Gefüllte Marktkirche in Hannover

Bild: Jens Schulze

Alle Landesbischöfe

Fünf Männer - Eine Frau

bischöfe allgemein
Die Landesbischöfe der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers seit 1971, Bild: Landeskirchliches Archiv

Nach der Trennung von Kirche und Staat wurde mit der Kirchenverfassung 1924 das Amt des Landesbischofs als geistliches Oberhaupt der Landeskirche eingeführt. August Marahrens war der erste Bischof der Landeskirche. Auf ihn folgte nach dem Krieg Hanns Lilje. 1971 übernahm Eduard Lohse die Aufgabe des Landesbischofs (Bild links). Horst Hirschler war von 1988 bis zum Ende des Jahrhunderts Landesbischof in Hannover (Bild: Zweiter von links); auf ihn folgte Margot Käßmann (Bild Zweite von rechts) und dann im Jahr 2011 Ralf Meister (Bild rechts).

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Landesbischof August Friedrich Karl Marahrens, um 1926, Bild: Landeskirchliches Archiv

Erster Amtsträger war August Marahrens (1875-1950). 1925 gewählt, suchte die Kirche unter seiner Leitung ihre neue Rolle als moralische Instanz und Hilfe der Menschen gegenüber den politischen Unruhen der Weimarer Republik. Seine Amtsführung in der nationalsozialistischen Zeit war dagegen sehr umstritten; ihm wurde eine zu starke Anpassung und Zurückhaltung in Umgang mit dem NS-Staat vorgeworfen (siehe auch 7). Daher trat er 1947, nachdem er mit der Einberufung der ersten Landessynode den Wiederaufbau der Kirche nach dem Krieg eingeleitet hatte, von seinem Amt zurück.

Der Lebenslauf von Landesbischof Marahrens
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Landesbischof Johannes (Hanns) Lilje, um 1947, Bild: Landeskirchliches Archiv

Sein Nachfolger wurde Hanns Lilje (1899-1977). In Hannover geboren, war Lilje bereits in jungen Jahren in der Christlichen Studentenbewegung international sehr aktiv. Er war ein überzeugtes Mitglied der Bekennenden Kirche, Mitglied im „Lutherrat“ und von 1935 bis 1945 Generalsekretär des Lutherischen Weltkonvents. Aufgrund seiner Kontakte zur Widerstandsbewegung wurde er nach dem 20. Juli 1944 inhaftiert und kam erst mit dem Kriegsende 1945 wieder frei. Als Landesbischof war Lilje maßgeblich an der Gründung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beteiligt und engagierte sich als Präsident im Lutherischen Weltbund und im Ökumenischen Rat der Kirchen.

Der Lebenslauf von und biographische Anmerkungen zu Bischof Lilje
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Landesbischof Eduard Lohse, 1960, Bild: Landeskirchliches Archiv

1971 übernahm der Göttinger Theologieprofessor Eduard Lohse (geb. 1924) die Leitung der Landeskirche. Der feinsinnige Neutestamentler entwickelte ein anderes Profil als sein volksmissionarisch orientierter Vorgänger. Seine Amtszeit bis 1988 war geprägt von den Auswirkungen der Studentenbewegung, die auch in der Kirche überkommene Traditionen in Frage stellte und für neue Glaubens- und Gottesdienstformen warb. Als Vermittler über den Raum der Kirche hinaus geschätzt, war Lohse von 1979 bis 1985 Vorsitzender des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland und Vorsitzender der Deutschen und der Internationalen Gesellschaft der Bibelgesellschaften.
Weit über seine Amtszeit als Landesbischof hinaus, war Lohse als Abt von Loccum in der Landeskirche präsent. Erst 2000 gab er auch dieses Amt an seinen Nachfolger Horst Hirschler weiter.

Der Lebenslauf von Landesbischof Lohse
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Landesbischof Horst Hirschler, um 1995, Bild: Landeskirchliches Archiv

Horst Hirschler (geb. 1933) wurde 1988 zum Landesbischof gewählt. Der gebürtige Stuttgarter hatte zunächst eine Elektrikerlehre absolviert, bevor er sich zum Theologiestudium entschloss. Das Ende der Ostblockstaaten, die deutsche Wiedervereinigung und ihre Folgen bestimmten Hirschlers Amtszeit als Landesbischof. Seine direkte und pragmatische Art war den Menschen eine wertvolle Hilfe bei der Neuorientierung von Politik und Gesellschaft des ausgehenden Jahrhunderts. Seit 2000 Abt des Klosters Loccum, dessen Konvent er seit 1970 angehört, ist Hirschler bis heute einer der prägenden Persönlichkeiten der Landeskirche.

Der Lebenslauf von Landesbischof Hirschler
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Landesbischöfin Margot Käßmann, 1999, Bild: Landeskirchliches Archiv

Seine Nachfolgerin als Landesbischof wurde 1999 Margot Käßmann (geb. 1958), zuvor Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Fulda. Unter ihrer Leitung gelang es der Kirche, sich in der technisierten, rasch wachsenden Medienwelt zu behaupten und neue Kommunikationswege zu den Menschen zu finden. Engagement und Medienpräsenz brachten Margot Käßmann bundesweite Bekanntheit und Anerkennung. 2009 wurde sie Ratsvorsitzende der EKD, bevor sie im Februar 2010 aus persönlichen Gründen von allen Ämtern zurücktrat.
 

Der Lebenslauf und die aktuelle Aufgabe von Landesbischöfin Käßmann
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Landesbischof Ralf Meister

Seit dem 26. März 2011 ist der gebürtige Harburger Ralf Meister (geb. 1962) Landesbischof der hannoverschen Landeskirche. Er sieht seine Aufgabe vor allem in der Wortverkündigung und sucht auch über die Medienpräsenz hinaus gern den persönlichen Kontakt zu den Menschen in seiner Landeskirche und darüber hinaus.

Aktuelle Informationen über den Landesbischof sowie weitere Bilder