Gottesdienst zur Eröffnung der Landessynode: Befreite durch die Gnade Gottes

Bericht 03. Mai 2017
Bild: Jens Schulze

„Als Synodale, als Christen, als Schwestern und Brüder befinden wir uns gemeinsam auf dem Weg“, sagte Dr. Birgit Klostermeier, Landessuperintendentin des Sprengels Osnabrück, in ihrer Predigt im Abendmahlgottesdienst zum Beginn der VIII. Tagung der 25. Landessynode in der Kapelle der DIAKOVERDE-Hernriettenstiftung.

Anlässlich des Reformationsjubiläums predigte die Regionalbischöfin über die erste der 30 Thesen aus der Schrift Martin Luthers „Von der Freiheit eines Christenmenschen“. „Wir sind Befreite durch die Gnade Gottes“, fasste Klostermeier die Worte Luthers zusammen. „Befreit sind wir, weil wir uns in Gottes Wirklichkeit wiederfinden, in einer Freiheit, die in Gott gründet: Im Glauben sind wir befreit!“ Luther beschreibe, was ein Christenmensch sei: Ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan. Ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.

Damit meine der Reformator in Anlehnung an den Apostel Paulus eine Freiheit, die dagegen wappne, den Menschen zu verzwecken. Sie befreie dazu, sich gegen Korruption, Ausgrenzung, Menschenhandel und für Gottes gute Schöpfung einzusetzen, so Klostermeier.

Damit griff die Regionalbischöfin zugleich das Motto der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes auf, „Befreit durch die Gnade“, zu der sich in wenigen Tagen einige Mitglieder der Landessynode gemeinsam mit Landesbischof Ralf Meister nach Namibia auf den Weg machen.

Mit den Worten, „Lasst uns zusammen fliegen!“, griff die Regionalbischöfin auf die Geschichte „Die Wildgans“ von Sören Kierkegaard zurück. Der Philosoph wolle damit veranschaulichen, wie es sich um einen Christen verhalte. Ein Christ könne nicht wie eine Wildgans bei den zahmen Gänsen bleiben, wenn er merke, dass die zahmen Gänse Macht über ihn gewinnen. Dann solle er sich aufmachen.

„Fliegen wir schon oder stehen wir noch im Stall?“, rief Klostermeier den Synodalen zu. Synoden und kirchenleitende Organe nähmen Ortsbestimmungen, Flugrouten oder Bau am Gehege vor. Und Kommunikation des Evangeliums sei wie ein munteres Geschnattere, komme es nun aus dem Gehege oder aus der Luft. Es gelte, immer wieder die Freiheit und Barmherzigkeit neu zu beschreiben. So wie Luther es am Ende seiner Schrift zusammenfasse: Ein Christenmensch lebe nicht in sich selbst, sondern in Christus und seinem Nächsten: In Christus durch den Glauben, im Nächsten durch die Liebe.

Gemeinsam mit ihrer Landessuperintendentin wirkten Synodale des Sprengels Osnabrück im Gottesdienst mit. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von dem Synodenchor und unter der Leitung von Imke Marks (Orgel und Klavier). Die Kollekte ging an die Diakonie-Katastrophenhilfe für Ostafrika.

Impressionen aus dem Eröffnungsgottesdienst