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Bild: Jens Schulze

Vorgestellt: Die Synodalgruppe Lebendige Volkskirche (LVK)

Bericht 22. Februar 2002

„Eine lebendige Kirche ist immer eine offene Kirche. Aber eine offene ist nicht unbedingt immer eine lebendige Kirche...“ mit diesem Wort eröffnete der Osnabrücker Pastor und Leiter der dortigen Gemeindeakademie Werner Wasmuth, die programmatische Vorstellung der Synodalgruppe „Lebendige Volkskirche“ (LVK). Die Lebendigkeit im Blick auf das Evangelium, auf Glaube und Gemeinde schrieb sich die LVK, die aus der ehemaligen Synodalen Arbeitsgruppe hervorgegangen ist, seit jeher auf ihre Fahnen. Dass dabei die Lebendigkeit bei politischen Herausforderungen und kirchlichen Systemänderungen manches Mal auf der Strecke blieb, gab Wasmuth als Vorsitzender der Synodalgruppe gerne zu. Denn so wie die andere Gruppierung, die „Gruppe Offene Kirche“ (GOK), augenscheinlich frommer geworden sei, sei die LVK offener und politischer geworden.
Die LVK ziele, so Wasmuth, in ihrer Arbeit nicht auf die Kerngemeinde, nicht auf die Kirche, schon gar nicht auf sich selbst, sondern allein auf das „Volk, auf die Menschen“ für die „wir als Kirche da sein sollen“. Dies unterscheide die LVK auch grundsätzlich von der GOK, die zu sehr auf die Kirche und auf die Behandlung ihrer Strukturprobleme fixiert gewesen sei. Auch für die Zukunft kann es der LVK nicht um noch mehr kirchliche Rechts- oder Strukturfragen gehen. Vielmehr gilt es, sich um die Rolle des Protestantismus in der Gesellschaft zu sorgen. Hier sei, so der LVK-Vorsitzende, dem gravierenden Abbruch des Volkes von den „reichen Schätzen religiöser Tradition“ zu begegnen. Dies gelänge nur, wenn die evangelischen Christen im ökumenischen, interreligiösen und ethischen Dialog auch wüssten, wer sie sind – nämlich Kirche für das Volk. Dafür bedürfe es einer „protestantischen Erinnerungskultur“, als einer Weitergabe der Tradition „nicht von Asche sondern von Glut“ und einem „Aufbrechen und Gestalten“ in den Gemeinden. Die synodale Arbeit der LVK habe dafür eine „Menge auf den Weg gebracht“. Ein Indiz dafür, wie sehr synodales Handeln zur Lebendigkeit von Kirche und Gottesdienst, missionarischer Kompetenz und der Kommunikation des Religiösen besonders zu Kindern und Jugendlichen unmittelbar beitrage.