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Bild: Jens Schulze

 

Zusätzliche Anstrengungen für den Klimaschutz

Bericht 26. Mai 2016
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Bild: Jens Schulze

„Die Landeskirche bekennt sich zu den Klimazielen der Bundesregierung“, betonte der Umweltbeauftragte Reinhard Benhöfer bei der Einbringung des Berichts zur Umsetzung des Klimaschutzkonzepts, das die Landessynode auf der letzten Tagung beschlossen hatte. Er verwies auf landeskirchliche Projekte wie den Grünen Hahn. Um die Ziele zu erreichen, müssten allerdings zusätzliche Anstrengungen unternommen werden.

Das Betreiben von eigenen Energieunternehmen im Rahmen von Betrieben gewerblicher Art sei nicht vorgesehen. Die Beteiligung an Wirtschaftsunternehmen zur Energiegewinnung sei demgegenüber im Einzelfall zu beurteilen, grundsätzlich jedoch eher zurückhaltend zu betrachten.

Zur Reduktion der Treibhausgasemissionen gebe es Chancen für ein Pilotprojekt zur E-Mobilität: So könnten zunächst etwa zehn kirchliche Einrichtungen dafür gewonnen werden, mindestens ein Elektro-Auto anzuschaffen. Projektteilnehmer, die dafür Eigenstrom einsetzen und zu dem Zweck beispielsweise eine Photovoltaik-Anlage oder ein Blockheizkraftwerk bauen wollen, sollten besonders gefördert werden.

Eine weitere Idee sei der Bau von Fahrradbügeln, Überdachungen und Fahrradgaragen zur Förderung der Fahrradmobilität. Eine Kirchengemeinde, die etwa 5.000 Euro in den Bau einer Fahrradabstellanlage investiere, könnte mit 2.500 € Bundeszuschuss und weiteren 1.000 € von Seiten der Landeskirche rechnen, ergab eine beispielhafte Kalkulation.

Schließlich könnte die Anschaffung von CO2-armen Dienstfahrzeugen dem Klimaschutzkonzept entsprechen. „Um Emissionen zu verringern, könnten in einem Pilotprojekt zunächst einigen Kirchengemeinden, Einrichtungen oder Mitarbeitenden durch die Landeskirche ein kraftstoffsparendes Kleinfahrzeug per Full-Leasing zur Verfügung gestellt werden.“

Durch den Einsatz entsprechender Fahrzeuge könnten durchschnittlich 30 Prozent der Treibhausgasemissionen eingespart werden. Zudem könnte die Überlassung eines CO2-armen Dienstfahrzeuges Pastoren dazu veranlassen, beispielsweise eine Pfarrstelle mit schlechter Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr anzunehmen.

Es gebe derzeit außergewöhnlich hohe Zuschüsse, sagte Benhöfer: „Ich bitte Sie, die befristeten Möglichkeiten zu nutzen, die alle abhängig sind von einer kirchlichen Co-Finanzierung“.

Auf die Schwierigkeiten des Einsatzes von Elektro-Autos in Lüchow-Dannenberg machte Pastor Michael Gierow (Zernien) aufmerksam. Deren Reichweite sei für die dort zurückzulegenden Strecken nicht ausreichend. Auf seinen Antrag soll geprüft werden, wie sich die Anregungen des vorliegenden Berichts mit anderweitigen Überlegungen vereinbaren lassen, Mitarbeitern in strukturschwachen Gegenden einen Dienstwagen zur Verfügung zu stellen.

Schließlich wurde nach der Möglichkeit gefragt, Photovoltaikanlagen auf Dächern kirchlicher Gebäude zu errichten. Laut Benhöfer seien hier neben der Wirtschaftlichkeit und des Handlings der Anlage vor allem Fragen des Denkmalschutzes zu klären, aber: „Wenn wir die Probleme in den Griff bekommen, sollten wir das unbedingt machen.“