweisbare Verpflichtung. Sie ergibt sich aus der Überzeugung, dass alle Menschen Gottes geliebte Kinder sind. Christinnen und Christen setzen sich daher für Demokratie und Menschenwürde ein. Die Landessynode der hannoverschen Landeskirche ermutigt alle Bürger unseres Landes, sich friedlich, aber mit Nachdruck gegen menschenfeindliche und rechtsextreme Ideologien und Aktivitäten zu wenden.“

Die Synode reagierte damit auf rechtsextreme Tendenzen in unserer Gesellschaft und auch in Teilen unserer Kirche.

Die rechtsextreme Szene ist vielschichtiger geworden. Längst stimmt das Image der Glatzen und Bomberjacken nicht mehr: von Kinderfesten bis zu Hausaufgabenhilfen, Mitarbeit in Elternvertretungen an Schulen und Vereinsvorständen – rechtsextreme Weltanschauung dringt von den Rändern in die Mitte der Gesellschaft vor (Friedrich-Ebert-Studie 2006 und 2010; W. Heitmeyer-Langzeitstudie "Deutsche Zustände 2002-2011).

Auch kirchliche Gruppen und Kreise sind davor nicht geschützt. Teil rechtsextremer Strategie ist es, sich besonders in kleinstädtischen und ländlichen Strukturen zu etablieren und weitere Wählerstimmen und Mandate dazu zu gewinnen. Die NPD fungiert als parlamentarischer Arm, "Freie Kameradschaften" und andere Neonazis sind für die Straßen zuständig. Die Neue Rechte liefert die passende Ideologie, die eine Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus aufweist.

Am 10. Dezember 2010 wurde eine Initiative "Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus" (IKDR) der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers in Bad Nenndorf gegründet. Ein Sprecher/innenrat von zwölf Personen aus kirchlichen Gruppen und zivilgesellschaftlichen Bündnisse wurde gewählt und nahm die Arbeit auf.

Die IKDR will mit ihrer Arbeit rechtsextreme und menschenfeindliche Handlungen innerhalb und außerhalb der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers benennen und ihnen konstruktiv entgegen treten.

Mittlerweile hat die Initiative ca. 70 Mitglieder, darunter: Kirchenkreise, Kirchengemeinden, Gruppen sowie Einzelpersonen und repräsentiert damit einen großen Personenkreis.

Die Initiative vernetzt Einrichtungen, Initiativen und Personen im Raum unserer Landeskirche, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Arbeitshilfen für Bildung, Jugendarbeit und Gottesdienst wurden erstellt. Es gibt einen Leitfaden zum Thema Rechtsextremismus für die Arbeit in Kirchengemeinden und eine Vielzahl von Materialien für verschiedene Gelegenheiten.

Die IKDR ist Mitglied im Fachbeirat Rechtsextremismus LPR Niedersachsen, in der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAGK+R) und vernetzt mit weiteren Initiativen und Einrichtungen, die im Bereich Niedersachsen und Bremen am Thema Rechtsextremismus arbeiten und Unterstützung und Materialien anbieten wie ARUG, Lidice-Haus, Aussteigerhilfe Nds., Landesstelle Jugendschutz, ARPOS-Institut, Innenministerium, Justiz, Polizei und Verfassungsschutz. Die Initiative ist beteiligt an Runden Tischen zur Gewaltprävention.

Mittlerweile gibt es KK-Beauftragte zum Thema in Celle, Uelzen, Rotenburg und Walsrode.

Die Begleitung der Initiative geschieht im Moment durch die Beauftragten für Friedensarbeit und für Weltanschauungsfragen im Haus kirchlicher Dienste.