Kalenderblatt vom 22. Mai 2017

Losung

Pflüget ein Neues und säet nicht unter die Dornen!

Jeremia 4,3

Lehrtext

Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

Römer 12,2

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 21. Mai 2017 bis Samstag, 27. Mai 2017

Wochenspruch

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Ps 66, 20)

Feiertag

Rogate (5. Sonntag nach Ostern)

Erklärung

Der Name dieses Sonntags rührt von den Bittumgängen her, die in vergangener Zeit (und manchenorts noch heute) auf den Feldern für eine gute Ernte vollzogen wurden. Diese Bittumgänge begannen am Sonntag Rogate (= Betet!) und wurden in der damit beginnenden Woche fortgeführt.
Der Sonntag Rogate wird in der evangelischen Kirche als Missionssonntag begangen. Mit ihm beginnt die „Missionsopferwoche“.
Der Sonntag Rogate ist der Betsonntag. Dieses Thema wird in den Perikopen vielfach beleuchtet. Auch dieses Thema ist eine Antwort auf das Ostergeschehen: Die Gemeinde ist nun frei durch Jesus Christus, Gott direkt zu bitten, ohne jeglichen Mittler, wie es zuvor notwendig gewesen war. 

Quelle: © Martin Senftleben www.daskirchenjahr.de

Thema

Die betende Gemeinde

Lk 11, 5-13

5 Und er sprach zu ihnen: Wer unter euch hat einen Freund und ginge zu ihm um Mitternacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leih mir drei Brote; 6 denn mein Freund ist zu mir gekommen auf der Reise, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann, 7 und der drinnen würde antworten und sprechen: Mach mir keine Unruhe! Die Tür ist schon zugeschlossen und meine Kinder und ich liegen schon zu Bett; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben. 8 Ich sage euch: Und wenn er schon nicht aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seines unverschämten Drängens aufstehen und ihm geben, so viel er bedarf.
9 Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. 10 Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.
11 Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater um einen Fisch, und der gibt ihm statt des Fisches eine Schlange? 12 Oder gibt ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion? 13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!

Andacht der Woche

Bitte anklopfen!
 

Wer anklopft, dem wird aufgetan, verspricht uns Jesus. Wer bittet, der bekommt auch das, worum er oder sie gebeten hat. Und wer suchet, der findet.

Diese Sätze sind geradezu sprichwörtlich geworden, drücken Sie doch den pädagogisch naheliegenden Zusammenhang der Dinge aus:
Wenn ich etwas möchte, muss ich auch selber etwas dafür tun. So haben wir es gelernt, und so bringen wir unseren Kindern bei.

Diese Worte sind ja auch naheliegend, stimmt man vielleicht schnell zu. Von Nix kommt nix.

Aber auch wenn wir das Kindern so beibringen und es auch unserem Gerechtigkeitsempfinden entspricht, so muss man doch immer wieder feststellen:
Nein, nicht immer bekommt man das, worum man bittet.
Nicht immer ergibt sich alles so, wie es vermeintlich sein soll.

Jesus geht es hier auch sicherlich nicht in erster Linie um pädagogische Interessen, Etikette und Manieren. 

Aber mit der negativen Erfahrung, von verschlossenen Türen und unsicheren Wegen, die jeder Mensch in seinem Leben macht, spielt Jesus hier. So behauptet er nicht nur, dass Gott unsere Gebete wohl hört und uns Wege öffnet. Sein Versprechen geht noch weiter, er verlässt die irdische Logik:

Von Gott werden wir nicht nur bekommen, was wir brauchen, sondern unendlich viel mehr.

Gott schenkt uns seinen Heiligen Geist, wenn wir darum bitten!

Der Wochenspruch für diese Woche steht im Psalm 66:
Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Ps 66, 20)

Ausgestattet mit dem Geist Gottes können wir selber unser Leben in einer neuen Perspektive gestalten.

Gott erhört nicht alle unsere Gebete – Aber er hört uns, er ist bei uns im Beten
Gott öffnet nicht Türen für uns – Er öffnet sie mit uns, er geht mit uns hindurch.

Gott hebt uns als seine Geschöpfe auf Augenhöhe. Er verwirft Gebete nicht, er wendet sich nicht ab. Er stattet uns Menschen aus mit seinem Geist. Und das obwohl wir – wie das Evangelium es schreibt – „böse“, also ihm unwürdig, sind. Er macht uns Geschöpfe zu seinen Mitschöpfern in dieser Welt. Nicht weil wir es verdienen, sondern allein aus seiner Gnade und Güte.

So können wir nicht nur klopfen, wir können selber Türen auftun. Wir können Anderen geben. Wir können suchen helfen und auch finden. Darum können wir Gott bitten und dafür beten.

 

Pastor Micha Steinbrück

Liturgische Farbe

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Weiß als ungebrochenes Licht, als Vereinigung aller Farben, als Farbe von Reinheit und Unschuld bestimmt die Christusfeste (Ostern, Weihnachten) und die Sonntage des Göttlichen Gegenwart (Epiphanias, Trinitatis)

Bild: Klaus Brinkmann

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.:Liturgisches Kompendium

Moment Mal

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Erfahrungen des menschlichen Alltags, aus dem Glauben gedeutet - Eine Reihe zum kurzen Innehalten im schnellen Lauf der Zeit - Autor: Klaus Böllert.

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Morgenandacht

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"Du siehst mich" ist das Motto dieses Evangelischen Kirchentages - spannend, findet Tilmann Präckel und widmet diese Andachten dem Kirchentag.

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Wochenlied

Zieh ein zu deinen Toren (EG 133) und Vater unser im Himmelreich (EG 344)