Bericht des Landessynodalausschusses

Bericht 30. Mai 2018
Bild: Jens Schulze

Für den Landessynodalausschuss (LSA), der  zwischen den Tagungen die Aufgaben der Landessynode wahrnimmt, berichtete der Vorsitzende, Jörn Surborg. Er beschrieb die Stimmung der vergangenen Monate seit der Herbsttagung als Spannung zwischen nachwirkender Euphorie von „500 Jahre Reformation geht weiter“  und dem Impuls, durchzuatmen und nachzudenken.

Er leitet damit über zum dem Projekt „Zeit für Freiräume“. Surborg betonte, dass dieses kein neues Projekt und keine Kampagne sei. „Zeit für Freiräume“ sei vielmehr das Angebot,  Dinge neu, anders oder auch  gar nicht zu  machen. Dies produziere natürlich auch Abwehrreflexe  und skurrile Vorschläge, so Surborg. Aber er könne deutlich sagen:  “Müssen muss man gar nichts. Aber dürfen darf man.“ Gleichwohl sieht auch Surborg  Reibungen, so bei dem Thema Verfassungsrevision, das 2019 auf den Weg gebracht werden müsse. Surborg regte an, sich als Landessynode  den Impuls der „Freiräume“  auch  zu eigen zu machen.  Der LSA ist mit Martin Steinke in dem Steuerungskreis „Zeit für Freiräume“ vertreten.

Der Reformationstag als Feiertag?

Sollte der Reformationstag als gesetzlicher Feiertag beschlossen werden, bedeute das für die Kirche eine große inhaltliche Herausforderung, so Surborg. Es gehe nicht nur um die historische Bedeutung und Einordnung, sondern auch um den Gegenwartsbezug der Reformation: um Fragen  vom Verhältnis Staat und Kirche, um Engagement im Gemeinwesen und um Zukunft der Gesellschaft. Klar sei auch, dass der Reformationstag nicht als „Luthergedenktag“ gefeiert werde. Vielmehr müsse er im Zeichen des Dialogs mit anderen Religionen und der kritischen Auseinandersetzung stehen.  Der im Juni anstehenden Abstimmung wünscht der LSA-Vorsitzende Erfolg und verweist auf Punkt  17 in dem LSA-Bericht.

Breiten Raum nahm im Bericht des LSA die Personalsituation bei den Pastorinnen und Pastoren ein. Bei der Stellensituation gebe es z.T. Dissens bei den übergemeindlichen Stellen, die in Funktionsstellen und bewegliche Stellen unterschieden werden. Der „Pool“ der sog. beweglichen Stellen biete in vielen Fällen eine hilfreiche Unterstützung für die Gemeinden, so Surborg, der diesen „Pool“ mit dem Modell  der „atmenden  Fabrik“ verglich. Diese Stellen ermöglichten eine zeitnahe Reaktion, die mit dem regulären Stellenplan nicht funktioniere. Der LSA folgte daher der Empfehlung des Ausschusses für kirchliche Mitarbeit, die Zahl der beweglichen Pfarrstellen auf 120 Stellen unverändert zu lassen.

Bei den Funktionsstellen sei hingegen ein gewisses Umsteuern unumgänglich, so Surborg. Er bat das Landeskirchenamt , bei den kommenden Haushaltsberatungen zu prüfen, ob die Funktionspfarrstellen auf 290 gekürzt werden könnten. Das Landeskirchenamt möge ihre Zahl zugunsten der Gemeindestellen reduzieren bzw.  zukünftig für diese Stellen einen Gemeindeanteil vorsehen.

Insgesamt mahnte der Vorsitzende des LSA beim Landeskirchenamt an, die personalpolitische Zurückhaltung nicht aufzugeben und eine  Priorisierung bei neuen Stellen sowie die  Kompensation im Blick zu behalten.

Viel mediale Aufmerksamkeit rund um die Glocken in Faßberg und Schweringen

Das Thema „Naziglocken“ hatte in den vergangenen Monaten viel Aufmerksamkeit in den Medien bekommen und für Unruhe in den Gemeinden gesorgt. Surborg lobte das besonnene Vorgehen der Landeskirche, die beide Gemeinden begleitet und beraten hatte. Dennoch habe es viel  Kritik in alle Richtungen an der Landeskirche gegeben: Zu viel Einmischung und Druck einerseits versus zu wenig Unterstützung durch die Landeskirche andererseits.

Surborg erklärte dies mit der emotional aufgeladenen und ambivalenten Situation in den Gemeinden. Die klare Haltung und Argumentationslinie der Landeskirche unterstütze der LSA. Er hatte sich fortlaufend von der Landeskirche berichten lassen  und seine grundsätzliche Zustimmung zu einer Kostenübernahme für neue Glocken durch die Landeskirche gegeben.

Zum Abschluss seines Berichtes erinnerte Jörn Surborg an den ehemaligen Vorsitzenden des LSA, Rudolf Bembenneck, der im Januar verstorbenen war. „Ich habe viel von seiner besonnenen Art und seinem klugen Diskurs gelernt. Jugendsynodale mit vollem Stimmrecht, das hätte ihm gefallen,“ schloss Surborg seinen Vortrag.