Kalenderblatt vom 02. Oktober 2016

Losung

Aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.

Psalm 98,3

Lehrtext

/Jesus sprach:/ Zündet man etwa ein Licht an, um es unter den Scheffel oder unter die Bank zu setzen? Keineswegs, sondern um es auf den Leuchter zu setzen.

Markus 4,21

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 02. Oktober 2016 bis Samstag, 08. Oktober 2016

Wochenspruch

Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. (Ps 145, 15)

Feiertag

Erntedanktag

Erklärung

Für die Ernte danken – ein Relikt in ländlichen Gemeinden? Vermehrt sorgt eine Nahrungsmittelindustrie für volle Lebensmittelregale in den Supermärkten und volle Mülleimer der reichen Länder, zugleich für leere Mägen der Menschen in den anderen Regionen.
Entedankfest feiern bietet die Gelegenheit, sich darauf zu besinnen, was wir und andere zum Leben brauchen. Dank spricht aus, dass etwas nicht selbstverständlich ist. Die Bibeltexte des Sonntags erinnern daran, dass Nahrung nicht Besitz ist oder gar der Gewinnmaximierung dient. Was auf Erden wächst, sollte Allen zum Leben dienen. 

Thema

Das höchste Gebot

2. Korinther 9, 6-15

6 Ich meine aber dies: Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen. 

7 Ein jeder, wie er's sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. 

8 Gott aber kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk; 

9 wie geschrieben steht (Psalm 112,9): »Er hat ausgestreut und den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit.« 

10 Der aber Samen gibt dem Sämann und Brot zur Speise, der wird auch euch Samen geben und ihn mehren und wachsen lassen die Früchte eurer Gerechtigkeit. 

11 So werdet ihr reich sein in allen Dingen, zu geben in aller Einfalt, die durch uns wirkt Danksagung an Gott.

12 Denn der Dienst dieser Sammlung hilft nicht allein dem Mangel der Heiligen ab, sondern wirkt auch überschwänglich darin, dass viele Gott danken. 

13 Denn für diesen treuen Dienst preisen sie Gott über eurem Gehorsam im Bekenntnis zum Evangelium Christi und über der Einfalt eurer Gemeinschaft mit ihnen und allen. 

14 Und in ihrem Gebet für euch sehnen sie sich nach euch wegen der überschwänglichen Gnade Gottes bei euch. 

15 Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!

Andacht der Woche

Freiwillig

Gottesdienste, Kirchenkonzerte und viele andere kirchliche Treffen unterscheiden sich von fast allen anderen öffentlichen Veranstaltungen besonders in einem Punkt: Man kommt meistens umsonst hinein, aber eigentlich nie umsonst wieder hinaus. Diese Feststellung stammt aus dem kirchlichen Kabarett. Sie stimmt. Dieser spitzfindige Satz zaubert vielen Menschen ein Schmunzeln ins Gesicht. Fast immer funktioniert die Welt ja umgekehrt. Wenn man etwas Besonderes erleben möchte und ins Konzert geht, in eine Dichterlesung, ins Theater oder ins Fußballstadion, muss man vorher Eintritt bezahlen. Wer das nicht tut, wird gar nicht erst eingelassen.

In den Kirchen heißt es „Eintritt frei“. Allerdings wird man später um eine Spende gebeten, sei es im Schlussteil des Gottesdienstes mithilfe des Klingelbeutels oder nach einem Konzert am Ausgang. „Wenn Ihnen diese wunderschöne Musik gefallen hat, würde sich der Kinderchor über eine Spende freuen.“ Ein in ähnlicher Form schon oft gehörter Satz.

Die Bitte um eine Spende: Das ist gute kirchliche Tradition, solange es die christlichen Kirchen gibt. Wenn Menschen etwas besonders Schönes erleben, dann müssen sie eben nicht in erster Linie dafür bezahlen, sondern sie werden gebeten, andere Leute an ihrer Freude teilhaben zu lassen. Sie denken dann besonders an diejenigen, die es nicht so leicht haben in ihrem Leben.

Für Besucherinnen und Besucher von Gottesdiensten ist das selbstverständlich. Besonders fallen mir die vielen Trau- und Taufgespräche in unseren Gemeinden ein. Es macht Freude, gemeinsam mit den Familien einen Spendenzweck zu überlegen. Die Leute haben viele Ideen. Wenn man große und besonders schöne Feste feiern darf, dann fällt es umso leichter, auch anderen eine Freude zu bereiten.

Leider gibt es oft ein Missverständnis beim christlichen Spenden. Und das ist dieser Gedanke: Wenn jemand ein guter Christ sein will, dann muss er mit anderen teilen und dann muss er spenden! Nach den Worten des Paulus liegt genau hier das Missverständnis. Man „muss“ nicht spenden. Wenn jemand das so sieht, dann liegt er falsch. „Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“ Nichts „muss“. Alles geschieht freiwillig. Eine Spende darf keine Zwangsabgabe sein.

Wenn man allerdings bedenkt, so Paulus, dass alles wirklich Wichtige im Leben sowieso von Gott geschenkt ist, dann fällt es leichter, von unserem Überfluss etwas weiterzugeben an diejenigen, die bedürftig sind. Und eine weitere Motivation zum Spenden liegt ja darin, dass man damit erreicht, dass Menschen sich freuen. Und wenn diese Freude zu spüren ist, dann wirkt das weiter, nämlich dass immer mehr Menschen Gott danken für das, was ihnen zuteil geworden ist.

Die uralte christliche Tradition des Spendens passt sehr gut in unsere Zeit. Die von Wirtschafts- und Sozialforschern festgestellte immer größer werdende Kluft zwischen Armen und Reichen wird verkleinert oder im besten Fall abgeschafft. Etwas von dem Reichtum abgeben, den das Leben uns geschenkt hat – das hat nur Vorteile: Kein Neid. Kein Hunger. Kein schlechtes Gewissen. Keine Gründe, die Heimat als Flüchtling zu verlassen. Es entschärft soziale Spannungen zwischen Menschen, Staaten und Völkern. Es ist gerecht, weil jeder so viel gibt, wie ihm möglich ist. Und es macht Freude – für Beschenkte und für Schenkende.

Pastor Uwe Junge

Liturgische Farbe

Liturgische Farbe Grün - Bild von Erich Grün

Grün als Farbe der erwachenden und lebenden Natur bestimmt die Sonntage nach Epiphanias bis zur Passionszeit und die Sonntage nach Trinitatis.

Bild: Sammlung Erich Grün                 

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.: Liturgisches Kompendium

Quelle Losungen: Herrnhuter Losungen

Moment Mal

Mediathekbild342 v quadratxl

Erfahrungen des menschlichen Alltags, aus dem Glauben gedeutet - Eine Reihe zum kurzen Innehalten - Autorin: Iris Huber, christliche Journalistin aus Hamburg.

Podcast abonnieren

Morgenandacht

Mediathekbild282 v quadratxl

"Lasst die Liebe in diesen Zeiten größer sein als Angst und Sorge", sagt Melanie Kirschstein.

Podcast abonnieren

Wochenlied

Ich singe dir mit Herz und Mund (EG 324) und Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit (EG 502)

Jahreslosung 2016

Gestaltung: Dorothee Krämer