Kalenderblatt vom 18. November 2018

Losung

Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.

Psalm 50,23

Lehrtext

Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.

1.Thessalonicher 5,18

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 18. November 2018 bis Samstag, 24. November 2018

Wochenspruch

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi. (2. Kor 5, 10a)

Feiertag

Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres/Volkstrauertag

Erklärung

Der vorletzte Sonntag im Kirchenjahr befasst sich mit dem Weltgericht, wie es vielfach im Neuen Testament angekündigt. Viele Menschen unterliegen der Gefahr, das Kommen des Weltgerichtes in den Zeichen dieser Zeit zu sehen: in Verwüstungen, Naturkatastrophen, Kriegen usw. Dabei machen sie sich zu Beobachtern, obgleich sie doch selbst Betroffene sein müssten. Unser Glaube lehrt uns, dass Gott barmherzig und gnädig ist und dem vergibt, der sich ihm in Vertrauen zuwendet. 

Thema

Weltgericht

Offb 2, 8-11

8 Und dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden:

9 Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut – du bist aber reich – und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und sind's nicht, sondern sind die Versammlung des Satans.

10 Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr versucht werdet, und ihr werdet in Bedrängnis sein zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.

11 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tode.

Andacht der Woche

„Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt“. Komponiert hat dieses Lied der Liedermacher Fritz Baltruweit. Der Text stammt von dem jüdischen Schriftsteller Schalom Ben-Chorin.  Er hat eine besondere Geschichte.  Geboren wurde Schalom Ben-Chorin 1913 in Deutschland. Er hieß damals Friedrich Rosenthal.  Er wurde von den Nazis mehrfach verhaftet und floh 1935 nach Israel. Dort nannte er sich Schalom Ben-Chorin. Dieser Name bedeutet „Frieden, Sohn der Freiheit“.  Mitten im zweiten Weltkrieg dichtete er diese Zeilen. „Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt,  ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt?“Den Mandelbaum gab es wirklich: Er stand hinter dem Haus des Dichters. Er konnte ihn aus seinem Arbeitszimmer sehen. Es war Zweiter Weltkrieg. Es war eine furchtbare Zeit und Schalom Ben-Chorin sah nach draußen und sah,  wie die Mandelblüten auf einmal aufgingen. Das erinnerte ihn daran, dass es auch in schrecklichen Zeiten Vorboten des Frühlings gibt. Sie sind ein Zeichen dafür, dass Hoffnung am Horizont ist, dass das Schlimme auch vorbeigeht und dass es besser wird. Schalom Ben-Chorin hat die Hoffnung auf Frieden nie aufgegeben – auch nicht für Israel und Palästina. 

 

Der Liedermacher Fritz Baltruweit traf den jüdischen Dichter einmal in Jerusalem und spielte ihm das Lied vom Mandelbaum vor.  Er berichtet später: „Wir haben einen wunderschönen Abend zusammen gehabt  - und Schalom Ben Chorin erzählte dann, dass dieser Baum irgendwann umgehauen wurde und Platten in den Hof gelegt wurden. Doch eines Tages haben sich die Wurzeln des Baumes wieder den Weg durch die Platten gebahnt. Er sagt dazu: ‚Die Hoffnung ist nicht totzukriegen’.  Und er war ganz stolz, sagte im Gespräch zu seiner Frau: ‚Ich bin wohl der erste jüdische Autor, der in ein evangelisches Kirchengesangbuch aufgenommen wurde.’ Darauf meinte sie ganz trocken: ‚Der zweite, denn König David war schon vor dir’.“ 

Das Kirchenlied „Freunde, dass der Mandelzweig“ wurde erstmals beim Kirchentag 1981 in Hamburg  öffentlich gesungen. Dann ging es um die Welt. Übersetzt wurde das Kirchenlied inzwischen in mehrere Sprachen, unter anderem ins Englische und Russische. Auch bei der Beerdigung von Schalom Ben Chorin wurde das Lied gesungen: Schalom Ben Chorin zum Abschied – und: als Zeichen der Hoffnung - …dass das Leben siegt.

 

Aus: Gottesdienstentwurf des Michaelisklosters Hildesheim zum Volkstrauertag 2018

 

Biblischer Bezug: Jeremia 1, 11f.

 

11 Und es geschah des Herrn Wort zu mir: Jeremia, was siehst du? Ich sprach: Ich sehe einen erwachenden Zweig.

12 Und der Herr sprach zu mir: Du hast recht gesehen; denn ich will wachen über meinem Wort, dass ich's tue.

 

 

Liturgische Farbe

Liturgische Farbe Grün - Bild von Erich Grün

Grün als Farbe der erwachenden und lebenden Natur bestimmt die Sonntage nach Epiphanias bis zur Passionszeit und die Sonntage nach Trinitatis.

Bild: Sammlung Erich Grün                 

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.: Liturgisches Kompendium

Quelle Losungen: Herrnhuter Losungen

Wochenlied

Es ist gewisslich an der Zeit (EG 149)

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