Bischofsblog

Kalenderblatt vom 7. Februar 2016

Heute
Sonntag

Losung

Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen. 

Sprüche 3,5-6

Lehrtext

/Christus spricht:/ Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.

Johannes 15,4

Aktuelle Woche

  • Kirchliche Woche
    Sonntag, 07.02.2016 bis Samstag, 13.02.2016
  • Wochenspruch

    Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn. (Lukas 18, 31)1 

  • Feiertag
    Estomihi (Sonntag vor der Passionszeit)
  • Erklärung

    Die Karnevalszüge ziehen mit Getöse durch die Straßen. Menschen genießen die „tollen Tage“, bevor am Aschermittwoch alles vorbei ist. Der evangelische Gottesdienst macht mit seiner Evangelienlesung eine Woche vor der Passionszeit bereits das Leiden zum Thema.
    Der Name des Sonntags, Estomihi, mag als Anspruch klingen oder aber Bitte im Angesicht des Leidens sein. Er geht auf den Beginn des Sonntagspsalms zurück: Sei mir ein starker Fels und eine Burg (Psalm 31).
    Wie geht ihr mit dem Leid und der Ungerechtigkeit um? Mit welcher Motivation tut ihr das? Diese Fragen stellen die weiteren gottesdienstlichen Texte. Eines der motivierenden Bilder: Recht und Gerechtigkeit mögen erfrischend sein und nie versiegen.  

  • Thema
    Der Weg zum Kreuz
  • Luthers Wochensprüche

    Die Ärzte sind unseres Herrgotts Flicker. 

1. Korinther 13,1-13

1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. 2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts. 3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen und hätte die Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze.
4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, 5 sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, 6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; 7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.
8 Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. 9 Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. 10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.
11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. 12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.
13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. 

Andacht der Woche

Ohne Liebe ist alles nichts

„Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht … ; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. … Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

Immer noch spricht dieser Text vielen jungen Menschen, die heiraten wollen, aus dem Herzen. Selbst wenn ihnen alle anderen Bibeltexte nichts mehr bedeuten: dieser tut's. Schöner als Paulus es hier formuliert, kann man ja auch nicht über Liebe reden. Es ist in der Tat ein 'hohes' Lied über die Liebe, ein Stück Weltliteratur.

Und doch: Paulus würde sich vermutlich (jedenfalls vermute ich es) verwundert die Augen reiben, wenn er sein Lied als ideale Beschreibung des Ehelebens wiederfände. So hat er es auf keinen Fall gemeint. Davon zeugt der Zusammenhang, in den der Abschnitt im Kapitel 11 des ersten Korintherbriefs eingebettet ist.

Hier erscheint Liebe nicht als Idealform ehelichen Lebens, sondern als Korrektiv anderer wichtiger christlicher Tugenden. Aber immerhin: als besonders prominentes Korrektiv; gewissermaßen als das 'hohe Korrektiv'. Gut reden können, alles wissen, verstehen und beurteilen können, vorbildlich glauben, alles an Arme verschenken – gut und schön, alles wertvolle Begabungen (oder im paulinischen Sprachgebrauch: 'Charismen' = Gottesgaben) und zugleich alles nichts, alles wertlos - wenn die Liebe fehlt.

Das ist harter Tobak für Christen, die sich selbst auf der Sonnenseite Gottes wähnen, die sich im Besitz besonderer Gnadengaben sehen, die sich als von Gott besonders Begabte verstehen. Nichts ist – wenn die Liebe fehlt.

Für Paulus ist die Liebe das höchste Korrektiv aller selbsterklärten Machtansprüche und aller selbsternannten Führungspositionen. Liebe in diesem Sinne ist ein Abbild der Liebe Gottes, wie sie im Leben Jesu Gestalt gewonnen hat.
Liebe in diesem Sinne kennt keine Allüren oder Dünkel; sie will nicht herrschen, sie kann nur dienen.
Das gilt dann auch wieder für die Ehe.


Reinhard Fiola, Pastor 

Liturgische Farbe

Liturgische Farbe Grün - Bild von Erich Grün

Grün als Farbe der erwachenden und lebenden Natur bestimmt die Sonntage nach Epiphanias bis zur Passionszeit und die Sonntage nach Trinitatis.

Bild: Sammlung Erich Grün                  (c) Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.: Liturgisches Kompendium

Quelle Losungen: Herrnhuter Losungen

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Wochenlied

Ein wahrer Glaube Gotts Zorn stillt (EG 413) und Lasset uns mit Jesus ziehen (EG 384)