Adventskalender

Kalenderblatt vom 23. Dezember 2014

Heute
Dienstag

Losung

Richtet euer Herz zu dem HERRN und dient ihm allein.

1.Samuel 7,3

Lehrtext

/Zacharias sprach:/ Gott hat besucht und erlöst sein Volk, dass wir ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.

Lukas 1,68.75

Aktuelle Woche

  • Kirchliche Woche
    Sonntag, 21.12.2014 bis Samstag, 27.12.2014
  • Wochenspruch

    Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe! (Philipper 4, 4-5) 

  • Feiertag
    4. Sonntag im Advent
  • Erklärung

    Freut euch, jubelt singt, dazu lädt der 4. Adventssonntag ein. Auf denjenigen, mit dem Gottes neue Welt anbricht, müssen die Menschen nicht mehr lange warten. Er nimmt bereits Gestalt an, wächst heran als Kind seiner Mutter Maria, wird bald geboren werden. Aus Freude darüber stimmt Maria ein Lied an: Dieses, mein Kind, wird die Machtverhältnisse der Welt auf den Kopf stellen, Erniedrigte aufrichten, Hungrige sättigen. Wie Maria werden Verzagte jubeln, und alle Welt wird einstimmen. 

  • Thema
    Die nahende Freude
  • Luthers Wochensprüche

    "Soviel Glauben du hast, soviel Lachen hast du."  

Lukas 1,(39-45) 46-55

39 Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda 40 und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt 42 und rief laut und sprach: Gepriesen bist du unter den Frauen, und gepriesen ist die Frucht deines Leibes! 43 Und wie geschieht mir das, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44 Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. 45 Und selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.
Marias Lobgesang
46 Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, 47 und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; 48 denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. 49 Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. 50 Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fürchten. 51 Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 52 Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. 53 Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. 54 Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, 55 wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit.  

Andacht der Woche

Marias Lied

„Meine Seele erhebt den Herrn“ klingt es vierstimmig durch den Saal. Vierzig Frauen und Männer proben das Magnificat. Der Text, den sie singen, stammt aus dem Lukasevangelium aus dem Loblied der Maria. Jeder im Chor leiht den alten Worten seine Stimme. Der Student, die Mutter von drei Kindern, der Rentner und die Medizinerin – am Ende ihres Tages singen sie gemeinsam und lassen sich vom Gesang tragen.
Im Lukasevangelium wird erzählt wie die schwangere Maria ihr Loblied sag. Dabei machte es Maria selbst wie die Sängerinnen und Sänger. Sie stimmte ein in die Worte ihrer Tradition. Als sie sang, wählte sie Worte der Väter und Mütter ihres Glaubens. Die junge Frau kannte die Geschichte von Hannah, aus dem 2. Buch Samuel, die lange vergeblich auf ein Kind gewartet hatte. Maria lieh sich Worte aus dem Lied, das Hannah voll Freude sang, als ihr Kinderwunsch endlich erfüllt wurde. Maria stimmte ein in diese Worte und fühlte sich getragen von der jahrhundertealten Tradition.
Mit ihrem Loblied stellte Maria ihr Leben in einen großen Zusammenhang. Sie hätte allen Grund gehabt, ängstlich zu sein. Ihre Zukunft war unsicher. Aber sie spürte auch das Leben, das in ihr heranwuchs. Sie fühlte sich geborgen bei Elisabeth, die wie sie ein Kind erwartete. Sie spürte hinter sich die Schicksale vieler Frauen, die auf Gott vertraut hatten. Mit den Worten dieser Mütter ihres Glaubens sang Maria. Sie sangt sich in ihre Zuversicht hinein.
Sängerinnen und Sänger auf der ganzen Welt tragen heute noch das Magnificat weiter. Wenn ich es singe, stelle ich mir vor, wer vor mir schon Marias Lied gebetet und gesungen hat und wer es gemeinsam mit mir tut. Eine große Gemeinschaft, die auf Gotte vertraut. Ein riesiger Chor, der zugleich weiß, dass die großen Umstürze, von denen das Lied singt, klein beginnen und langsam heranwachsen wie das Kind im Mutterleib.
Nächste Woche sitzen viele Menschen gemeinsam in den vollen Kirchen und singen Weihnachtslieder. Die einen voll Dankbarkeit über ein gutes Jahr, die andere mit schwerem Herzen, die einen singen aus voller Kehle, die andere hören zu und lassen sich vom Gesang der anderen tragen. Alle Jahre wieder singen sie die vertrauen Lieder.
Advent bedeutet, einstimmen in das Lied der Hoffnung. Singen und die alten Lieder mit unserem Leben füllen. Singen, was schon viele Frauen und Männer vor uns getan haben. Singen und dabei erleben, wie sich die Hoffnung in unserem Leben ausbreitet: Gott ist nahe.
Heilig Abend heißt es dann: „Stimmt freudig, ihr Kinder, - wer wollt sich nicht freun? – stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein!“

Angelika Wiesel, Pastorin 

Liturgische Farbe

Liturgische Farbe Violett - Bild von Erich Grün

Violett  - Mischfarbe von Himmel (blau) und Erde (rot) bestimmt die Bußzeiten als Zeiten aktiven Wartens auf eine neue Zeit und eine bessere Welt (Adventszeit, Passionszeit, Buß- und Bettag)

Bild: Sammlung Erich Grün                  (c) Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.: Liturgisches Kompendium

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Wochenlied

Nun jauchzet, all ihr Frommen (EG 9)