"Um des Menschen Willen"

Bericht 01. Juni 2018
Bild: Jens Schulze

Am Freitagmorgen startete die Synode ihre 57. Plenarsitzung mit einer Bibelarbeit. Karoline Läger-Reinbold, Projektleiterin des Themenjahres „Zeit für Freiräume 2019“ rief in ihrer Auslegung der Erzählung von Martha und Maria (Lk 10,38-42) dazu auf, gegensätzliche Lebensentwürfe nicht gegeneinander auszuspielen. „Es geht nicht um die harte Alternative von Gebet oder Arbeit. Es geht um Impulse, die jede und jeder von uns in sich hat.“, stellte Läger-Reinbold klar.

Die biblische Geschichte erzählt von den zwei Schwestern Martha und Maria und ihrer Begegnung mit Jesu. Maria setzte sich zu Jesus und hörte seiner Rede zu. Martha hingegen sorgte für das Wohl des Gastes, was viel Arbeit kostete. Die Freude der Martha am Dienst für den Nächsten und die Lust der Maria an der Unterbrechung des Alltag - beides habe nach Läger-Reinbold seine Berechtigung. Zentral sei allein die Frage: „wie bist du verbunden mit Christus und wie mit den Schwestern und Brüdern?“ Das Ruhen Jesu bei den beiden Schwestern werde so zu einer heilsamen Unterbrechung, die dazu beiträgt, sich erneut zu zentrieren, so Läger-Reinbold.

„Wenn wir im kommenden Jahr ‚Zeit für Freiräume‘ haben, dann denke ich an Begegnungen und Möglichkeiten wie diese: der Weg an den anderen Ort, die Erfahrung der Einkehr und des Innehaltens.“, sagte Läger-Reinbold. Dazu brauche es eine Aufgabenkritik alltäglicher Arbeiten ebenso wie die Fähigkeit sich aus den Alltagsbezügen zu lösen, um ganz im Augenblick zu sein. 

„Frei werden von dem, was uns Mühe und Unruhe macht, frei werden für den, der uns Ruhe, Orientierung und Halt gibt. Das wäre doch was.“, gab Läger-Reinbold abschließend zu bedenken.