Kalenderblatt vom 23. Juni 2017

Losung

HERR, sei unser Arm alle Morgen, ja unser Heil zur Zeit der Trübsal!

Jesaja 33,2

Lehrtext

Dem, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus zu aller Zeit.

Epheser 3,20-21

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 18. Juni 2017 bis Samstag, 24. Juni 2017

Wochenspruch

Christus spricht zu seinen Jüngern: Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich. (Lk 10,16)

Feiertag

1. Sonntag nach Trinitatis

Erklärung

Gott möchte für uns Menschen erlebbar sein und bleiben. Das ist das große Thema der Sonntage nach Trinitatis. Immer wieder werden diese Wochen des Kirchenjahres als „festlose Zeit“ bezeichnet. Aber gibt das, was Gott möglich macht, keinen Anlass zum Feiern?
Der erste Sonntag nach Trinitatis feiert Gottes Liebe. Als Gebote und als Evangelium lässt Gott davon hören, durch Jesus ist sie für die Menschen zu erfahren gewesen. Die Bibeltexte im Gottesdienst lassen dies anklingen, sprechen davon, wie Menschen Gottes Liebe wahrnehmen können mit allen ihren Sinnen. Sie reden auch davon, dass das Lieben Gottes Folgen hat. Eine solche Liebe lebe davon, dass sie weitergegeben wird, dass „der Liebesstrom durch uns hindurchfließt“ und „wir zu Sendern der Liebe“ (Ernesto Cardenal) werden. 

Thema

Apostel und Propheten

Joh 5, 39-47

39 Ihr sucht in den Schriften, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie sind's, die von mir zeugen; 

40 aber ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben hättet.

41 Ich nehme nicht Ehre von Menschen an;

42 aber ich kenne euch, dass ihr nicht Gottes Liebe in euch habt.

43 Ich bin gekommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer kommen wird in seinem eigenen Namen, den werdet ihr annehmen.

44 Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander annehmt, und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, sucht ihr nicht?

45 Meint nicht, dass ich euch vor dem Vater verklagen werde; der euch verklagt, ist Mose, auf den ihr hofft.

46 Wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben.

47 Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?

Andacht der Woche

Vom Loslassen und Auffangen

Es ist eine Freude für jedes kleine Kind: Flugzeug spielen. Papa oder Mama werfen das Kind mit einem langgezogenen „Huiii“-Ausruf hoch in den Himmel. Es ‚fliegt‘ dann einen Moment lang in der Luft bevor es wieder sicher in den elterlichen Armen landet. „Nochmal“, ruft das Kind dann unmittelbar nach der Landung. Und schon geht der nächste Himmelsritt los. Das geht dann solange, bis Papa aus der Puste ist oder Mamas Arme nicht mehr können. Nur das Quieken und Lachen der kleinen Piloten kennt keine Grenzen, wenn beim Schweben der Bauch kribbelt und kurz der Fahrtwind ins Gesicht pustet.

Wenn ich solch eine Szene bei jungen Familien im Park beobachte oder bei meinen Nichten und Neffen selbst zur Startrampe werde, dann fasziniert mich immer wieder eines: Wie sehr Vertrauen und Freude miteinander verbunden sind. Dieses grenzenlose Vertrauen des Kindes zu seinen Eltern. Da wird kein Gedanke an einen möglichen Absturz verschwendet. Da ist wer, der fängt mich auf. Ganz sicher. So lassen sich auch Höhenflüge genießen, die ja bekanntlich kürzer sind, als einem lieb ist.

„Lass sich freuen alle, die auf dich trauen“ (Ps 5,12) - so heißt es im fünften Psalm. Ein Lied von Leitung und Bewahrung im Leben. „Ewiglich lass sie rühmen, denn du beschirmest sie. Fröhlich lass sein in dir, die deinen Namen lieben!“ - damit endet der Vers. Freude und Vertrauen, fröhlich sein und sich beschirmt fühlen – das liegt hier dicht beieinander.

Nicht jedes Loslassen bereitet Freude wie beim Kinderspiel. Bei Abschieden zum Beispiel, seien es die kleinen oder die endgültigen. Manchmal ist das Kribbeln im Bauch eher ein mulmiges Gefühl, weil noch gar nicht abzusehen ist, wo die Reise hingeht oder wer einen am Ende auffängt. Da tut eine Portion Gottvertrauen gut. Sich vom Gedanken leiten zu lassen, dass da einer ist, der auf mich achtgibt.

Doch wer in unbekanntem Terrain stets nur Holzweg befürchtet, der bringt sich um den eigenen Schwung fürs Leben. Und wenn die ganze Welt Kopf steht, der Blick durch die Brille des Vertrauens sucht stets nach Neuanfängen, nach den Möglichkeiten weiterzugehen. Ist das nicht ein Grund zur Freude? Das ist dann nicht die schlichte Freude sonniger Frohnaturen, sondern trotzige, durchlebte Freude, die gegen den Anschein anstrahlt. Das ist eine Sache der Einübung und keine einfache Lektion.

Das weiß auch der Psalmsänger und bittet Gott: „Leite mich auf dem richtigen Weg und zeige mir, wo ich gehen soll.“ Für alle, die loslassen, die aufbrechen, sich aufmachen, oder für die, die in der Luft hängen und nicht so recht weiter wissen, hat Gott ein Geschenk: seinen Segen. Und der ist immer dort zu spüren, wo sich Vertrauen und Freude miteinander verbinden.


Pastor Fabian Gartmann

Liturgische Farbe

Liturgische Farbe Grün - Bild von Erich Grün

Grün als Farbe der erwachenden und lebenden Natur bestimmt die Sonntage nach Epiphanias bis zur Passionszeit und die Sonntage nach Trinitatis.

Bild: Sammlung Erich Grün                 

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.: Liturgisches Kompendium

Quelle Losungen: Herrnhuter Losungen

Wochenlied

Nun bitten wir den Heiligen Geist (EG 124)