Bild: Jens Schulze

Weitere Schritte auf dem Weg zu einer "Kirche des gerechten Friedens" beschlossen

Bericht 04. Mai 2017
Bild: Jens Schulze

Auf ihrer VII. Tagung hatte die Landessynode im November 2016 in Osnabrück einstimmig das Wort zur „Kirche des gerechten Friedens“ („Friedenswort“) beschlossen. Der Ausschuss für Mission und Ökumene wurde damals beauftragt, ein Aktenstück in die Frühjahrssynode einzubringen, das eine Finanzschätzung benennt und konkrete Projekte vorstellt.

Ottomar Fricke (Walsrode), Vorsitzender des Ausschusses für Mission und Ökumene, brachte am Mittwoch den entsprechenden Entwurf mit einer Beschreibung möglicher Handlungsfelder und dem Vorschlag für einen Fonds „Friedenswege“ in die synodalen Diskussionen ein. Ideen und wertvolle bestehende Projekte zum Thema „gerechter Friede“ gebe es in der Landeskirche viele, so Fricke. Sie reichten von Friedenspädagogik über den „Grünen Hahn“, Eheberatung und Flüchtlingsarbeit bis zum Haus der Religionen.

Mit einem „Friedensfonds“ könnten künftig erfolgreiche Projekte fortgeschrieben und neue Impulse gesetzt werden. Der Fonds „Friedenswege“ solle einen kontinuierlichen Prozess gegenseitigen Lernens durch Best Practice-Beispiele und inhaltlich-fachliche Unterstützung des Haus Kirchlicher Dienste ermöglichen. Auf allen Ebenen (Kirchengemeinden, Kirchenkreise, Sprengel, Kooperation mit anderen Partnern) müsse diese Friedensarbeit angeregt werden. Zur Finanzierung sah der Antrag einen Fonds mit einem angedachten Volumen von zunächst 600.000 Euro vor. Die Aufteilung der Fondsgelder könne ein Vergabeausschuss regeln, dem Mitglieder der Landessynode und weiterer kirchlicher Leitungsgremien sowie externe Expertinnen und Experten angehören sollten.

In der Aussprache betonte Jörn Surborg (Wolfsburg) die Selbstverpflichtung der Landeskirche, die aus dem „Friedenswort“ erwächst. "Worten müssen auch Taten folgen", so Surborg. Er plädierte jedoch dafür, vor der Einberufung eines Vergabeausschusses das Konzept zu schärfen und Vergabekriterien zu entwickeln.

Dieter Rathing (Landessuperintendent, Lüneburg) bezog sich in seinem Beitrag auf den im Aktenstück verwendeten Begriff der bereits bestehenden „Begegnungsorte“ in der Landeskirche und warnte vor einer Verflüchtigung bzw. Verwässerung des Begriffs.

Rolf Bade, (Hannover) unterstützte in seinem Redebeitrag ausdrücklich die grundsätzliche Intention des „Friedensworts“. Zugleich sprach er sich für eine offene Definition der „Begegnungsorte“ aus. Es gehe darum, auch neue Initiativen zum Zuge kommen zu lassen. Er regte an, den Antrag in diesem wie auch weiteren Punkten zu schärfen.

Nach intensiven Diskussionen im Plenum und in den Synodalgruppen beschloss die Landessynode am Donnerstag, dass es weitere konkrete Schritte entsprechend des Friedenswortes geben wird. So solle unter anderem eine Übersicht von erfolgreich laufenden Projekten im Bereich der Friedensarbeit erstellt und kontinuierlich fortgeführt werden. Ebenfalls soll die Friedensthematik auf allen kirchlichen Ebenen Gegenstand der Diskussion sein. Für den angedachten Fonds werden zunächst Vergabekriterien entwickelt bevor er dann mit einem Volumen von zunächst 600.000 Euro ausgestattet wird.