Bischofsbericht 5

Bericht 30. November 2017

Von der Freiheit, loslassen zu können
„Zeit für Freiräume 2019“ soll ein gemeinsames Experiment werden

Bild: Jens Schulze

Das für 2019 landeskirchenweit geplante Jahr „Zeit für Freiräume“ sei kein Projekt und keine Kampagne, stellte Landesbischof Ralf Meister in seinem Bericht vor der Landessynode klar. Es sei vielmehr ein „großes, gemeinsames Experiment“.  Dabei bleibe das biblische Sabbatgebot ein Leitmotiv. „Den Feiertag zu heiligen, den Sonntag zu feiern, das heißt ja nicht, die Hände in den Schoß zu legen, sondern die freie Zeit zu nutzen, um sich dem zuzuwenden, was mich im Leben trägt.“

An vielen Orten sei die Skepsis diesem Experiment gegenüber groß – auch deshalb weil Menschen damit aufgefordert seien etwas zu tun, was noch nie getan wurde. „Das ist die eine Seite. In unseren Gesprächen erleben wir dann aber auch, wie sich in und neben aller Kritik noch etwas Anderes zeigt: eine tiefe Belastung und große Angestrengtheit. Eine Sehnsucht nach dem Wesentlichen und der Wunsch, die Arbeit einmal wirklich anders zu tun und darin neue Kraft zu schöpfen.“ In diesem Zusammenhang zitierte Ralf Meister den Schweizer Lyriker Kurt Marti: „Eine der Vollkommenheiten Gottes ist die Freiheit vom Zwang, sich aller Dinge bemächtigen zu müssen. Oder die Fähigkeit, loslassen, freigeben zu können.“

Unter der Internet-Adresse www.freiraeume2019.de seien alle eingeladen, ihre Ideen kundzutun. Konkret nannte Meister folgendes: „Kirchenleitende Gremien werden gewiss die Anzahl ihrer Sitzungen reduzieren. Wir werden nicht nur weniger, wir werden auch anders kommunizieren. Wir werden ausprobieren, ob jede Mail geschrieben werden muss und ob Arbeitsabläufe ohne sie nicht mehr funktionieren. Ich stelle mir ein sehr bewusst gelebtes Jahr vor, ähnlich der Passionszeit vor Ostern, in der viele von uns bewusst auf etwas verzichten, etwas ändern, bewusst ihre Arbeit und ihren Tagesrhythmus anders gestalten.“ Er selber wolle in diesem Jahr durch die Landeskirche wandern: „Keine Pilgerwanderung aber in Abschnitten und in geplanter oder spontaner Gemeinschaft mit anderen Menschen. Dies soll eine Einladung sein, einen Teil des Weges gemeinsam zu gehen.“