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Friedensarbeit

Friede ist keine Selbstverständlichkeit

grundtext

„Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder genannt werden.“ (Matthäus 5,9). Diese biblische Verheißung ist Auftrag, Kraftquelle und Vision christlicher Friedensarbeit. Jenseits von blindem Aktio- nismus und resignierender Ohnmacht bietet sie Möglichkeiten, konkrete Schritte auf dem Weg zu einem gerechten Frieden zu gehen.

Dazu passt der folgende Satz, der die Denkschrift des Rates der EKD von 2007 „Aus Gottes Frieden leben - für gerechten Frieden sorgen“ einleitet: „Friede ist keine Selbstverständlichkeit. Ihn zu wahren, zu fördern und zu erneuern ist eine immerwährende Aufgabe.“

Diese „immerwährende“ Aufgabe hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt, da sich in extremer Schnelligkeit die weltpolitische Situation und die Bedrohung des Friedens durch Krieg und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit stetig verändert hat und dauerhaft in Bewegung bleibt. Darauf angemessen zu reagieren und orientierend zu agieren, bleibt jedoch ein herausragendes Thema öffentlicher kirchlicher Verantwortung, das vor allem vor Ort gelebt wird.

Die hannoversche Landeskirche hat diese Veränderungen mit begleitet und gestaltet sie vor allem im Arbeitsfeld „Friedensarbeit“ im Haus kirchlicher Dienste mit. Diese umfasst im Moment 1,5 Stellen. Schwerpunkte sind hierbei das (1) Thema der Gewaltprävention und der Konfliktbearbeitung mit Projekten für Kinder und Jugendliche wie Schritte gegen Tritte, UBUNTU („Gemeinsam sind wir stark“), für die Multiplikator/innen ausgebildet werden; (2) die Wahrnehmung und Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus mit Projekten wie Vorfahrt für Vielfalt, einem kulturellen Zugang über das Theaterstück „Feindberührung 2.0“ und der „Initiative Kirche für Demokratie und gegen Rassismus“ (IKDR), die von zahlreichen Kooperationspartnern getragen wird.

Für friedensbildende Projekte ist, im Anschluss an die Ökumenische Dekade zur Überwindung von Gewalt (ÖRK, 2001-2010) ein Fonds für gemeindliche und kirchliche Projekte eingerichtet worden, ebenso für die Ausbildung von Jugendlichen zu Friedensstiftern ein Projekt in Kooperation mit dem Anti-Kriegs-Haus Sievershausen und dem Landesjugendpfarramt begonnen worden. Der Beauftragte für Friedensarbeit ist zuständig für theologische und spirituelle Beiträge, Vorträge und Fortbildungen zu Friedensethik. Die Wahrnehmung und Positionierung von regionalen, nationalen und internationalen friedenspolitischen Fragestellungen liegt in kirchenleitender Verantwortung.