Gottesdienst zur Eröffnung der Synode

Bericht 28. November 2017

„Jetzt ist der Tag des Heils“
Eckhard Gorka predigt im Eröffnungsgottesdienst

Bild: Jens Schulze

Landessuperintendent Eckhard Gorka rief die Synodalen im Eröffnungsgottesdienst zur Herbsttagung 2017 zu Gottvertrauen auf: „Ich hoffe, dass wir Christus und dem Glauben, der Bibel und der Gnade mehr Raum geben als unseren gnadenlosen Urteilen, unseren Habseligkeiten, unserer Trauer oder unserem Selbstmitleid“, sagte der Regionalbischof für den Sprengel Hildesheim-Göttingen angesichts der Marginalisierung des Glaubens in Kirche und Gesellschaft.

Es habe gut getan, im Jubiläumsjahr der Reformation über die Beziehung Gottes zu den Menschen nachzudenken, sagte Gorka in seiner Predigt weiter. „Mit dem Versickern Gottes in der Kommunikation der Welt“ gehe heute der Verlust der Gnade einher. Der Rechtfertigungsdruck, unter dem Menschen stehen oder dem sie sich selber aussetzen, werde ständig größer, zitierte Gorka den Philosophen Odo Marquardt, der von einer umfassenden „Tribunalisierung“ spricht. Dabei gebe es kein Leben ohne Brüche und Krisen, ohne Leidens- und Verlusterfahrungen. Der Apostel Paulus lehre demgegenüber ein anderes Verständnis: „Siehe, jetzt ist die willkommene Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils.“

In dieser Gewissheit seien in der Nachkriegszeit viele Filialkirchen gebaut worden, nannte Gorka eine Herausforderung der Gegenwart. Indes könnten in Zukunft nicht alle Gotteshäuser erhalten werden. Es gelte, zwischen dem Kirchengebäude und dem Raum des Glaubens zu unterscheiden. Gott dürfe nicht in der als angenehm empfundenen Vergangenheit eingesperrt werden, mahnte der Prediger. Es komme vielmehr darauf an, „Gott an jedem, wirklich jedem Tag an seinem Heilswerk zu sehen, auch an traurigen Tagen.“

Der Eröffnungsgottesdienst wurde von Synodalen und Senatsmitgliedern aus dem Sprengel Hildesheim-Göttingen mitgestaltet. Für die musikalische Begleitung sorgten der Synodalchor und der Bläserkreis der Synode.