Kalenderblatt vom 30. Juli 2016

Losung

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.

Micha 6,8

Lehrtext

/Jesus spricht:/ Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.

Johannes 13,15

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 24. Juli 2016 bis Samstag, 30. Juli 2016

Wochenspruch

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern. (Lukas 12, 48b)

Feiertag

9. Sonntag nach Trinitatis

Erklärung

Wie oft winken wir ab: Das kann ich nicht. Ich trau mich nicht. Ich bin zu klein oder zu jung oder zu alt. Doch jeder Mensch ist begabt, hat seine Fähigkeiten und seine Talente. Diesen großen Schatz gilt es zu entdecken bei mir selbst, bei anderen und für andere.
Die Bibeltexte in den Gottesdiensten zum 9. Sonntag nach Trinitatis ermuntern dazu. Sie ermutigen geradezu, machen Hoffnung, dass ein Mensch nicht auf sich allein gestellt ist. Sie nennen Quellen, aus denen ich schöpfen kann, Menschen um mich herum und vor allem die unerschöpflichen Fähigkeiten und die grenzenlose Phantasie Gottes. 

Thema

Anvertraute Gaben

Philiper 3, 7-11 (12-14)

Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet. Ja, ich erachte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen ist mir das alles ein Schaden geworden, und ich erachte es für Dreck, damit ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde, dass ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird. Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleich gestaltet werden, damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten.

Nicht, dass ich's schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich's wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin. Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht so ein, dass ich's ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus. 

Andacht der Woche

Was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet. (Aus Philipper 3, 7-14)

Wendepunkte

Ein Sommerurlaub kann auch ein Einschnitt sein. Man fährt weg, lässt etwas zurück, und manchmal kommt man auch anders wieder. Es wird von Menschen erzählt, die im Abstand über ihr normalen Lebens ins Nachdenken gekommen sind und im Urlaub einen folgenschweren Entschluss gefasst haben. Sie sind zurückgekehrt, haben ihren erfolgreichen Beruf aufgegeben und etwas ganz Neues angefangen.

Solche Erzählungen berichten von Ausnahmen. Aber sie erzählen von Wendepunkten im Leben, die uns beeindrucken und etwas von den Fragen widerspiegeln, die uns manchmal selber beschäftigen, nicht nur im Urlaub. Habe ich alles richtig gemacht oder muss ich etwas Entscheidendes in meinem Leben verändern?

Manche Geschichten, die uns erzählt werden, lesen sich wie eine Kritik an der Leistungsgesellschaft und hinterfragen wie von selbst die Ziele, die uns doch zugleich immer wieder vor Augen geführt werden: Erfolgreich sein, einen vollen Terminkalender haben, gefragt sein, viel arbeiten, viel verdienen. Dann steigt jemand aus oder um, macht sich selbstständig mit einer bescheidenen Geschäftsidee, lässt andere kreativere Seiten seines Ichs zur Geltung kommen, lebt bescheidener und nach eigenen Aussagen auch zufriedener.

Solche Geschichten sprechen uns an, sie machen andere Ziele deutlich, die nachhaltiger klingen. Und manchmal bestätigen sie uns nur deshalb, weil ein vielbeschäftigter, erfolgreicher Mensch uns sagt: Eigentlich bin ich einem falschen Ziel hinterhergerannt, eigentlich war alles nur Mist.

So radikal jedenfalls äußert sich hier Paulus in seinem Brief an die Philipper. Auch er findet für sein früheres Leben keine guten Worte mehr. Was er bis zu seiner Wende zum christlichen Glauben getan und geleistet hat, kann er nun nur noch abschätzig beurteilen. Die Ziele, die ihm früher wichtig waren, die ihn und seine Umgebung prägten, sind für ihn sinnlos geworden. Es wäre allerdings gefährlich, seine persönliche Abwertung seines früheren Lebens zum Maßstab für die Beurteilung jüdischer Glaubenspraxis damals und heute zu nehmen.

Genau genommen lässt er sich in seinem Rückblick ja auch von dem leiten, was er nun gefunden hat. Dabei ist entscheidend, dass er nach seinem eigenen Verständnis weggerückt ist von sich selber und all dem, worin es nur um sein Leben und seine Anstrengung ging. Dieses Neue zeigt sich ihm in „der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn“ (Vers 8). 

Jetzt versteht er sich anders und ganz neu, nicht mehr von seiner eigenen Lebensplanung her, sondern von dem, was er als Geschenk seines Lebens begreift. Er hat Jesus Christus erkannt, er hat ihn jetzt verstanden, er weiß jetzt, was Gnade für sein Leben und in seinem Leben bedeutet. Alles, was er getan und geleistet hat, erscheint ihm jetzt tatsächlich als vergebliche, sinnlose Anstrengung, gegenüber der Lebensenergie, die er jetzt spürt. Es ist Jesus Christus und „die Kraft seiner Auferstehung“ (10).

Diese Neuorientierung bewahrt ihn offensichtlich davor, seine Lebensgeschichte schönreden zu müssen. Sie bewahrt ihn auch davor, Misserfolge und Leiden auszublenden. Er vertraut darauf, dass sogar die Teilhabe an ähnlichen Leidenserfahrungen, wie sie Jesus begegnet sind, Teil seiner neuen Lebenserkenntnis sein dürfen. Denn auch sie stehen im Horizont eines großen Ziels, das mit der einen Auferstehung seinen Anfang nahm.

Pastor Dr. Wilfried Behr

Liturgische Farbe

Liturgische Farbe Grün - Bild von Erich Grün

Grün als Farbe der erwachenden und lebenden Natur bestimmt die Sonntage nach Epiphanias bis zur Passionszeit und die Sonntage nach Trinitatis.

Bild: Sammlung Erich Grün                 

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.: Liturgisches Kompendium

Quelle Losungen: Herrnhuter Losungen

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Wochenlied

Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun (EG 497)

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Gestaltung: Dorothee Krämer