Kalenderblatt vom 11. Dezember 2018

Losung

Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.

Jesaja 49,13

Lehrtext

Christus Jesus wurde für uns zur Weisheit durch Gott und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung.

1.Korinther 1,30

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 09. Dezember 2018 bis Samstag, 15. Dezember 2018

Wochenspruch

Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. (Lk 21, 28b)

Feiertag

2. Sonntag im Advent

Erklärung

Feiert der 1. Advent den Beginn der Königsherrschaft Jesu Christi, ordnet dieser 2. Sonntag im Advent dies in die erlebte Wirklichkeit ein. Wo und wann sind die ersten Anzeichen von Gottes Gerechtigkeit und Gottes Frieden? Wo und wann ist die Herrschaft derer gebrochen, die nur ihren eigenen Vorteil suchen? Wo und wann die Herrschaft derer, die Gewalt säen? Die Hoffnung nicht fallen lassen, dazu ermutigen die Texte dieses Sonntags, die erlösende Veränderung im Blick behalten. Es wird einmal über Unrecht und Willkür Recht gesprochen werden. Alle werden zu ihrem Recht kommen. 

Thema

Der kommende Erlöser

Jes 35, 3-10

3 Stärkt die müden Hände und macht fest die wankenden Knie!

4 Sagt den verzagten Herzen: »Seid getrost, fürchtet euch nicht! Seht, da ist euer Gott! Er kommt zur Rache; Gott, der da vergilt, kommt und wird euch helfen.«

5 Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden.

6 Dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und die Zunge des Stummen wird frohlocken. Denn es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme im dürren Lande.

7 Und wo es zuvor trocken gewesen ist, sollen Teiche stehen, und wo es dürre gewesen ist, sollen Brunnquellen sein. Wo zuvor die Schakale gelegen haben, soll Gras und Rohr und Schilf stehen.

8 Und es wird dort eine Bahn sein und ein Weg, der der heilige Weg heißen wird. Kein Unreiner darf ihn betreten; nur sie werden auf ihm gehen; auch die Toren dürfen nicht darauf umherirren.

9 Es wird da kein Löwe sein und kein reißendes Tier darauf gehen; sie sind dort nicht zu finden, sondern die Erlösten werden dort gehen.

10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen.

Andacht der Woche


Hoffnung ist erlaubt. Wir hoffen, dass die weltweiten Bemühungen um unser Klima vielleicht doch noch etwas bringen, auch wenn schon die ersten Inseln im Meer verschwunden sind. Wir hoffen, dass irgendjemand es schafft, den Menschen im Kongo etwas zu essen zu bringen, ebenso wie den Menschen in Indonesien, in Bangladesch, auf den Philippinen. Wir denken an alle, die aus großer Not auf der Flucht sind und hoffen mit ihnen, dass sie in ein normales Leben zurückkehren können.
 
Genauso sieht es in unserem alltäglichen Leben aus. Wir hoffen, dass wir gesund bleiben oder wieder gesund werden. Viele bangen darum, ob es am Monatsende noch reicht und sie in ihrer Wohnung bleiben können. Und wie viel Hoffnung steckt in der Zukunft unserer Kinder, Nichten und Neffen. Werden sie es schaffen?
 
Es sind wunderbare Bilder der Hoffnung, die Jesaja für uns malt. „Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden. Dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und die Zunge des Stummen wird frohlocken. Denn es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme im dürren Lande. Und wo es zuvor trocken gewesen ist, sollen Teiche stehen, und wo es dürre gewesen ist, sollen Brunnquellen sein. Wo zuvor die Schakale gelegen haben, soll Gras und Rohr und Schilf stehen.“
 
Mehr davon! Was für eine schöne Zukunft sehen wir in diesen Bildern! Und gleichzeitig wissen wir, dass dieses Paradies eben jetzt noch nicht da ist. Jetzt hungern und sterben Menschen, auch viele Kinder. Jetzt stehen wir in der Arztpraxis und müssen uns die Diagnose anhören. 
 
Können hier und heute diese Worte des Jesaja helfen, die tausende von Jahren auf dem Buckel haben? Müssen wir nicht sagen, dass das ja schöne Bilder einer fernen Zukunft sind, auf die die Menschheit schon lange vergeblich wartet? 
 
Jesaja spricht aus eigener Erfahrung. Er hat selbst erlebt, dass das Volk Israel von einer fremden Macht bedrängt wurde. Und er sah seine Aufgabe darin, den Menschen Mut zu machen, die schwere Zeit zu überstehen. Das konnte er nur mit Worten, nicht mit Soldaten und Waffen. Jesaja setzt einzig und allein darauf, die Menschen an die unglaublich starken Kräfte des Glaubens und der Hoffnung zu erinnern. 
 
Er tut das, indem er sich direkt an uns, an dich und mich wendet und uns sagt: „Stärkt die müden Hände und macht fest die wankenden Knie! Sagt den verzagten Herzen: „Seid getrost, fürchtet euch nicht! Seht, da ist euer Gott!““. WIR sind gefragt, WIR können etwas tun und sagen. Wir geben die Erfahrung weiter, dass Gott bei uns ist. 
DANN, so geht es weiter, DANN „werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden. Dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und die Zunge des Stummen wird frohlocken.“
 
Hoffnung ist erlaubt.  Jesaja ermuntert uns, müde Hände in unsere Hände zu nehmen und Menschen zu stützen, wenn sie sich nicht mehr auf ihren Beinen halten können. Er traut uns zu, dass wir den Verzweifelten tröstende Worte sagen können. Hoffnung ist erlaubt.
„Ich bitte Euch, lasst uns als Kirche mit Liebe und Frieden vorangehen!“ – das sagte letzte Woche Pastor Mofid Karajili der Landessynode in Hannover in einem Grußwort. Er kommt mitten aus dem Krieg in Syrien, hatte seine Gemeinde im belagerten Homs und geht demnächst nach Aleppo. „Ohne euch hätten wir nicht existieren können“ sagte er und meinte damit die Hilfe deutscher Kirchen. „Wir sind wieder da, das Leben kehrt zurück“ sagte er. Hoffnung ist erlaubt.
 
Johannes Neukirch
 

Liturgische Farbe

Liturgische Farbe Violett - Bild von Erich Grün

Violett  - Mischfarbe von Himmel (blau) und Erde (rot) bestimmt die Bußzeiten als Zeiten aktiven Wartens auf eine neue Zeit und eine bessere Welt (Adventszeit, Passionszeit, Buß- und Bettag)

Bild: Sammlung Erich Grün                  

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.: Liturgisches Kompendium

Wochenlied

O Heiland, reiß die Himmel auf (EG 7)

Video