Kalenderblatt vom 30. Juli 2017

Losung

Verlasst euch nicht auf Lügenworte, wenn sie sagen: »Hier ist des HERRN Tempel, hier ist des HERRN Tempel, hier ist des HERRN Tempel!« Sondern bessert euer Leben und euer Tun.

Jeremia 7,4-5

Lehrtext

Das Reich Gottes steht nicht in Worten, sondern in Kraft.

1.Korinther 4,20

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 30. Juli 2017 bis Samstag, 05. August 2017

Wochenspruch

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. (Eph 2, 19)

Feiertag

7. Sonntag nach Trinitatis

Erklärung

Was macht satt? Was stillt das Verlangen im Magen, was den Hunger nach Leben? Mit diesen Fragen macht der 7. Sonntag nach Trinitatis jedoch nicht nur auf die eigene Sättigung aufmerksam, sondern ebenso auf den Hunger des oder der Anderen. Das Teilen des Brotes während der Abendmahlsfeier, nicht zu trennen vom Teilen der Lebensmittel steht im Mittelpunkt der biblischen Texte für den Gottesdienst.
Gott gibt jedem Wesen, was es zum Leben braucht. Zum Verderben führt, was davon aus alleiniger Sorge um das eigene Wort für sich behalten wird. Zum Wohl der Gemeinschaft wird, was weitergegeben wird. 

Thema

Am Tisch des Herrn

Joh 6, 30-35

30 Da sprachen sie zu ihm: Was tust du für ein Zeichen, auf dass wir sehen und dir glauben? Was wirkst du?

31 Unsre Väter haben Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben steht (Psalm 78,24): »Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.«

32 Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel.

33 Denn dies ist das Brot Gottes, das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben.

34 Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit solches Brot.

35 Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.

Andacht der Woche

Brot vom Himmel, die Leichtigkeit des Seins, ein kleines bisschen Paradies – diese Sehnsucht kennen wir alle, auch gerade die Menschen, denen ich am Flughafen als Seelsorger begegne. Und fast jedem fällt dazu früher oder später der Refrain zu dem Lied von Reinhard Mey ein, das ich hier bewusst einmal in voller Länge abdrucken möchte:

Wind Nord/Ost Startbahn null drei,
Bis hier hör‘ ich die Motoren.
Wie ein Pfeil zieht sie vorbei,
Und es dröhnt in meinen Ohren,
Und der nasse Asphalt bebt.
Wie ein Schleier staubt der Regen,
Bis sie abhebt und sie schwebt
Der Sonne entgegen.

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.
Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man,
Blieben darunter verborgen und dann
Würde, was uns groß und wichtig erscheint,
Plötzlich nichtig und klein.

Ich seh‘ ihr noch lange nach,
Seh‘ sie die Wolken erklimmen,
Bis die Lichter nach und nach
Ganz im Regengrau verschwimmen.
Meine Augen haben schon
Jenen winz‘gen Punkt verloren.
Nur von fern klingt monoton
Das Summen der Motoren.

Dann ist alles still, ich geh‘,
Regen durchdringt meine Jacke,
Irgend jemand kocht Kaffee
In der Luftaufsichtsbaracke.
In den Pfützen schwimmt Benzin,
Schillernd wie ein Regenbogen.
Wolken spiegeln sich darin.
Ich wär gern mitgeflogen.

Der Flughafen ist ein Sehnsuchtsort, selbst wenn man in der Pfütze steht. Er steht für das Zurücklassen von allem, was uns hier so oft quält und einengt. Jede startende Maschine ist wie ein Versprechen von Freiheit und Leichtigkeit. Das besingt Reinhard Mey im 2. Vers eindrücklich.

Er besingt diese Spannung zwischen der Freiheit, die wohl grenzenlos sein mag – ganz sicher ist er sich da auch nicht – und dem Regen, der die Jacken durchdringt. Grenzenlose Freiheit einerseits und triste Erdgebundenheit andererseits. Das ist auch unausgesprochen das Thema am Flughafen und unser Thema als Kirche. Vielleicht bin ich deshalb so fasziniert von dem Ort und den Menschen, die dort arbeiten, weil wir eigentlich das gleiche Thema bearbeiten.

Auch wir beschäftigen uns mit der Sehnsucht der Menschen nach Befreiung aus den oft tristen Bindungen an diese Welt. Auch unser Thema ist die grenzenlose, vollkommene Befreiung des Menschen, von der wir manchmal im Brustton der Überzeugung verkünden.

Ich bin etwas vorsichtiger geworden, vielleicht gerade am Flughafen. Mich haben solche Ereignisse wie der Absturz der Germanwingsmaschine geprägt. Ich formuliere auch Hoffnung, aber ich mache das tastender, weil ich das Gefühl habe, dass ich sonst das Leid der Trauernden nicht ernst nehmen würde. Ich will nicht, dass unsere christliche Hoffnung billig klingt. Ich will das Leid nicht übertönen.

Wenn ich Reinhard Meys Menschen im Regen eine Hoffnung aufzeigen wollte, die wirklich grenzenlos ist, müsste ich zuerst mit ihm in der Pfütze stehen, in der Benzin schwimmt. Dann aber möchte ich eine Freiheit formulieren, von der ich glaube, dass sie in der Tat grenzenlos ist und gerade in der schrillsten Absurdität und dem größten Leid der Menschen gilt. Christus ist das Brot vom Himmel und deshalb darf auch ich lebendig sein und satt werden.

Für mich ist es unverzichtbar wichtig diesen Markenkern, die Botschaft vom Lebendigen, am an sich kirchenfremden Ort zu leben und zu verkündigen. Die Angst und der Tod haben nie das letzte Wort. Auch die Flugangst nicht. Vielleicht gibt es sie nur deshalb, weil uns da oben die existentielle Fallhöhe so offensichtlich ist. Genau deshalb ist die Kraft der christlichen Botschaft am Flughafen aber auch so ausgeprägt. Der Kontrast schärft das Bewusstsein.

Amen.

Pastor Ulrich Krämer

Liturgische Farbe

Liturgische Farbe Grün - Bild von Erich Grün

Grün als Farbe der erwachenden und lebenden Natur bestimmt die Sonntage nach Epiphanias bis zur Passionszeit und die Sonntage nach Trinitatis.

Bild: Sammlung Erich Grün                 

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.: Liturgisches Kompendium

Quelle Losungen: Herrnhuter Losungen

Moment Mal

Mediathekbild342 v quadratxl

Erfahrungen des menschlichen Alltags, aus dem Glauben gedeutet - Eine Reihe zum kurzen Innehalten im schnellen Lauf der Zeit - Autor: Klaus Böllert vom Erzbistum Hamburg

Podcast abonnieren

Morgenandacht

Mediathekbild282 v quadratxl

Jesus suchte nicht seinen eigenen Tod. Aber vertrauensvoll auf Gott hoffend ging er konsequent seinen Weg bis zum Ende. Was bedeutet dann „Nachfolge“?

Podcast abonnieren

Wochenlied

Das sollt ihr, Jesu Jünger, nie vergessen (EG 221) oder Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut (EG 326)