Bischofsbericht 6

Bericht 30. November 2017

Landesbischof betont Bedeutung von Vertrauensmodellen
Rückblick auf die Versammlung des lutherischen Weltbundes in Namibia

Bild: Jens Schulze

Aus Sicht von Landesbischof Ralf Meister kann von Weltversammlungen der Kirche wie der des Lutherischen Weltbundes zweierlei gelernt werden. So nannte er in seinem Bericht vor der hannoverschen Landessynode als erstes die Erarbeitung eines Grundkonsenses über kulturelle und soziale Differenzen hinweg.

„Nicht nur die globale Werteagenda, sondern auch der Prozess zur Erarbeitung eines solchen Konsenses sind wichtige Stufen. Beispielhaft kann man erkennen, wie diese Welt zu einem besseren Verständnis untereinander kommen könnte.“ Komplexität könne nicht durch Ausgrenzung bewältigt werden, sondern nur durch geteilte Vertrauensmodelle. „Vertrauensmodelle zu erarbeiten, ist das Gebot der Stunde für die politische und ethische Weltgemeinschaft. Und die Kirchen spielen darin eine wichtige Rolle“, ist Ralf Meister überzeugt.

Eine zweite Beobachtung treffe die Beteiligung selbst. Auf den Vollversammlungen gebe es eine  Zusammensetzung von 40 Prozent Frauen, 40 Prozent Männern und 20 Prozent Jugendlichen. Die Relationen der Gendergerechtigkeit seien schon auf einem guten Weg, so der Bischof, doch die Jugendbeteiligung sei noch deutlich zu schwach. „Wir brauchen in der extremen Beschleunigung von Änderungsprozessen Akteure, die in diesen Prozessen aufwachsen, sie internalisiert haben und uns lehren, pragmatisch damit umzugehen. Wir brauchen Menschen, die diese Erfahrungen auch in ihrer religiösen Suchbewegung formulieren können und Gestaltungswillen zeigen.“ Vor dem Hintergrund dieser Notwendigkeit müsse darüber nachgedacht werden, wie auch die nächste Synode mit einem Quorum von 40 – 40 – 20 besetzt werden könne.