Kalenderblatt vom 06. Dezember 2016

Losung

Elia sprach: Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Ist der HERR Gott, so wandelt ihm nach, ist’s aber Baal, so wandelt ihm nach.

1.Könige 18,21

Lehrtext

/Jesus sprach:/ Niemand flickt einen Lappen von neuem Tuch auf ein altes Kleid; sonst reißt der neue Lappen vom alten ab und der Riss wird ärger.

Markus 2,21

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 04. Dezember 2016 bis Samstag, 10. Dezember 2016

Wochenspruch

Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. (Lk 21, 28b)

Feiertag

2. Sonntag im Advent

Erklärung

Feiert der 1. Advent den Beginn der Königsherrschaft Jesu Christi, ordnet dieser 2. Sonntag im Advent dies in die erlebte Wirklichkeit ein. Wo und wann sind die ersten Anzeichen von Gottes Gerechtigkeit und Gottes Frieden? Wo und wann ist die Herrschaft derer gebrochen, die nur ihren eigenen Vorteil suchen? Wo und wann die Herrschaft derer, die Gewalt säen? Die Hoffnung nicht fallen lassen, dazu ermutigen die Texte dieses Sonntags, die erlösende Veränderung im Blick behalten. Es wird einmal über Unrecht und Willkür Recht gesprochen werden. Alle werden zu ihrem Recht kommen. 

Thema

Der kommende Erlöser

Mt 24, 1-14

1 Und Jesus ging aus dem Tempel fort und seine Jünger traten zu ihm und zeigten ihm die Gebäude des Tempels. 2 Er aber sprach zu ihnen: Seht ihr nicht das alles? Wahrlich, ich sage euch: Es wird hier nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde.
3 Und als er auf dem Ölberg saß, traten seine Jünger zu ihm und sprachen, als sie allein waren: Sage uns, wann wird das geschehen? Und was wird das Zeichen sein für dein Kommen und für das Ende der Welt? 4 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, dass euch nicht jemand verführe. 5 Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen. 6 Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. 7 Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. 8 Das alles aber ist der Anfang der Wehen.
9 Dann werden sie euch der Bedrängnis preisgeben und euch töten. Und ihr werdet gehasst werden um meines Namens willen von allen Völkern. 10 Dann werden viele abfallen und werden sich untereinander verraten und werden sich untereinander hassen. 11 Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen. 12 Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten. 13 Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden. 14 Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen.

Andacht der Woche

Andacht zu:

Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. (Aus Lukas 21,33)

Erinnerungen

Lange war sie nicht mehr im Theater gewesen. Doch heute Abend rang sie sich durch: Eigentlich wollte sie den Saal nicht mehr betreten, in dem so viele gute Erinnerungen hingen. Was hatten sie hier gelacht, und wie hatten sie manchmal geweint vor Freude, vor Rührung. Sie, das waren ihre drei Freundinnen und sie selbst, ein eingeschworenes Team. Carla lebte nun im Pflegeheim, Marianne war weggezogen, und Ute war einer schweren Erkrankung erlegen. Deswegen war sie so lange nicht mehr hingegangen an diesen Ort, der noch so viel in ihr auslöste. Doch heute Abend sollte das Leben Martin Luthers gezeigt werden. Das interessierte sie. 

Als der Vorhang aufging, hatte sie ihre Zweifel schon vergessen. Das gute Gefühl, an diesem vertrauten Ort zu sein, gab ihr Sicherheit. Und sofort fesselte sie der junge Luther auf der Bühne. Ganz vertiefte sie sich in seine Geschichte: Das Gelöbnis, Mönch werden zu wollen, dann die Prozesse und schließlich das Bekenntnis „Widerrufen kann ich nicht!“. Dann Zeit auf der Wartburg mit der Bibelübersetzung, und dann die große Enttäuschung: Die Bauern missverstehen mich! Aufstände im Volk, die er nie gemeint, hatte und zudem Theologenkollegen, die alles nur noch schlimmer machten! 

Ein Graus, und Luther dachte: „Das war es mit der Welt! Wer rettet uns nun noch? Gott allein kann es.“ Und so erwartete er täglich den Weltuntergang, das Gericht und die Wiederkunft Christi. Himmel und Erde werden vergehen... Aber: „Wenn morgen die Welt unterginge, so würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen!“ rief der junge Schauspieler dem Publikum entgegen. Schon griff er beherzt zum Spaten. „Was tust Du da?“ fragte sein Nachbar auf der Bühne verwundert. „Du pflanzt einen Baum, obwohl hier gerade Krieg und Chaos herrscht?“ „Der Tod wird nicht das letzte Wort haben!“ antwortete Luther. 

Als der Vorhang fiel, hallten diese Worte in ihr nach. „Der Tod wird nicht das letzte Wort haben.“ Wenn sie ehrlich war: Das war es doch, warum sie nicht mehr ins Theater gegangen war. Vergangen waren die guten Zeiten zu viert, das gemeinsame Lachen und Weinen. Vergangen war sogar schon das Leben einer Freundin, und sie wollte ihr gemeinsames Bild nicht verfälschen, nicht noch einmal hingehen und sehen, dass es anders geworden war. Vertrautheit, dachte sie, das ginge doch nur zu viert, und alles andere wäre Enttäuschung. 

Doch der Vorhang war noch nicht gefallen! An diesem Abend blieb sie noch lange in der kleinen Kneipe neben dem Theater. Lächelnd blickte sie zurück, sah die drei vor sich und spürte sie noch immer, diese Vertrautheit, all das Gute dieses Ortes. 

Auf dem Heimweg fragte sie sich, wie oft wohl schon Menschen die Erfahrung gemacht hätten, dass Himmel und Erde, das Äußere, vergeht, das Eigentlich jedoch bleibt.

Pastor Theodor Adam

Liturgische Farbe

Liturgische Farbe Violett - Bild von Erich Grün

Violett  - Mischfarbe von Himmel (blau) und Erde (rot) bestimmt die Bußzeiten als Zeiten aktiven Wartens auf eine neue Zeit und eine bessere Welt (Adventszeit, Passionszeit, Buß- und Bettag)

Bild: Sammlung Erich Grün                  

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.: Liturgisches Kompendium

Wochenlied

Ihr lieben Christen, freut euch nun (EG 6)

Jahreslosung 2016

Gestaltung: Dorothee Krämer