Arbeit mit Geflüchteten in Afrika

Bericht 29. November 2018

Ottomar Fricke (Walsrode) stellte im Namen des Ausschusses für Mission und Ökumene die Arbeit mit Geflüchteten vor. In Kooperation mit dem  Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) sind in der Vergangenheit fünf Projekte finanziell gefördert worden und sollen auch in den Jahren 2019/2020 unterstützt werden.

Derzeit seien 70 Millionen Menschen auf der Flucht, so Fricke. Das sei eine Verdoppelung der Zahlen innerhalb von 10 Jahren.

 „Flucht und Migration prägen die derzeitige Weltpolitik“, so der Superintendent des Kirchenkreises Walsrode. Die vom ELM gemeinsam mit den Partnerkirchen in Afrika durchgeführten Projekte leisteten „einen Beitrag zur Entschärfung der Krise im Kontext von Flucht und Migration“. Dabei seien Präventionsarbeit und Konfliktbewältigung ebenso von Bedeutung wie „die Reduzierung von Strukturdefiziten, Stärkung der ökonomischen Rahmenbedingungen, Beratung, Seelsorge und Maßnahmen im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe.“

Die fünf Projekte werden insgesamt mit einer  Summe von 1.139 430 € in den nächsten zwei Jahren gefördert. Im Einzelnen sind es das Beratungszentrum Flucht und Migration in Johannesburg (Südafrika), die Gemeinwesenentwicklung in Gambella und Lare Jekow (Äthiopien),  Bewusstseinsbildung Xenophobie, Flucht und Migration in Johannesburg (Südafrika), Dienst an Geflüchteten in Pretoria (Südafrika) und Frauen und Migration, Adama und Bischoftu (Äthiopien).

In seiner Einbringungsrede benannte Fricke die drei wichtigsten Gründe für Fluchtursachen: Hungersnot, Krieg und Bedrohung des Lebens durch Todesstrafen. All diese Gründe hätten auch schon zu biblischen Zeiten Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.

„Fluchtursachen zu verändern liegt nicht in unserer Macht, aber wir können Binnenflüchtlinge unterstützen.“ Denn diese Menschen bräuchten Chancen, zur Ruhe zu kommen und wieder gestärkt zu werden. „Die Flüchtlinge laufen dem Leben hinterher.“

Für ihre Arbeit mit Geflüchteten habe die Landeskirche den Schwerpunkt Afrika gewählt, weil  es dort viele Flüchtlinge gebe und durch das ELM ein sehr gutes Netzwerk bestehe. „Sinnvolle und realistische Projekte wurden entwickelt und mit den Partnerkirchen nachhaltig und mit Menschen vor Ort umgesetzt.“  

In einem Video kam Rosalie Madika, Pastorin der lutherischen Kirche in Südafrika, zu Wort. Die Theologin kam selbst vor zwei Jahren als Flüchtling in das Land und arbeitet nun in der Flüchtlingsarbeit. Sie unterstützt dort Geflüchtete, damit sie nicht von skrupellosen Geschäftemachern ausgenutzt werden, sondern im rechtlich vorgesehenen Rahmen im Land bleiben können.